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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 19:44 Uhr

Unerwartete Entdeckung : Schiffswrack vor Sylt gefunden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nordsee gibt bei Ebbe Überreste eines Holzschiffes frei. Schleswiger Archäologen wollen Fund in den nächsten Tagen unter die Lupe nehmen.

Andrea Albrecht genießt es, morgens mit ihrem Mann am Strand entlangzulaufen. Am Montag stießen die beiden dabei auf eine unerwartete Entdeckung: Bei tiefstem Wasserstand ragten aus dem Sand alte, morsche Holzbalken hervor – offenkundig Überreste eines Schiffes. Gestern schauten sich Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes die Fotos an. „Es könnte sich um einen neuen Fund handeln“, meinten die Experten. In den nächsten Tagen wollen sie sich vor Ort ein eigenes Bild machen.

Bis dahin bittet das Schleswiger Landesamt darum, dass Spaziergänger einen Bogen um das Wrack machen und die Finger davon lassen. Wer Teile davon entfernt oder zerstört, könnte wegen Sachbeschädigung belangt werden, warnt Jan Fischer von der Abteilung Landesaufnahme. Aus diesem Grund folgen wir auch der Bitte des Archäologischen Landesamtes, den Fundort nicht genauer zu bezeichnen. Nach der Bestandsaufnahme durch die Experten werden wir ausführlich berichten.

Allerdings könne es sich auch um ein Schiffswrack handeln, das in der Gegend bereits vor dreißig Jahren entdeckt und registriert worden ist. In den Akten vermerkten die Fachleute 1986 ein Schiffswrack aus schwerem Eichenholz mit einer Länge von rund 15 Metern, das wohl aus dem 19. Jahrhundert stammt. Damals entschied man sich, das Wrack am Fundort zu belassen, weil sich der Aufwand für die Konservierung und die Lagerung nicht gelohnt hätte. „Wir haben keine ausreichenden Kapazitäten im Holzmagazin von Schloss Gottorf, um solche großen Schiffswracks zu lagern“, erläuterte Pressesprecherin Birte Anspach. Nur das Ruder des Schiffs sei erst in der örtlichen Strandkorbhalle gelagert und später nach Schleswig gebracht worden.

Der neue Fund erinnert auch an das Wrack der „Mariann“, das 1965 im Wattenmeer vor Braderup seinen letzten Ankerplatz gefunden hat. Die Eigentümer wollten den schwedischen Dreimastschoner (Baujahr: 1903) zur schwimmenden Teestube umrüsten, doch die Behörden durchkreuzten die Pläne. Der letzte Besitzer verschwand spurlos, das Schiff rottete vor sich hin. Am 25. Mai 1981 fiel es einer Brandstiftung zum Opfer.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 05:34 Uhr

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