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Sylter Rundschau

30. Juli 2016 | 13:06 Uhr

Preisverleihung in Berlin : Sterne des Sports: Sylt hat gewonnen, aber nicht gesiegt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der TSV Westerland belegt einen 4. Platz unter den Finalisten der „Goldenen Sterne des Sports“.

„Jeder Sportler will gewinnen, deshalb ist man natürlich auch ein bisschen traurig, wenn man nicht ganz vorne liegt“, gesteht Peter Schnittgard nach der sehr emotionalen Preisverleihung der „Goldenen Sterne des Sports“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Hauptstadt. Aber nicht Enttäuschung, sondern Freude waren nach der knapp anderthalbstündigen Veranstaltung Schnittgards bestimmendes Gefühl, „denn es ist großartig, dass wir zum zweiten Mal als Sylter Verein bis ins Finale nach Berlin gekommen sind. Das motiviert uns weiter in unserer Jugendarbeit".

Der Vorsitzende des TSV war gemeinsam mit weiteren Vereinskollegen und dem Chef der Sylter Bank, Michael Pietyra, nach Berlin gereist, um an der vielleicht wichtigsten Ehrung für die rund 90  000 ehrenamtlich geführten Sportvereine in Deutschland teilzunehmen. Die Rede ist von der zum 12. Mal vergebenen Auszeichnung „Sterne des Sport“, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), zu dem auch die Sylter Bank gehört, auslobt. Der TSV Westerland war dabei mit seinem Integrationsfußball Landessieger geworden und damit in das Finale um den Bundessieger gekommen.

Integration war das bestimmende Thema des Festaktes. Vereine, die sich unkonventionell und vor allem nachhaltig und erfolgreich um die Eingliederung von Flüchtlingen in ihren Dörfer und Städten bemühen, sind vielerorts zu finden. So ging dann auch der mit 10  000 Euro dotierte erste Preis, der Große Stern des Sports in Gold, an den VfL Bad Wildungen (Hessen), „weil er Flüchtlingen aus der ganzen Welt ein sportliches Zuhause bietet“. Dem „VfL ist gelungen, was auch uns auf Sylt gelingen sollte – nämlich ein umfassendes Angebot von Sport, Ausbildung und Betreuung. Das Konzept dafür liegt vor“, zeigte sich Bernd Frühling, der als Initiator des Sylter Integrationsfußballs ebenfalls und in Begleitung des Flüchtlings Abdihakiin Mohamed Abdurahman nach Berlin gekommen war, leicht zerknirscht, „aber wir sind trotzdem froh und stolz, dass wir heute in Berlin dabei sein konnten“.

Auch Michael Pietyra freute sich über das Erreichen der Finalistenrunde, sah die Entscheidung der Jury aber auch etwas kritisch, „denn das Sylter Angebot steht nicht nur schon seit 2012, es ist dem TSV mit dem FC United auch gelungen eine erfolgreiche Fußball aus Asylbewerbern und Flüchtlingen zu gründen.“ Der Vorsitzende der Sylter Bank betonte aber ebenso, dass „wir das sportlich nehmen. Grundsätzlich zielt unser Engagement auch nicht darauf, hier aufs Treppchen zu kommen. Es ist die Philosophie unseres Hauses, die Vereine vor Ort und damit das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen.“

Von den Vereinen als „sozialen Tankstellen“ und dem „Sport als Sprache, die jeder sofort versteht“ war in der von der ZDF-Sportredakteurin Katrin Müller-Hohenstein mit Angela Merkel und Alfons Hörmann, dem DOSB-Präsidenten, geführten Talkrunde viel die Rede. Die Kanzlerin, die mit geradezu frenetischem Applaus empfangen worden war, sah in der momentanen Situation, also der Flüchtlingskrise, die Ehrenamtlichen als wichtigste Stütze, „auf der sich der Staat nicht ausruht“, aber ohne die die „gewaltige Herausforderung nicht zu schaffen wäre“.

Unter den Vertretern der Vereine, die durch Angela Merkel mit den Sternen des Sports geehrt wurden, schlug der Kanzlerin spürbar Sympathie entgegen. Zum Ausdruck kam sie nicht nur in dem häufigen Applaus für ihre Äußerungen zum Thema Flüchtlinge, sondern auch in der spontanen Bemerkung des Vertreters vom Gewinnerverein VfL Bad Wildungen. „Frau Merkel, lassen Sie sich in Ihrem Kurs bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht beirren“, sagte der Vereinsvorsitzende. Auch dafür applaudierten die rund 300 Gäste im lichtdurchfluteten Foyer der DZ Bank am Pariser Platz.

„Es war eine sehr gelungene und inhaltsstarke Veranstaltung“, resümierte Hans-Jakob Tiessen als Präsident des Landessportbundes Schleswig-Holstein, der sich zwar auch einen der ersten drei Plätze für die Sylter gewünscht hätte. „Aber es ist ein großer Erfolg für den TSV Westerland, bei dieser erlesenen Schar dabei zu sein.“

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erstellt am 26.Jan.2016 | 18:43 Uhr

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