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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 08:45 Uhr

Sylt : So kam die Insel zu ihren Wäldchen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Einst war Sylt mehr oder minder frei von Bäumen, bis an der einen oder anderen Ecke aufgeforstet wurde.

Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Sylt eine nahezu baumlose Insel; Chronisten berichteten, dass „die Häuser auf Sylt durch niedriges Gebüsch von Weiden und Flieder geziert wurden. Nur vereinzelt gab es in den Gärten auch Birnbäume.“ Erst durch gezielte Aufforstungen und Anpflanzungen entstanden an verschiedenen Stellen der Insel kleinere Wald- und Buschgebiete.


Erste Baumpflanzungen auf Sylt erfolgten 1767


Erste planmäßige Baumpflanzungen waren auf Sylt im Jahre 1767 erfolgt, als bei Kampen eine Vogelkoje zum Entenfang angelegt wurde. 1820 erwuchs in Keitum der erste Sylter Forst – ein Kapitän hatte von seinen Reisen Samen von Kiefern, Fichten, Birken und anderen Bäumen mitgebracht und eingepflanzt.

Später folgten weitere gezielte Aufforstungen, so unter anderem in den Jahren 1894 bis 1898, als der „Heidekulturverein Westerland“ im Norden Westerlands den Friedrichshain mit Hunderten von Nadelbäumen anlegte. In den 1950er Jahren wurde der dortige Baumbestand dann auf 20 Hektar vergrößert.

Der Friedrichshain mit seinem idyllischen, erst vor wenigen Jahren angelegten Biotop ist heute ein ebenso beliebtes Ziel für Spaziergänger wie am anderen Ende Westerlands das Südwäldchen mit seinem lauschigen Ententeich, der Urwald in List oder das Dünenwäldchen zwischen Wenningstedt und Kampen, um nur die bekanntesten zu nennen.

Eindrucksvoll ist auch die Baum-Landschaft rund um das Café „Kupferkanne“ an der Kampener Wattseite. Der langjährige Besitzer der Kupferkanne, der Bildhauer Günter Rieck, schuf hier sein botanisches Lebenswerk: Im Laufe von drei Jahrzehnten legte er eigenhändig eine 28  000 Quadratmeter große Parklandschaft mit Kiefern und Heidegewächsen an.


Strum„Anatol“ machte zehn Hektar dem Erdboden gleich


Insgesamt finden sich auf Sylt mehr als drei Dutzend Gehölze, die knapp 200 Hektar Wald und damit annähernd zwei Prozent der Inselfläche umfassen. Etwas geschmälert wurde der Baumbestand im Jahre 1999, als der Jahrhundertsturm „Anatol“ über Sylt hinweg fegte und an die zehn Hektar Waldfläche dem Erdboden gleich machte.

Die entwurzelten Bäume wurden nach und nach abtransportiert – sie füllten 60 Lkw-Ladeflächen. Das Forstamt machte aus der Not eine Tugend: Bei der Wiederaufforstung wurden vorrangig Laubbäume angepflanzt, um die Monostruktur der Fichten und Kiefern in den Sylter Wäldchen aufzulockern.


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erstellt am 21.Apr.2016 | 04:30 Uhr

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