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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

TOURISMUS : Streit um 50 Cent Toilettengebühr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Rantumer Hauptstrand müssen Badegäste für die Toilettennutzung in der „Strandmuschel“ zahlen

Ein dringendes Bedürfnis am Rantumer Hauptstrand – dafür müssen Badegäste in dieser Saison erstmals zahlen. Wer die nächstgelegenen Toiletten in der „Strandmuschel“ ansteuert, wird von einem an die Tür geklebten Zettel darauf hingewiesen, dass die Toilettenbenutzung für Strandgäste 50 Cent kostet – zu entrichten an den Münzautomaten, die an den Toilettentüren angebracht sind. Geld für die Notdurft – das stößt einigen Gästen sauer auf. „Hab ich dafür nicht schon mit meiner Kurtaxe bezahlt?“, fragt sich etwa Gerlinde Bittner aus dem oberfränkischen Hof.

Im Prinzip ja – die Toiletten an fast allen Strandabschnitten der Insel sind kostenlos, wie eine Umfrage unserer Zeitung unter den Sylter Tourismusservices ergeben hat. In Wenningstedt zum Beispiel können kleine und große Bedürfnisse überall umsonst erledigt werden. „Wir haben an jedem Strandübergang öffentliche Toiletten, außerdem im Kurhaus und am Dorfteich“, sagt Tourismuschef Henning Sieverts, „und die sind alle kostenfrei – das ist unser Service für die Gäste.“ Kampen hält es genauso – alle öffentlichen WCs sind kostenlos. Ähnlich in List: Dort gäbe es vier öffentliche kostenlose Toiletten sowie Dixi-Klos an allen Strandzugängen, erläutert Boris Ziegler. „Die einzige gebührenpflichtige Toilette befindet sich im Alten Zollhaus am Hafen“, so der Lister Kurdirektor. „Der Nutzungsgrad und damit auch der Reinigungsaufwand ist extrem hoch. Deshalb müssen wir dort leider Geld verlangen.“

Doch am Rantumer Hauptstrand liegt der Fall anders: Die „Strandmuschel“ ist im Gegensatz zu anderen „Strandversorgern“ an der Sylter Küste kein Pachtbetrieb eines kommunalen Tourismusdienstes. Besitzer Sven Rurup hat das Gebäude am Strandübergang seit Ende letzten Jahres von seinem Vorgänger Christian Ludwigsen gepachtet – also ein privates Pachtverhältnis. Bis zum Umbau habe sich die Gemeinde finanziell an den Kosten für die WCs beteiligt. Rurup ist mit der Toilettengebühr selbst nicht glücklich, aber die Kosten für das Personal, für Wasser und Abwasser hätten ihm keine andere Wahl gelassen. Kosten, auf denen er sonst allein sitzenbleibt – einen Zuschuss aus der Kurtaxe gibt es nicht. Aber selbstverständlich sei die Toilettenbenutzung für Gäste seiner „Strandmuschel“ kostenlos – sie können sich an der Bar eine Plastikmünze geben lassen.

Doch was macht nun ein Badegast in Rantum, der kein Geld dabei hat oder partout nicht zahlen will? Gerlinde Bittner befürchtet Schlimmes – viele Touristen könnten ihre Notdurft hinter dem Kiosk oder am Strand verrichten. „Der Strand wird zur Kloake, wenn man das zu Ende denkt“, befürchtet sie. Daher habe sie das Kreisgesundheitsamt informiert. „Die wollen sich kümmern.“

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erstellt am 11.Aug.2016 | 04:49 Uhr

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