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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 22:23 Uhr

Spendenaktion : Schlaganfall: Nordseeklinik gut gerüstet

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Spendenaktion im Jahr 2013 führte zur Ausstattung mit wichtigen medizinischen Geräten und neuen Verfahren.

Jede Minute zählt, wenn ein Mensch einen Schlaganfall erlitten hat. In kürzester Zeit muss die Erstversorgung erfolgen, müssen zuverlässige Diagnosen gestellt werden, um die bestmögliche Behandlung folgen lassen zu können. Auf Sylt fehlte es bisher an der optimalen Versorgung. Um diesen Umstand zu ändern, wurde im Jahr 2013 von privater Seite eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die sich zum Ziel setzte, Geld für eine medizintechnische Schlaganfallversorgung zu sammeln, die eine optimale Behandlung in der Nordseeklinik für Schlaganfallpatienten ermöglichen sollte.

Die Sylter Rundschau unterstützte die Aktion durch entsprechende Aufrufe und Hintergrundberichte. Doch immer wieder bekam die Redaktion jetzt Nachfragen, was denn nun aus den gespendeten Geldern geworden sei – insgesamt war eine hohe sechsstellige Summe zusammen gekommen. Auf Nachfrage bei Asklepios zeigte sich, dass die Nordseeklinik bereits im Jahr 2014 die Versorgung von Schlaganfallpatienten deutlich verbessern konnte.

„Dank der großzügigen Spenden konnte die Schlaganfallversorgung auf Sylt durch die Installation eines neuen Computertomographen (CT) mit modernster Technik in der Asklepios Nordseeklinik qualitativ deutlich verbessert werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Klinik.

Kommt heute ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall in die Klinik, geht man dort nach Schilderung des Hauses folgendermaßen vor: Sobald ein Verdachtsfall in Form eines akuten neurologischen Defizits auf der Insel auftritt, wird die betroffene Person umgehend als Notfall vom Rettungsdienst in die Asklepios Nordseeklinik gebracht. Dort ist bereits durch die Vorankündigung, im Rahmen der mit dem Rettungsdienst vereinbarten Alarmkette, das CT für den Patienten aufnahmebereit und der fachinternistische Dienst vor Ort. Noch während der CT-Untersuchung wird die Videoverbindung zur neurologischen Fachabteilung der Asklepios Klinik in Hamburg aufgebaut. Diese sehr aufwändige Videoübertragung, zwischen der neurologischen Fachabteilung und der Nordseeklinik zur Durchführung eines telemedizinischen Beratung, steht rund um die Uhr zur Verfügung. Telemedizinisch wird in direkter Kommunikation mit dem Patienten, den Internisten und Intensivmedizinern vor Ort, auf der Intensivstation der Klinik eine Entscheidung über die weitere Versorgung des Patienten getroffen. Dieser Austausch unter den Fachmedizinern erfolgt direkt im Anschluss an die CT-Untersuchung. Auf die Bilder des CT hat der Neurologe im Rahmen der Videokonferenz parallel direkten Zugriff. Die radiologische Begutachtung der CT-Bilder erfolgt zeitgleich über die ebenfalls rund um die Uhr zur Verfügung stehende und langjährig bewährte teleradiologische Anbindung an die Diako in Flensburg. Diese verfügt über eine Stroke-Unit (Anm. d. R.: Eine Stroke Unit ist eine spezielle Organisationseinheit/Station innerhalb eines Krankenhauses zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten) und alle therapeutischen Möglichkeiten.

Nach Abschluss der Diagnostik wird entschieden, ob eine intensivmedizinische Versorgung auf der Insel oder eine sofortige Verlegung in die kooperierende Stroke-Unit der Diako Flensburg indiziert ist. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass in der vereinbarten Kooperation mit dem Rettungsdienst, den Möglichkeiten einer schnellen CT-Diagnostik, der Expertise vor Ort und der angeschlossenen telemedizinischen und teleradiologischen Fachkompetenz „eine definitive und leitliniengerechte Therapie“ des Schlaganfalls innerhalb von 90 Minuten nach Symptombeginn begonnen wird. Damit ist auf Sylt für dieses akute Krankheitsbild, nicht zuletzt mit Unterstützung der vielen Spenden, eine Notfallversorgung etabliert worden, die ein qualitativ hochwertiges medizinisches Niveau wie auch auf dem deutschen Festland bietet. Wie wichtig dies ist, verdeutlich auch die Zahl der behandelten Fälle seit Inbetriebnahme des CT Ende Juni 2014. Seither wurden rund 500 Schädel-CTs zum Ausschluss eines Schlaganfalls durchgeführt. Davon waren knapp 250 mit einem positiven Befund, von denen wiederum 80 mit dem Rettungshubschrauber in eine Neurologische Klinik verlegt werden mussten.

Vor genau einem Jahr wurde zur Stärkung der radiologischen Versorgung auf Sylt Alexander Steinmetz als erfahrener Facharzt für Radiologie an der Nordseeklinik eingestellt. „Diese personelle Verstärkung stellt eine weitere Qualitätsverbesserung dar“, heißt es aus der Nordseeklinik.  

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erstellt am 27.Sep.2016 | 04:45 Uhr

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