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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 16:41 Uhr

„Sprotte ist ein Mauerdurchbrecher!“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Galerie Sprotte präsentiert Bilder von Siegward Sprotte sowie Werke der internationalen Kunstszene

Mit Bedacht lehnt Galerist Armin Sprotte an diesem letzten Augusttag Siegward Sprottes Aquarell „Unverstellte Horizonte II“ an die Wand seiner Galerieräume in der Kampener Dorfstraße 1 und beginnt unvermittelt zu erzählen. Das Bild hat bereits eine lange Reise hinter sich, denn „es wurde 2011 in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im dortigen „Wuhan-Art-Museum“ gezeigt. Kuratiert vom dortigen Museum und innerhalb einer Werkschau von annähernd 100 Bildern einem an Sprottes Kunst über die Maßen interessiertem Publikum präsentiert.“ Allein 300 Besucher fanden sich seinerzeit bei der offiziellen Eröffnung ein, zu der eigens Kunstsachverständige aus der Hauptstadt Peking anreisten.

Was ist es nur, dass Siegward Sprottes Kunst bei den Chinesen auf eine so starke und außerordentliche Resonanz stoßen lässt? „Sprotte“, so der ehemalige Ministerpräsident Brandenburgs, Manfred Stolpe, „ist ein Mauerdurchbrecher!“ Das mag insbesondere für den fernöstlichen Raum gelten, knüpft Sprotte doch mit seiner Maltechnik in vielen seiner Werke an die kalligraphische Tradition des ostasiatischen Kulturraumes an. Sind es doch oftmals nur wenige, mit äußerst sparsamen Mitteln zu Papier gebrachte Zeichen oder Farbflächen als Ergebnisse und Erfahrungen seiner künstlerischen Deutung und Sichtweise von Natur und Welt schlechthin. Aber auch der abendländischen Kunstrezeption sind solcherart Werke und Maltechnik keineswegs fremd. Sie vermitteln vielen (nicht zwangsläufig allen) Betrachtern durchaus vertraute Eindrücke. Mit Recht darf darum von Sprottes in Ost und West gleichermaßen auf Interesse stoßender Kunst als einer „Weltkunst“ gesprochen werden.

Einmal zur endgültigen Zufriedenheit zu Papier gebracht, ist der Künstler zu keiner Überarbeitung oder Veränderung bereit. Ein Phänomen, das in der Kunstrezeption mittlerweile als „Sprottismus“ zu einem anerkannten, gar festen Terminus geraten ist. Eine Auswahl der dem chinesischen Publikum in Wuhan präsentierten Werke wird ab Oktober in der Kampener Galerie auch den heimischen Kunstinteressierten vorgestellt.

Der Kontakt nach China ist für Armin Sprotte keineswegs eine Einbahnstraße. Immer wieder zeigt er in seiner Galerie „Falkenstern Fine Art & Atelier Sprotte“ auch Werke chinesischer Künstler. Einer von ihnen: Liu Yonggang, der mit einer nicht zu übersehenden Skulptur am Kampener Strönwai bereits zu einem Begriff für Sylt geworden ist. Der 2015 mit dem 1. Preis auf der NordArt-Kunstmesse Ausgezeichnete wird mit seinen Skulpturen durch Armin Sprotte europaweit vertreten. In den gediegenen Galerieräumen in Kampen laden gleich mehrere Werke des Chinesen zum Verweilen, gar Meditieren ein. So „Ai yong“, das man wohl mit „Liebe – Umarmung – Zuneigung“ am treffendsten benennen darf. Sie mag manchen Besucher zu Vergleichen mit dem baskischen Künstler Eduardo Chillida anregen. Weist doch dessen (überdimensionale) Skulptur im Innenhof des Berliner Kanzleramtes mit all ihren Verschränkungen und Widerstrebungen eine starke Parallelität auf.


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erstellt am 05.Sep.2016 | 11:05 Uhr

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