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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Flughafen : Sylt: Ferienhausbesitzer wehren sich gegen Fluglärm

vom

Urlaubsstimmung? Bei dem Lärm kaum möglich, meinen Sylter Ferienhausbesitzer. Der Streit wird seit heute in Schleswig verhandelt.

Sylt/Schleswig | Zehn Eigentümer von Ferienimmobilien auf Sylt klagen vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Schleswig wegen Lärmbelästigungen durch den Sylter Flugplatz. Sie wollen in den Berufungsverfahren erreichen, dass die derzeit maximal zulässige Dezibel-Zahl reduziert wird. Hilfsweise verlangen die Kläger Geld für Schallschutz-Wände. Am Montag wurden zwei Fälle verhandelt - der eines Hausbesitzers aus Keitum und einer aus Wenningstedt. Beide Orte liegen in der Nähe des Flugplatzes.

Fluglärm? Gibt es nicht nur rund um Hamburg, sondern auch in der Provinz. Jetzt ist der Streit zwischen Anwohnern und dem Sylter Flughafen am OLG angekommen - und die Zahl der Starts und Landungen rückläufig.

Der Vorsitzende Richter des 17. Zivilsenats stellte gleich die Frage nach der Entwicklung der Starts und Landungen. Gutachterliche Erkenntnisse darüber gebe es nur bis 2012. „Wir haben aber das Jahr 2016.“ Nach Angaben des Geschäftsführers der beklagten Betreibergesellschaft war das beste Jahr - was Frequenz und Passagierzahlen angeht - 2011. Seitdem seien die Zahlen rückläufig. 2015 wurden etwa 155.000 Passagiere gezählt, 2011 waren es noch rund 210.000. Der Flughafen werde überwiegend von kleinen Flugzeugen angeflogen, seltener von größeren Maschinen wie der Boeing 737 oder Airbus 319.

Der Anwalt der Klägerseite sagte, die Klagen seien 2008 eingereicht worden, weil Anwohner nach der Sanierung der Hauptstartbahn im Jahr 2006 einen rasanten Anstieg der Flüge mit großen Maschinen und entsprechendem Lärm befürchteten. Seine Mandanten berichteten aber auch, dass der Lärm im Vergleich zum Zeitpunkt der Einreichung der Klage weniger geworden sei. Dies könne sich aber künftig wieder ändern. Die Kläger selbst waren nicht erschienen.

Der Flughafen hatte bereits vom Oberverwaltungsgericht Auflagen erhalten, die einem faktischen Nachtflugverbot gleichkommen. Zudem muss tagsüber eine Lärmpegelgrenze von 60 dbA eingehalten werden, wie der Vorsitzende Richter sagte. Entsprechende Lärmmessstationen sollen laut Betreiber im Mai aufgestellt werden. Wird der Grenzwert überschritten, ist der Betreiber einem OVG-Urteil zufolge verpflichtet, passiven Lärmschutz mitzufinanzieren. Die Kläger halten eine weitere Absenkung auf 55 dbA für wünschenswert.

„Im Moment würde das wohl keine Auswirkungen (auf den Betrieb) haben“, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Er machte aber deutlich, dass die derzeitigen Zahlen nicht zufriedenstellend seien und er einen Anstieg auf die Zahlen von 2011 anstrebe. Dann könnte es sein, dass 55 dbA zu knapp bemessen seien. Seiner Ansicht nach habe der Betreiber kaum Spielräume, aktiven Lärmschutz zu betreiben. Dies sieht die Gegenseite anders.

Es sind noch weitere Klagen an mehreren Zivilsenaten des OLG anhängig. Obwohl es in allen zehn Verfahren um dasselbe Thema geht, werden sie jeweils einzeln zu verschiedenen Zeitpunkten vor fünf verschiedenen Senaten verhandelt. „Wir hätten die Klagen natürlich gern zusammengefasst und die Zuständigkeit an einer Stelle gebündelt – aber leider gibt die Prozessordnung das nicht her“, erklärt Armin Teschner, einer der mit den Sylter Fällen betrauten Senats-Vorsitzenden.

Er und auch OLG-Sprecherin Frauke Holmer unterstreichen, „dass die Urteile durchaus unterschiedlich ausfallen könnten“. Schließlich hätten die Kläger ganz verschiedene Grundstücke. Deren Lage könne eine entscheidende Rolle spielen. Beide Richter machten deutlich, dass sich die Kläger nicht darauf berufen könnten, beim Erwerb ihrer Immobilie mit überhaupt keinen Beeinträchtigungen durch Flugzeuge gerechnet zu haben.

Auch das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht haben sich bereits mehrfach mit dem Flughafen befasst. In den aktuellen Fällen will das Oberlandesgericht seine Entscheidung voraussichtlich am 13. Mai mitteilen.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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