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Sylter Rundschau

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

30 Jahre Friesensaal in Keitum : Sylt feiert seinen Friesensaal

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

30 Jahre Friesensaal, fünf Jahre Kulturhaus und 110 Jahre Söl’ring Foriining: Mit einem bunten Programm feierten die Sylter gleich drei Jubiläen.

Eine Dame stand am Sonnabend im voll besetzten Saal bei den Feierlichkeiten besonders im Fokus, war aber gar nicht anwesend: Die Rede ist von Paula Hansen, der Sylterin, die von 1914 bis zum Jahr 2000 lebte und den Friesensaal vor 30 Jahren den Syltern gestiftet hat.

Silke von Bremen, auf der Insel hauptsächlich bekannt als Gästeführerin, eröffnete den offiziellen Teil mit einer kleinen Festrede, erzählte dem Publikum im Schnelldurchlauf das Leben der gebürtigen Morsumerin Hansen, die später nach Keitum zog. Nachdem 1978 der letzte Festsaal im Landschaftlichen Haus Ferien-Appartements weichen musste, wollte die gelernte Krankenschwester in Keitum wieder einen Ort schaffen, an dem gemeinschaftliches Leben stattfindet, Vereine eine Heimstätte haben, Petritag und Familienfeiern gefeiert werden können. Auch wenn der Friesensaal in den letzten 30 Jahren ein teilweise tristes Dasein fristete, hätte die als „sehr spröde“ geltende Hansen heute ihre Freude daran, wie Birgit Damer und ihre Mitstreiter vom Kulturhaus Sylt e.V. diesen Ort in den letzten fünf Jahren zu neuem Leben erweckt haben. Von Bremen sprach einen Toast auf die letzten 30 Jahre Füreinander im Keitumer Kulturbetrieb aus in der Hoffnung, dass hier auch in den nächsten 30 Jahren ein Ort zur Verfügung steht, an dem das Miteinander zugunsten von Kunst, Kultur und Brauchtum im Vordergrund steht.


Heimstätte für Gemeinschaft, Vereine, Kunst und Kultur


Die Kulturhaus-Vorsitzende Birgit Damer betonte in ihren Moderationen immer wieder die Wichtigkeit des Engagements und das Interesse aller Sylter, um den Kulturbetrieb am Laufen zu halten. „Besuchen Sie unsere Veranstaltungen, bringen Sie sich ein, übernehmen Sie Patenschaften“, lautete ihr Appell ans Publikum. „Einfach mal von diesem blöden Fernseher loseisen“ sagte sie unter Beifall, „weil alles, was hier stattfindet und wo Menschen zusammen kommen, macht das Herz auf.“ Weiterhin betonte Damer die Wichtigkeit, Nachwuchs für die Kulturarbeit zu motivieren, weil ohne frisches Blut auch das eifrigste Engagement irgendwann verstaubt.

Von offizieller Stelle kamen ebenfalls Glückwünsche: Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Carsten Kerkamm, übermittelte auch im Namen von Bürgervorsteher Peter Schnittgard und Bürgermeister Nikolas Häckel Glückwünsche zu gleich drei Jubiläen und betonte die Wichtigkeit des Friesensaals : „110 Jahre Söl’ring Foriining, 30 Jahre Friesensaal, fünf Jahre Kulturhaus - diese Kombination von Tradition und Gastronomie ist wichtig für Sylt und uns Sylter.“


Theater im Kleinformat: Die Puppenbühne der Söl’ring Foriining


Im Anschluss gab es Theater im Kleinformat: Die Puppenbühne der Söl’ring Foriining führte ein Stück in zwei Akten von C.P. Hansen auf. Dass bei lustigen Pointen nur sehr vereinzelt gelacht wurde war der Tatsache geschuldet, dass die zehn Puppenspieler auf Sölring sprachen. Eine beachtliche Kunst wenn man bedenkt, dass sich die Künstler einerseits auf die Puppen und zugleich auf eine Sprache konzentrieren mussten, die nicht Muttersprache ist.

Anschließend dankte die erste stellvertretende Vorsitzende der Söl’ring Foriining, Maren Jessen, dem Kulturhaus für die Möglichkeit, im Friesensaal eine Heimstätte samt regelmässiger Auftritte für das Puppentheater gefunden zu haben.

Nach so viel Kultur, Geschichte und Theater war auf der Bühne erst einmal Pause, viele Gäste labten sich am Buffet, wo Pasta, Bayerischer Leberkäse, Erbsensuppe mit Kohlwurst und andere Kleinigkeiten zur Stärkung warteten.

Die musikalischen Clowns der „Roten Nasen“ - Helmut Dethlefs am Klavier, Inge Dethlefs und Stefan Hartmann als sprechende und singende Mimen - hatten musikalische Klassiker mit eigenen Texten versehen und würdigten darin die Stifterin Hansen und die Kulturarbeit im Friesensaal - das Publikum nahm die Aufforderung zum Mitsingen dankend an.

Der letzte musikalische Live-Act an diesem bunten Abend war die Sängerin Synje Norland. Bei ihren gefühlvoll gesungenen Folk-Songs, zu denen sie sich auf der Gitarre begleitete, hätte man in den Atempausen der Sängerin eine Stecknadel fallen hören können - so sehr zog sie das Publikum in ihren Bann.

Die Zuschauer waren begeistert, so auch Dieter Juers aus Westerland : „Ich mag den Friesensaal, ich mag die Arbeit vom Kulturhaus und ich freue mich über das Jubiläum. Der Friesensaal hat lange genug schlechte Zeiten gehabt, ich sehe diesen Abend als Start in eine neue Zukunft und hoffe, dass die Kultur hier für lange Zeit ein zuhause gefunden hat“

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