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Sylter Inselbahn : Rückkehr der Kultbahn rasende Emma

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Lagebericht: Der letzte existierende Borgward-Schienenbus der Inselbahn wird seit zwei Jahren restauriert. Die Arbeiten dauern an.

Es war im März 2013 als erste Kontakte zwischen der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) und der Selfkantbahn in Aachen geknüpft wurden. Hintergrund war das gemeinsame Interesse an der Erhaltung und Aufarbeitung eines einzigartigen Fahrzeuges: dem L.T. Borgward-Schienenbus, der als rasende Emma oder Nivea-Express unter den Inselbahn-Freunden bekannt und beliebt ist. Eine erste Sichtung des Fahrzeuges fand 2013 an seinem bisherigen Lagerort im Hannoverschen Straßenbahnmuseum statt. Es folgten mehrere Arbeitsbesuche dort, die schnell klar machten, dass die Substanz des Fahrzeugs außerordentlich schlecht ist. Entscheidender war für die bevorstehende Restaurierung, welche der benötigten Einzelteile noch aus der vorhandenen Substanz gewonnen werden konnte.

Da der Leichttriebwagen in großen Teilen aus dünnem Blech besteht, hatte die Korrosion hier ganze Arbeit geleitet. Obendrein hatte der Voreigentümer schon etliche Jahre zuvor einen Restaurierungsversuch bei größtmöglicher Zerlegung abgebrochen. Ein großes Puzzle also. Zusammengesetzt werden konnte dies nur, weil noch Mitglieder des Vereins Selfkantbahn sich des Puzzles annahmen.

Die Komplexität der Restaurierung dieses Fahrzeuges ergibt sich daraus, dass hier vielerlei „Arten“ Fahrzeugbau vorliegen:
- ein Auflieger in der Form klassischen Omnibusbaues
- ein Zugfahrzeug, das in weiten Teilen dem als Umbaubasis dienenden Straßen-Lkw entspricht
- Radsätze und ein Drehgestell in eisenbahntypischer Ausführung,
- ein Lkw-Fahrerhaus in klassischer Holzbauweise,
- eine Inneneinrichtung des Fahrgastraumes in Stahlrohr-Kunstholzbauweise der 1950er-Jahre.

Dies führte dazu, dass bei der Vergabe die Gewerke in entsprechender Weise aufgeteilt wurden. Nach Sandstrahlen konnte im April und Mai 2015 die Blechhaut montiert werden. Die Inneneinrichtung des Fahrgastraumes, die Original-Sitzschalen, bedurfte einer Oberflächenbehandlung und ist nun wieder einbaufähig.

Bis Ende 2015 wird in Oberhausen das Chassis restauriert und der Antriebsstrang zum Einbau vorbereitet. Aus der Borgward-Sammlerszene erhält die Selfkantbahn Unterstützung bei der Aufarbeitung eines Tauschmotors. Momentan ist der L.T. auf fünf Werkstätten verteilt, wobei auch innerhalb der Selfkantbahn schon über 500 Arbeitsstunden in dieses Projekt gesteckt wurden. Nebenbei können damit die regelmäßigen Nachfragen der Museumsbesucher nach diesem Fahrzeug in einer Art Wechselausstellung befriedigt werden. Soweit klingt alles ganz erfolgreich. Aber: die bis hier verwendeten Mittel stammen größtenteils aus dem bereits 2013 zugesagten Spendentopf, der von SVG-Eigner Sven Paulsen bestückt wurde.

Zur Finanzierung des anstehenden Gesamtprojektes sehen die Aktiven der Selfkantbahn selbst bei optimistischer Einschätzung die noch vorhandene Finanzierungslücke bei 160  000 Euro. Die Hoffnung, dass einer oder mehrere industrielle Spendengeber noch einsteigen würden, hat sich bis jetzt zumindest noch nicht erfüllt, was den Fortschritt in naher Zukunft bremsen könnte. Eisenbahnfans haben die Möglichkeit, Patenschaften für einzelne Bauteile des L.T. zu übernehmen. Hier werden die Bauteile je nach ideellem Wert über die Internetseite www.sylter-duenenexpress.de ausgelobt und die Patenschaft beurkundet.

Ziel der Museumsbahner ist es, noch im Laufe des Jahres 2015 ein vorzeigbares Teilergebnis präsentieren zu können um Spendern zu zeigen, dass diese Restaurierung zielführend sein wird.

 

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