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Sylter Rundschau

23. März 2017 | 19:32 Uhr

Kathastrophenschutzübung auf Sylt : Rettungskräfte trainieren Sturmflut-Szenario in Westerland

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Feuerwehren testen wie lange sie brauchen, um Öffnung am Binnendeich bei Hochwasser zu schließen

Feuerwehrleute auf Sylt haben am Sonnabend für den Ernstfall geprobt: 24 Einsatzkräfte aus Tinnum und Westerland übten, die sogenannte Stöpe – einen Durchlass für einen Verkehrsweg im Deich – in der Lorens-de-Hahn-Straße zu schließen. Bei Hochwasser muss die Öffnung am südlichen Binnendeich möglichst schnell dicht sein, sagte Gemeindewehrführer Wolfgang Kloth nach der Übung. Ziel sei es daher zu prüfen, wie lange die Helfer brauchen, um diese mit Holzbalken und Sandsäcken zu verbarrikadieren. Rund dreieinhalb Stunden waren die freiwilligen Experten unterwegs – Einsatzleiter zeigten sich zufrieden.

„Die Gruppen haben gut zusammengearbeitet, es lief Hand in Hand“, sagt Kloth. Maximal anderthalb Stunden brauchen die Feuerwehrleute, um die Stöpe bei einer Sturmflut fachgerecht abzuriegeln. Das sei im Ernstfall ausreichend, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) würde im Realfall rechtzeitig warnen, sodass in der Regel genügend Vorbereitungszeit bleibe. Eine derartig schwere Sturmflut, die für einen Einsatz an dieser Stelle gesorgt hatte, sei in seiner Dienstzeit allerdings noch nicht vorgekommen, so Kloth. Trotzdem halte er es für wichtig, dass die Übung in Zukunft regelmäßig stattfindet. Auch da die Mannschaft zwischendurch wechsle, neue Feuerwehrleute hinzukommen und alte gehen, sagt der Gemeindewehrführer.

Auch Jörg Elias, Westerländer Gemeindewehrführer, betrachtet das Spezialtraining als unverzichtbar für die Sicherheit der Insel. Bei Hochwasser schütze die Stöpe Westerland-Süd vor Wassereinbruch: „Wenn die Deiche brechen, würde das Wasser in den Ort reinlaufen“, sagt er. Der Bahnhof sei der tiefste Punkt, dort würde es sich dann sammeln.

Ein kleiner Zwischenfall sorgte für Verzögerungen im Übungsablauf. Die Retter hatten zunächst Probleme, an das Material für die Kathastrophenübung in der Halle 28 am Sylter Flughafen in Tinnum zu kommen. Grund dafür waren vermutlich Probleme mit dem Türschloss. Nach kurzer Rücksprache mit dem Flughafen-Notdienst konnte die Übung aber mit etwas Verspätung starten, heißt es.

Neben Bürgermeister Nikolas Häckel waren auch Vertreter der Ämter Ordnung und Soziales, Umwelt und Bauen sowie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) als Straßenbaulastträger gekommen, um die Übung zu verfolgen.

Die Lorens-de-Hahn-Straße war während der Katastrophenschutzübung voll gesperrt – die Straße Halemdüür war zudem nur von Norden aus erreichbar.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 03:17 Uhr

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