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Sylter Rundschau

02. Dezember 2016 | 23:26 Uhr

Sylter Schlaglöcher : Straßen in der Gemeinde Sylt sollen saniert werden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Neues Konzept soll dafür sorgen, dass ausgewählte Straßen in der Gemeinde Sylt komplett neu gemacht werden. Nächstes Jahr soll es losgehen

Die Straßen in der Gemeinde Sylt sollen besser werden. Dazu haben die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses am Montagabend einem Straßenausbaukonzept zugestimmt, das insgesamt 40 Straßen in den sieben Ortsteilen umfasst. Der Ausschuss empfiehlt dem Finanzausschuss sowie der Gemeindevertretung für den Gemeindeanteil am Straßenausbau jährlich mindestens 500  000 Euro zur Verfügung zu stellen. Für das kommende Jahr werden sogar 750  000 Euro empfohlen – das haben die Mitglieder einstimmig beschlossen. In rund 20 Jahren sollen die Straßenabschnitte auf der Liste wieder frisch sein.

„Das Straßennetz der Gemeinde Sylt weist eine Vielzahl von nicht mehr sanierungsfähigen Straßen auf“, sagt Verkehrsplaner Brudnitzki. Die Verkehrssicherheit dieser Straßen sei im Moment nur unwirtschaftlich und mit ständig steigenden Summen für den Unterhalt zu erreichen. „Nur durch den kontinuierlichen grundhaften Ausbau von Straßen kann diese Entwicklung gestoppt werden“, heißt es weiter. Wenn die betreffenden Straßen einmal komplett neu würden, sänken irgendwann auch die Unterhaltungskosten, sagt Reiner Brudnitzki. „Immer nur frischen Asphalt auf die Straßen zu schmieren, hilft langfristig überhaupt nicht.“

Die 40 Baumaßnahmen sollen insgesamt rund 26 Millionen Euro kosten. „Auf der Grundlage der derzeitigen Ausbaubeitragsatzung beträgt der entsprechende Gemeindeanteil rund zehn Millionen Euro“, heißt es von den Konzeptentwicklern. „Allein für die Projekte, die für 2017 vorgesehen sind, reicht das Geld nicht“, kritisierte Gerd Nielsen (SPD), „wir müssen uns auf einen anderen Betrag einigen, oder auf Projekte verzichten“. Maria Andresen, die Vorsitzende der Fraktion Bündnis90/Grüne auf Sylt, sieht das ähnlich. Sie beantragte daraufhin noch während der Sitzung, die Summe für das kommende Jahr um die Hälfte auf 750  000 Euro zu erhöhen. Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt dämpfte jedoch ihren Vorstoß: „Über die 500  000 Euro pro Jahr hinaus wird nicht viel möglich sein“, sagte Nikolas Häckel. Gerne könnten die zusätzlichen Gemeindemittel aber dem Fachausschuss vorgeschlagen werden – dann müsse man schauen, „was dort entschieden und genehmigt wird“.

Die Höhe des Anteils, den die Gemeinde für die einzelnen Straßenabschnitte zahlen muss, variiert. Bei einer reinen Sanierungsmaßnahme – zum Beispiel, wenn die Asphaltdecke erneuert wird – übernimmt die Gemeinde die vollen Kosten. Handelt es sich um eine Anliegerstraßen, bezahlt die Gemeinde rund 35 Prozent, den Rest müssen alle Anwohner der entsprechenden Straße finanzieren.

Die geplanten Ausbaumaßnahmen sind in 34 verschiedene Prioritäten unterteilt: An welcher Stelle auf der Liste eine Straße steht, hänge unter anderem davon ab, in welchem Zustand sich der Anschnitt befände, erklärt Reiner Brudnitzki. Außerdem würden in Westerland zum Beispiel zunächst die Stellen im Kerngebiet – also dort, wo grundsätzlich mehr Fahrrad- und Autoverkehr ist – neu gemacht, bevor es an die Straßen im Außenbereich des größten Inselortes geht. An anderen Stellen, wie zum Beispiel in der Munkmarscher Chaussee in Keitum, wo der Kreis Nordfriesland sowieso gerade baut, würden entsprechende Bauarbeiten aus praktischen Gründen einfach integriert – diese rückten daher automatisch weiter nach oben.

Einig waren sich die Mitglieder des Bauausschusses darüber, dass die Tabelle – insbesondere deren Reihenfolge – vor ihrer endgültigen Umsetzung dringend überarbeitet werden muss. Das sei bereits zuvor auch so geplant gewesen, sagt Reiner Brudnitzki. Vor allem, weil einige Projekte noch gar nicht in den Planungen auftauchten. „Jedes Jahr soll – auch in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Ortsbeiräten – neu entschieden werden, ob einzelne Projekte nach oben beziehungsweise nach unten auf der Liste rücken“, sagt der Verkehrsplaner.

Die Bauarbeiten an den sieben Straßen mit den Prioritäten eins und zwei sollen 2017 und 2018 umgesetzt werden: Als erstes soll unter anderen auf der K118 – vom Kreisverkehr in Keitum bis zur Kiesgrube Jacobsen in Munkmarsch – die Decke saniert werden. Oberste Priorität haben auch die Verkehrsanlagen an der Wohnbebauung in der Westerländer Hans-Böckler-Straße sowie die umfassende Sanierung der Dr.-Ross-Straße. In Letzterer ist seit Jahren der Asphalt aufgeplatzt und an vielen Stellen nur notdürftig geflickt. Es gibt zentimetertiefe Löcher, bei Regen bilden sich schnell große Pfützen.

Im übernächsten Jahr wollen die Planer die Einmündung Sönshörn in Munkmarsch sowie den Ingiwai in Keitum (siehe Foto) zwischen Gurtstig und der Straße Am Tipkenhoog in Richtung Ortsausgang nach Archsum frisch machen. Ganz unten auf der Liste stehen dagegen unter anderen der Borigwai in Tinnum zwischen Siilwai und Bahnstrecke, die Straße Üp Klef in Morsum, der Hoyerweg in Westerland zwischen Wenningstedter Weg bis zum Radweg an der Landesstraße 24, sowie an letzter Stelle der Max-Hansen-Weg in Westerland zwischen Osthedig und der Munkmarscher Chaussee.


Das gesamte Straßenausbaukonzept der Gemeinde Sylt ist im Internet öffentlich einsehbar unter https://westerland.more-rubin1.de/sitzungen_top.php.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 05:55 Uhr

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