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Sylter Rundschau

26. März 2017 | 05:40 Uhr

Luftfahrt : Sylter Flughafen im Aufwind

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Trotz entfallener Direktflüge nach Berlin und Münster-Osnabrück erwartet Geschäftsführer Peter Douven deutlich mehr Passagiere

Mit dem Schiff, dem Auto, der Bahn – viele Wege führen nach Sylt. Allerdings bereiten nicht alle uneingeschränkt Freude – auf den Autobahnen im Norden wird gebaut, bei der Bahn-Anreise sind unliebsame Überraschungen an der Tagesordnung. Daher gewinnt die Anreise mit dem Flugzeug immer mehr an Bedeutung. In der neuen Saison kommen Fluglinien nach Köln, Bern und Basel hinzu, aber mit Berlin und Münster-Osnabrück fallen auch zwei Direktflugziele weg.

„Mit den neu akquirierten Flugverbindungen bin ich sehr zufrieden,“ sagt der Sylter Flughafen-Chef Peter Douven. „Kein deutscher Regionalflughafen verfügt über ein ähnlich dichtes innerdeutsches Netz wie der Flughafen Sylt.“ Dieses Netz sei gerade um wichtige touristische Quellgebiete erweitert worden.

„Die weggefallenen Verbindungen aus Berlin und Münster sind durchaus zu verkraften,“ glaubt Peter Douven. Die Fluglinie der Air Berlin zwischen Sylt und der Hauptstadt sei seit einigen Jahren in der Auslastung zu schwach gewesen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. „Aber vielleicht lässt sich hier in der Zukunft mit anderen Produkten und damit auch Preisen, die Nachfrage auf ein sinnvolles Niveau bringen und die Linie wieder aufnehmen.“

Keine große Überraschung war für den Airport-Chef auch die Entscheidung von Rhein-Neckar Air, die erst im Mai 2016 aufgenommene Linie zwischen Münster-Osnabrück und Sylt wieder zu streichen – auch hier schwächelte die Nachfrage nach Plätzen in den drei Dornier DO328 der Mannheimer Fluggesellschaft. „Die Preise waren wegen der vergleichsweise kleinen Maschine notwendigerweise relativ hoch und für Münster offensichtlich zu hoch,“ bilanziert Peter Douven. Stattdessen fliegt Rhein-Neckar Air ab 5. April 2017 neben Mannheim auch Nürnberg an – Air Berlin hat das Ziel in Mittelfranken im vergangenen Jahr aus dem Flugplan gestrichen.

Ganz neu auf dem Tinnumer Flughafen sind die Airbus A319 der Lufthansa-Tochter Eurowings. Die lila-blauen Maschinen fliegen Sylt zwischen dem 26. März und 27. Oktober 2017 an – meistens dreimal pro Woche, donnerstags, freitags und sonntags. Die Preise auf der Eurowings-Homepage liegen meistens zwischen 40 und 110 Euro pro Flug. 120 bis 140 Passagiere finden im A319 der Eurowings Platz.

Einzige Ganzjahresverbindung ist das Air-Berlin-Angebot zwischen Düsseldorf und Sylt. Ansonsten bedient Air Berlin künftig noch die Strecken nach Stuttgart, Zürich und München. Die bayrische Landeshauptstadt steht auch auf dem Flugplan der Lufthansa – vom Sylter Terminal 1 geht es mit der größten deutschen Fluggesellschaft zu den Lufthansa-Hubs nach Frankfurt und München.

Im Juni 2017 beginnen zwei Schweizer Airlines mit dem Liniendienst nach Sylt. Swiss tritt auf der Linie zwischen Sylt und Zürich in Konkurrenz zu Air Berlin, und Skywork Airlines fliegt von Bern aus über Basel auf das Tinnumer Flugfeld. Skywork Airlines bedient die Linie in der Sommersaison zwischen dem 3. Juni und dem 14. Oktober.

Im vergangenen Jahr starteten und landeten 143  145 Passagiere auf dem Sylter Flughafen – das sind rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Douven begründet den Rückgang mit den frühen Osterferien sowie mit reduzierten Sitzkapazitäten aller Anbieter – in der Luftfahrt herrscht ein starker Wettbewerb, der die Airlines zu ständigen Anpassungen zwingt. „Genau diese Prozesse haben zu zweijährigen Akquisitionen und den nun vorliegenden Ergebnissen mit neuen Anbietern geführt“, sagt Douven. Für das Jahr 2017 rechnet der Flughafen-Chef nach derzeitigem Planungsstand mit einem deutlichen Aufschwung: Rund 175  000 Passagiere könnten den Weg über den Sylter Flughafen wählen.

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erstellt am 18.Mär.2017 | 04:53 Uhr

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