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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 15:26 Uhr

Nordseeklinik Westerland : Sylt: Verwirrung um Asklepios-Neubauten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Unternehmen will zehn Millionen für Rehaklinik-Gebäude und Mitarbeiterwohnungen investieren. Offizieller B-Plan liegt allerdings noch nicht aus

Für etwas Verwirrung auf der Insel sorgte am Montag eine Pressemitteilung des Konzerns Asklepios Kliniken, dass auf dem Gelände der Nordseeklinik ab 2017 die Errichtung von zwei Neubauten geplant sei. Der Grund: Erst am Montagabend stand das Thema auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Sylt.

Der Entwurf des Bebauungsplanes sowie der ortsübliche Auslegungsbeschluss waren also zum Zeitpunkt der Bekanntmachung nicht offiziell von der Selbstverwaltung gebilligt. Deshalb wollte sich auch Nikolas Häckel am Montag nicht zu dem Plänen von Asklepios äußern: „Dies würde der Entscheidung der Politik vorgreifen“, so der Bürgermeister auf Anfrage der Sylter Rundschau. „Lassen Sie uns doch erstmal abwarten, wie sich der Ausschuss tatsächlich entscheidet.“

Ziel der Errichtung eines neuen Klinikgebäudes sowie eines Mitarbeiterwohnhaus Gelände der Nordseeklinik ist laut Asklepios die weitere Entwicklung und Sicherung des Standortes Sylt sowie die Gewinnung von Mitarbeitern durch eine Verbesserung des Wohnraumangebotes. Die Gesamtinvestitionssumme für das Vorhaben beträgt fast zehn Millionen Euro und soll komplett aus Eigenmitteln des Konzerns finanziert werden.

Konkret geplant ist der Neubau eines Klinikgebäudes – „Strandhaus“ genannt – mit insgesamt 71 Betten für die Rehabilitation mit einem Investitionsvolumen von 8,2 Millionen Euro sowie die Errichtung eines Wohnhauses für Mitarbeiter („Stadthaus“) mit zwölf Wohneinheiten. Hierbei kalkuliert Asklepios mit einem finanziellen Aufwand von 1,66 Millionen Euro.

„Die bauliche Weiterentwicklung des Standortes Sylt ist ein klares Statement von Asklepios für die Zukunftsorientierung der Asklepios Nordseeklinik sowohl in der Akutversorgung der Einwohner und Gäste als auch für den Ausbau und die Festigung des Rehabilitationsstandortes Sylt“, erklärt Dr. Thomas Wolfram, Unternehmensvorstand der Asklepios Kliniken GmbH.

Der Neubau für die Rehabilitation, das so genannte „Strandhaus“, soll über insgesamt 71 Betten sowie mehrere Veranstaltungs- und Therapieräume verfügen. „Der Neubau wird die bestehende Rehabilitationsklinik ergänzen und höchsten Ansprüchen in Unterbringung und Betreuung von Rehabilitationspatienten gerecht werden“, kündigen die beiden Geschäftsführer der Asklepios Nordseeklinik, Juliane Wille und Dr. Ulrich Wenning, an.

Das jetzt noch bestehende Gebäude, welches unter anderem Tagungsräume und die Medizinische Trainingstherapie beherbergt, soll hierfür abgerissen werden. Der Neubau erstrecke sich über drei Etagen plus Dachgeschoss mit rund 3400 Quadratmetern Fläche und gliedere sich harmonisch zwischen zwei in jüngster Vergangenheit bereits renovierten beziehungsweise neu gestalteten Gebäuden der Rehabilitationsklinik im Norden des Geländes ein. „Für die Patienten in der Rehabilitation entstehen dadurch noch kürzere Wege und eine weitere Angleichung des bereits jetzt schon hohen Ausstattungsstandards“, erläutert Klinik-Geschäftsführerin Juliane Wille.

Der Neubau für die Mitarbeiterwohnungen im „Stadthaus“ auf dem südwestlichen Teil des Klinikgeländes biete den Mitarbeitern der Nordseeklinik zukünftig, in Erweiterung bestehender Angebot, hochwertigen und bezahlbaren Wohnraum, heißt es von Asklepios.

Die insgesamt geplanten zwölf Wohneinheiten erstrecken sich über zwei Etagen mit einem Dachgeschoss und bestehen aus zwei 153 Quadratmeter großen Fünf-Zimmer-Wohnungen im Erdgeschoss mit Terrasse sowie zehn zwei- und zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 40 und 50 Quadratmeter groß sind. Insgesamt würde somit zusätzlicher Wohnraum mit einer Gesamtfläche von etwa 750 Quadratmeter enstehen.

Die Rehabilitationsabteilung der Nordseeklinik biete in den Fachbereichen Pneumologie, gynäkologische Onkologie, Dermatologie und Orthopädie hochwertige Rehabilitation kombiniert mit den Vorzügen der Klimatherapie. Insgesamt stünden nach der Fertigstellung des neuen Strandhauses unverändert mindestens 290 Betten der Rehabilitationsklinik zur Verfügung – dies jedoch mit einem deutlich höheren Unterbringungsstandard sowie mit verbesserten Bedingungen für die Betreuung der Patienten. „Das Akutkrankenhaus wird durch diese Baumaßnahme nicht beeinträchtigt“, betont Klinik-Geschäftsführer Ulrich Wenning. „Im Gegenteil: Es profitiert von der Attraktivität des Reha-Angebotes, insbesondere durch die Verbesserung des Wohnungsangebotes für unser Personal.“

Das Areal der Nordseeklinik wurde im Juni 2015 auf Druck der Politik überplant. Damit sollten die Akutversorgung gesichert und die Anzahl der Reha-Betten auf maximal 300 begrenzt werden. Diese Anforderungen erfüllen die jetzt bekannt gewordenen Pläne von Asklepios. Nach wie vor ein Dorn im Auge sind den Gemeindevertretern jedoch so genannte Gesundheitsarrangements, die ihrer Ansicht nach nicht mit einer medizinischen Versorgung zu vereinbaren seien.
 

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erstellt am 15.Nov.2016 | 05:30 Uhr

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