zur Navigation springen

Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 19:41 Uhr

Vogelgrippe : Sylter Geflügel in Ställe verbannt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In Nordfriesland grassiert die Vogelgrippe und das Federvieh muss im Stall bleiben. Wir haben Sylter Geflügelhalter zur Lage befragt.

Seit zwei Tagen gilt die Geflügelpest-Verordnung, nach der auch auf Sylt Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse in geschlossenen Ställen gehalten werden müssen. Das soll verhindern, dass die Krankheit durch Wildvögel übertragen wird. Die Sylter Rundschau hat sich bei den Geflügelbetrieben der Insel umgehört, wie sie mit der Verordnung umgehen.

Betroffen ist unter anderem der Gänsehof der Familie Petersen in Keitum, deren Markenzeichen ihre freilaufenden Gänse sind (siehe Foto). „Für uns gibt es da keine zwei Meinungen, wir sind der Verordnung umgehend nachgekommen“, erklärt John Petersen. Nachts würden die Tiere ohnehin rein kommen, nun müsse das Federvieh auch Tagsüber in den Stall. „Wir sind da wirklich ganz gut aufgestellt, da wir genügend Platz für die Tiere haben, aber schöner ist es natürlich, wenn sie draußen laufen können“, so Petersen. Der erfahrene Landwirt hält die Verordnung für eine weise Entscheidung, es sei immer besser auf Nummer sicher zu gehen. Ein Problem würde er eher in Betrieben sehen, die auf Massentierhaltung setzen. „Die könnten Platzprobleme bekommen und brauchen sicherlich Sondergenehmigungen.“ Sollte nur ein Tier infiziert sein, egal ob drinnen oder draußen, so muss der gesamte Bestand vernichtet werden. Das könne schon Existenzängste hervorrufen. „Wir hatten hier bisher immer Glück, in unserer Region hat die Vogelgrippe, soweit ich weiß, noch nicht zugeschlagen.

Die Martinstag-Gans sehe der Landwirt auch nicht in Gefahr, die sei ja ohnehin schon geschlachtet. Problematisch könne es da eher bei der Weihnachtsgans werden. „Die Gänse für Weihnachten sind jetzt noch gar nicht schlachtreif“, erklärt Petersen. Es sei also auch keine Lösung, jetzt schon alle Gänse für Weihnachten zu schlachten und einzufrieren.

Familie Christiansen vom Tierpark Tinnum geht ähnlich gelassen mit der Hiobsbotschaft um. „Wir haben seit Ende Oktober Wintersaison, da werden die Tiere dann ohnehin aufgestallt“, sagt Martha Christiansen, die sich noch gut an die letzten Ausbrüche der Vogelgrippe erinnert. Sie haben aber auch keine Platzprobleme, da sie ohnehin Platz für alle Tiere haben müssen. Das „Erbeerparadies“ in Braderup hat „hobbymäßig“ auch ein paar Hühner auf ihrem Hof laufen. „Wir halten uns natürlich auch an die Verordnung, wir haben mobile Ställe für unsere Hühner, jetzt laufen sie aber in unseren Gewächshäusern, die wir im Winter nicht nutzen“, erklärt Bettina Sönksen-Vollquardsen. Dort hätten sie mehr Platz als im Stall und würden sich pudelwohl fühlen.

Auf dem Hansenhof in Morsum laufen 200  000 Hühner, die jetzt ebenfalls alle eingestallt sind. Anderes Hansen erzählt uns, dass das Vetärinärsamt überprüft, ob die Tiere tatsächlich eingestallt sind. Auch hier gibt es kein Platzproblem, denn Andres Hansen erklärt, dass die Stallgrößen danach bemessen werden, wo die Tiere fressen, trinken und schlafen. Und da dies alle Tiere tun, egal ob freilaufend oder Bodenhaltung, ist für alle ein Stallplatz vorhanden. „Ich habe zum Glück eine überdachte Auslauffläche, wo ich die Hühner laufen lassen kann. So müssen sie nicht auf Tageslicht verzichten“, sagt der Geflügelbauer. Hansen rechnet damit, dass der „Spuk“ circa zwei Monate andauern wird. Für ihn stellt sich die Frage, wie lang die Eier als „Freilandeier“ verkauft werden dürfen. „Um solche Dinge muss man sich dann immer kümmern, da bleibt nicht aus.“

Im Januar werde der Stall ohnehin einmal entleert: „Dann wird der ganze Bestand an eine Schlachterei verkauft und der Stall wird grundgereinigt.“

zur Startseite

von
erstellt am 11.Nov.2016 | 05:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen