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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

Halle 28 auf Sylt : Startschuss für Sanierung der Halle 28

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mehrheit der Gemeindevertreter stimmte für Übertragung an Flughafen GmbH. Gegner scheiterten mit ihren finanziellen Bedenken.

„Die Würfel sind gefallen“ vermeldete Bürgermeister Nikolas Häckel gestern früh um 8 Uhr auf der Webseite der Gemeinde Sylt sowie auf Facebook zum mehrheitlichen Beschluss der Politik, die Hallen 25 und 28 auf dem Marinefliegerhorst an die Flughafen Sylt GmbH (FSG) zu übertragen. Allerdings wurden am Vorabend im Rathaussaal die Knobelbecher noch einmal aufs Heftigste geschüttelt und immer wieder mit teils neuen, überwiegend jedoch mit hinlänglich bekannten Argumenten gefüllt.

Für die CDU stellte Fraktionschef Wolfgang Jensen die bereits vom Hauptausschuss beschlossenen Anträge vor, beide Hallen inklusive Vorfeld zur Bewirtschaftung in den Besitz oder sogar in das Eigentum der Flughafen-Gesellschaft zu geben. Zum Erhalt sollen alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und in der Halle 28 alle Mängel beseitigt werden, die zur Nutzungsuntersagung des Kreises geführt hatten. Die Kosten dafür werden auf eine halbe Million Euro gedeckelt und von allen Gemeinden der Insel getragen. Außerdem soll die Halle weiter für den Katastrophenschutz und die Gefahrenabwehr genutzt werden. Letzteres unterstützt als eindeutiges Votum der Bürger auch die SWG, allerdings „geht für uns aus dem Bürgerentscheid die Übertragung der Hallen an die Flughafen GmbH nicht zwingend hervor“, betonte der Fraktionsvorsitzende Erik Kennel. Bisher wäre für seine Partei nur zu erkennen, dass damit das Baurecht schneller zu erreichen sei. Völlig unklar seien jedoch die Kosten, die steuerlichen Folgen sowie die künftige Nutzung der Halle 25. Der CDU-Antrag wäre „unqualifiziert“, so Kennel. Ihm sei schleierhaft, wie ausgerechnet Wolfgang Jensen als Vorsitzender des Finanzausschusses einen solchen „Blindflug“ beantragen könne.

In die gleiche Kerbe schlug Gerd Nielsen: „So können wir nicht entscheiden“, sagte der SPD-Fraktionschef. Mit einer Übertragung an die Flughafen GmbH verzichte die Selbstverwaltung auf ihre Rechte an den Hallen; faktisch würden mit diesem „Deal“ die Gestaltungsmöglichkeiten deutlich schwieriger. Nielsen regte erneut interfraktionelle Gespräche an. Vor einer Entscheidung müssten alle Kosten seriös ermittelt, sämtliche Nutzungen geklärt und von Bürgermeister Häckel endlich der Orga-Plan für den Katastrophenschutz vorgelegt werden. Auch die Grünen monierten: „Bevor wir entscheiden, wo die Hallen hingeschoben werden, wollen wir wissen, was das alles kostet“, so die Fraktionsvorsitzende Maria Andresen.


Kurswechsel des SSW sorgt für entscheidende Wende


Doch alles Argumentieren und Streiten – Mario Pennino (SWG) nannte den CDU-Antrag sogar „so absurd, dass es überhaupt nicht lohne, darüber auch nur nachzudenken“ – half nichts. Denn dem ehemaligen „S-plus-Grüne-Block“ der Abrissbefürworter fehlten am Ende die entscheidenden Stimmen des nach dem Bürgerentscheid ausgescherten SSW: Für seine Partei sei eine Übertragung der Hallen an die Flughafen GmbH der einzig machbare Weg, der schnell zum Erfolg führe, sagte der Fraktionsvorsitzende Klaus Jensen. In namentlicher Abstimmung entschieden sich schlussendlich 19 der anwesenden Gemeindevertreter für die CDU-Anträge, 14 stimmten dagegen.

Für Bürgermeister Häckel ist das Mehrheitsvotum der klare Auftrag, nunmehr mit FSG-Geschäftsführer Peter Douven die Modalitäten zur Übertragung der Hallen zu erarbeiten. Darüber hinaus sollen in der Halle 28 bis Ende August alle Mängel beseitigt werden, die zu der Nutzungsuntersagung des Kreises geführt haben. Landrat Dieter Harrsen habe bereits gestern „sehr formlos“ der Umsetzung der Sofortmaßnahmen zugestimmt, sagte Nikolas Häckel auf Anfrage der Sylter Rundschau. Dazu lägen Angebote des DRK vor, in Eigenleistung und -finanzierung, allerdings unter Bauleitung eines gemeindlichen Architekten, die dringlichsten Arbeiten durchzuführen. Dazu gehörten die Prüfung der Tore, deren sichere Nutzbarmachung und das Verschließen nicht genutzter Tore, erläuterte der Bürgermeister. Außerdem soll die Elektroverteilung geprüft und instandgesetzt werden. Die Räume in den Obergeschossen und in den südlichen Anbauten dürften allerdings gar nicht mehr genutzt werden, so Häckel.

Ein Freibrief zur Nutzung der Halle 28 sind diese Maßnahmen aber noch nicht: Auch wenn die Verfügung des Kreises aufgehoben werde, gelte bis zur Übertragung an den Flughafen das Baurecht und die bekannte städtebauliche Situation, sagte Bürgermeister Häckel. „Noch sind die beiden ehemaligen Flugzeughallen illegal und bedürfen einer flugverkehrsrechtlichen Genehmigung.“

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erstellt am 20.Aug.2016 | 05:28 Uhr

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