zur Navigation springen

Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 11:50 Uhr

Mobil surfen auf Sylt : Schneller Datenfunk (fast) überall

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Alle drei Handynetzbetreiber bauen LTE-Versorgung weiter aus. Telekom und Vodafone erreichen die schnellsten Datenraten

Im Internet surfen auf Sylt – das ist für viele Einwohner und Gäste der Insel kein einfaches Unterfangen. Zwar versprechen Festnetzanbieter wie Telekom und Vodafone-Kabel Deutschland gerne mal Datenraten von 100 Megabit pro Sekunde, doch gefühlt kann man oft jedes Bit mit Handschlag begrüßen. Beim Surfen im Mobilfunknetz sieht es kaum anders aus. Abhilfe verspricht eine neue Nachricht der Deutschen Telekom: In Kampen soll ab sofort das Handy-Surfen mit 150 Mbit/s möglich sein. Damit dürfte man seinen Freunden das neue Coldplay-Video beim Sundowner im Strönwai in HD und ohne Ruckeln zeigen können.

Ermöglicht wird das schnellere Surfen durch die nächste Ausbaustufe des LTE-Netzes. Das Mobilfunknetz der vierten Generation (nach analogem Netz, GSM und UMTS) funkt bei der Telekom nun auch auf Frequenzen um 1800 Megahertz, teilte Pressesprecherin Stefanie Halle mit. Die erste Ausbaustufe der „Long Term Evolution“ nutzte nur Frequenzen um 800 MHz, weil mit dieser langen Funkwelle schnell große Regionen zu erschließen waren – gemäß dem Breitband-Programm der Bundesregierung, das Megabit-Datenraten für den letzten Winkel der Republik garantieren sollte. Dafür bieten die drei Handynetzbetreiber auch „Homeboxen“ an, die schnelles Internet per Funk ins Haus holen, wenn das Festnetz keine Lösung ist.

In dichter besiedelten Regionen erweitern Telekom, Vodafone und o2 ihre Basisstationen nun auch um LTE auf 1800 und 2600 MHz, die zwar nicht so weit reichen, dafür aber höhere Datenraten möglich machen. Bei der Telekom gehört Kampen zu über 600 Gemeinden, in denen das Unternehmen nun sein „LTE Plus“ mit maximal 150 Mbit/s anbietet. Die Folge: Webseiten bauen sich schneller auf, Video- und Musikdateien starten sofort.

„Wir verfügen bereits über eine gute LTE-Versorgung mit mehreren Basisstationen“, sagte Albert Fetsch von o2 auf Anfrage der Sylter Rundschau. Gemeint ist LTE 800 mit bis zu 50 Mbit/s, das sowohl von o2- als auch von E-Plus-Kunden genutzt werden kann, weil die beiden Netze derzeit vereint werden. „Und wir bauen das LTE-Netz konsequent weiter aus.“ E-Plus wurde vor knapp zwei Jahren von der spanischen Telefónica-o2 übernommen – seitdem gibt es in Deutschland nur noch drei Handynetzbetreiber.

Vodafone aber schießt den Vogel ab – hier sollen Anfang September in Westerland zwei Basisstationen mit bis zu 200 Mbit/s in Betrieb gehen, die den LTE-Standard auf 2600 MHz nutzen. Auch der englische Anbieter verspricht auf Sylt eine nahezu flächendeckende LTE-Versorgung. Doch eine wirklich lückenlose Abdeckung schafft keiner der Handynetzbetreiber – gerade an den Stränden können viele Handynutzer davon ein Lied singen.

Die meisten modernen Smartphones und Tablets können LTE standardmäßig empfangen, sofern der Vertrag mit dem Anbieter die LTE-Nutzung einschließt. Die Kunden im o2- und E-Plus-Netz (unter anderem Alditalk, Simyo und Blau) konnten bis Ende Juni nach dem Motto „Highspeed für jedermann“ Datenraten von bis zu 50 Mbit/s nutzen – dieses Angebot ist nun ausgelaufen. Jetzt ist Schluss bei 21,6 Mbit/s. Auf jeden Fall gilt: Wenn im Display „LTE“ oder „4G“ aufleuchtet, steht dem schnellen Internet zumindest technisch nichts im Weg. Bis zum nächsten Funkloch ...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen