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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 06:11 Uhr

Neue Mitte in Westerland : Schlüsselübergabe vor Weihnachten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Alle 22 Wohnungen der "Neuen Mitte" sind bereits verkauft, nur drei Ladengeschäfte warten noch auf Mieter.

Im Moment herrscht noch reges Treiben auf der Baustelle „Neue Mitte“ in Westerland. Wenige Wochen noch, dann dürften die Handwerker abrücken. Im Dezember bekommen die Wohnungskäufer die Schlüssel überreicht und können in ihr neues Reich einziehen, berichtete Lothar Schubert, geschäftsführender Gesellschafter von DC Developments. Gleichzeitig werden die Außenanlagen auf dem Platz an der Neuen Straße hergerichtet. Sobald die Gemeinde den Durchgang hergestellt hat, sind die Friedrichstraße und die Strandstraße um eine Verbindung reicher.

Dort, wo bis vor fünfzig Jahren der Kfz-Betrieb Kress & Hansen zuhause war, ist für 27 Millionen Euro eine neue Wohnanlage mit Einzelhandelsflächen entstanden. Das Gebäude umfasst 22 Wohnungen in Größen zwischen 40 und 150 Quadratmetern, auf der Westseite mit Dachterrassen und Balkons in Richtung Elisabethstraße, auf der Ostseite mit Blick auf den entstehenden Park vor der Neuen Straße. Zunächst waren 26 „Premiumwohnungen “ geplant, doch einige Käufer legten zwei oder sogar drei Wohnungen zusammen. Kein sozialer Wohnungsbau – die kleinste Behausung kostet 400  000 Euro. „Alle schon verkauft“, erklärte Schubert. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von DC Developments, einer Tochter des Hamburger Immobilien-Unternehmens Dahler & Company.

Wer durch die Flure geht, erkennt sofort den hochwertigen Teppich, die schweren Tapeten und teure Wandlampen. Im Treppenhaus reichen Deckenlampen mit Leuchten an transparenten Leitungen vom Dach bis ins Erdgeschoss, statt kahler weißgetünchter Wände gibt es schwarzweiße Bildmotive. Innenarchitektin Ulrike Krages hat sich bei der Gestaltung offenbar von Hotelfluren inspirieren lassen. Auch in den Wohnungen dominiert moderne Sachlichkeit. Der Bodenbelag besteht aus silbergrauem Parkettbelag, in den Bädern herrschen Anthrazit und beige Farben vor. Eine Käuferin hat sich für nostalgische Badewanne und Waschbecken entschieden, während in den anderen Wohnungen ein dezenter und moderner Stil gepflegt wird. Für die Bewohner steht eine Tiefgarage bereit – mit einer recht schmalen Zufahrt aus der Elisabethstraße. Eine Ampelanlage steuert die Ein- und Ausfahrt der Autos.

Im Erdgeschoss vermietet DC Developments sechs Einzelhandelsflächen. Drei Mieter seien schon gefunden – die Bekleidungsmarken Schiesser sowie Closed und die Ahlers-Gruppe aus Herford, zu der Marken wie Pierre Cardin, Otto Kern und Baldessarini gehören. Für ein mittleres Ladenlokal, das zur künftigen Grünfläche ausgerichtet ist, wünscht sich Schubert einen Coffee-Shop – so könnten die Kunden gleich gegenüber auf dem parkähnlichen Platz ihren Kaffee genießen. Mit dem neuen Vorplatz entstünde „eine kleine Erholungsoase mit hoher Aufenthaltsqualität.“ Ein repräsentativer Platz, der zum Verweilen einlädt und damit die hochwertige Außengestaltung das Konzept der „Neuen Mitte Westerland“ abrundet.

Die Gestaltung des großen Platzes durch die Gemeinde bezuschusst sein Unternehmen mit rund 500  000 Euro. Außerdem hat DC Developments die öffentliche Toilette ins Erdgeschoss der Wohnanlage integriert. In Kürze werden Schilder auf das WC im linken Trakt des Gebäudes hinweisen – dann kann auch der behelfsmäßige Toilettencontainer an der Neuen Straße endlich abgebaut werden. Das daneben liegende Trafohäuschen der EVS aber ist für die Ewigkeit gedacht. Auf Wunsch des Verschönerungsvereins und des Ortsbeirats Westerland wurde es nachträglich um rund 40 Zentimeter abgesenkt.

„Das neue Gebäude passt gut in das Umfeld“, lobte gestern Grünen-Fraktionsvorsitzende Maria Andresen die Gestaltung der „Neuen Mitte“. Sie hoffte, dass sich der Platz zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt – „wenn es nicht so zugig ist.“ Bei der Bepflanzung riet sie dringend dazu, nur heimische Bäume anzupflanzen, die für die Wind- und Wetterverhältnisse unserer Region geeignet sind.

Für dieses Jahr ist es zu spät, aber nächstes Jahr könnte auf dem Platz auch ein kleiner Weihnachtsmarkt stattfinden. Die Anschlüsse für Strom, Frischwasser und Abwasser seien miteingeplant, erläuterte Kay Abeling, Vorsitzender des Ortsbeirats Westerland. Die Fertigstellung des Platzes habe sich etwas verzögert, aber bis zum Frühjahr dürfte sie abgeschlossen sein.

Dazu zählt auch die Sanierung der Straße im Bereich von Fisch-Blum, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Der Weg zur Friedrichstraße soll im März/April 2017 in Angriff genommen werden.

Über die neue Nachbarschaft freut sich auch Harry Kress, dessen Kfz-Betrieb hier bis vor 50 Jahren beheimatet war. 1966 zog „Kress & Hansen“ nach Tinnum um, in Westerland blieb bis 2009 eine Tankstelle zurück. Der Grundstücksverkauf durch eine Erbengemeinschaft sei fair verlaufen, genauso wie die Zusammenarbeit zwischen Investoren und Nachbarn. Der moderne Stil sei Geschmackssache, aber das Objekt mache einen guten Eindruck.

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