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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:45 Uhr

Mehr Dauerwohnraum : Sylt gibt Vollgas für neue Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Sonnabend findet inmitten der Wohnhäuser auf dem Bastianplatz ein großes Fest statt. Gemeinde gibt Flüchtlingswohnungen an KLM zurück.

Am Sonnabend wird eines der zurzeit größten Wohnungsbauprojekte der Gemeinde Sylt offiziell eingeweiht: Unter dem Motto „Ein Ort der Gemeinschaft im Wandel – Ein Sportplatz wird Zuhause“ lädt das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) in der Zeit von 12 bis 16 Uhr auf den Bastianplatz in Westerland ein. Alle künftigen Bewohner der Genossenschaftsbauten, der KLM-Mietwohnungen und der Lebenshilfe sind ebenso herzlich zu der bunten Feier eingeladen wie interessierte Bürger und Repräsentanten aus Politik und Verwaltung.

Passend zu dem bevorstehenden Event informierte KLM-Chef Marcus Kopplin am Montagabend im Wohnungsbauausschuss über die aktuellen Projektstände und die Tätigkeitsschwerpunkte des kommunalen Unternehmens. Im Rathaussaal zogen außerdem Christa Markmann und Michael Matz, die beiden Vorstände der Genossenschaft Bastianplatz, ein Fazit der fast dreijährigen Bauzeit für ihre 40 Wohnungen. Nach knapp neun Monaten Verzug – vor allem wegen leider mangelhaft ausgeführter Dacharbeiten – sei aktuell knapp die Hälfte der Wohneinheiten belegt, so Matz. Bis Ende Oktober sollen dann sämtliche Mieter eingezogen sein. Allerdings müssten sie in ihrem neuen Zuhause einige Zeit mit „kleinen Einschränkungen“ klarkommen: Die Arbeiten in den Außenanlagen müssten noch durchgeführt werden, auch wären die Fahrstühle bisher nicht funktionsbereit.

Einen Monat später, ab 1. November, werden die ersten drei KLM-Bauten an die Mieter übergeben, teilte Marcus Kopplin mit. Die anderen drei Häuser sollen dann zum 1. Dezember bezugsfertig sein. Bei dem Fest am Sonnabend hätten alle Neugierigen die Gelegenheit, die Gebäude vom Keller bis zur Dachterrasse kennen zu lernen. Allerdings seien alle 60 KLM-Wohnungen auf dem Bastianplatz bereits vergeben. Das Gleiche gilt für die Genossenschaftswohnungen: Derzeit gäbe es auch keine Warteliste – dies läge aber wohl vor allem an den hohen Mitglieder-Einlagen von 400 bis 700 Euro je Quadratmeter, mutmaßt Christa Markmann von der Wohnungsgenossenschaft Bastianplatz.

Doch auf dem Bastianplatz entsteht noch mehr Dauerwohnraum: zum Beispiel die 20 Wohneinheiten in einem Erweiterungsbau der „Lebenshilfe Sylt“, der ebenfalls vom KLM errichtet wird. Drei Wohnungen werden rollstuhlgerecht ausgestattet, vier zu je zwei Wohngruppen zusammengeführt, erläuterte Kopplin. Derzeit laufen die ersten Bauvorbereitungen auf dem Westteil des Bastianplatzes, bezugsfertig sein sollen die Wohnungen im September 2017. Etwa zeitgleich könnten auch die Gebäude auf Erbpachtbasis im südöstlichen Teil fertig sein – die Baugenehmigung läge jetzt vor, so der KLM-Chef. Die zehn Reihenhäuser würden von dem kommunalen Unternehmen allerdings nur ausbaufähig erstellt. Die Innengestaltung und -arbeiten wie Raumaufteilung, Einsatz von Materialien oder Einrichtung von Küchen und Bädern seien dann Sache der jeweiligen Pachtnehmer.

Aber auch an anderen Standorten im Gemeindegebiet werden Wohnungsbauprojekte mit Vollgas vorangebracht. Die 32 Wohnungen in der Apenrader Straße, Ecke Kollundweg am Schulzentrum sind bereits alle bezogen. Als nächstes auf der Agenda von 275 Wohnungen, die KLM aktuell „am Wickel“ habe, so Kopplin, stünde der Neubau von 72 Einheiten in der Königsberger Straße. Dies sind 24 mehr als bisher geplant, weil ein abgängiger Block hinzugekommen ist, der ursprünglich für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen war. Sukzessive habe er ein Wohnungskontingent an KLM zurückgegeben, erklärte Nikolas Häckel auf Anfrage der Sylter Rundschau. Die vom Kreis avisierten Flüchtlingszahlen seien in der Vergangenheit nicht erreicht worden, neue Prognosen gäbe es nicht. „Die Vorhaltekosten für eine mögliche Unterbringung sind nicht über Kreis, Land oder Bund refinanzierbar und belasten den Gemeindehaushalt. Wegen der dauerhaft geringen Flüchtlingszahlen wird das Unterbringungskontingent auf rund 300 Plätze reduziert“, so der Bürgermeister. „Ich kann nicht verantworten, dass nicht refinanzierte Vorhaltekosten weiter unsere Finanzkontingente reduzieren.“ Derzeit befänden sich in der Gemeinde Sylt 236 Flüchtlinge sowie im Amtsgebiet der Insel weitere zwölf Personen, teilte Häckel mit.

Drei Projekte mit zirka 80 Dauerwohnungen befinden sich aus unterschiedlichen Gründen in der Warteschleife. Zu den Reihenhäusern an der Morsumer Kirche laufen weiter die Gespräche mit dem Kreis wegen dessen Denkmalschutzbedenken, sagte der KLM-Chef. In der Hans-Böckler-Straße, wo drei Wohnhäuser entstehen sollen, wurden überraschend Siedlungsreste gefunden, die den Baubeginn aber nicht verzögern werden, so Kopplin. Komplizierter könnte es mit dem KLM-Bau von Reihenhäusern für Landesbedienstete in Tinnum werden: Dort hat der Kreis jetzt festgestellt, dass es sich bei den Flächen um möglicherweise schützenswerte Geotope handelt.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 05:12 Uhr

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