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Sylter Rundschau

09. Dezember 2016 | 03:07 Uhr

Reizung im Kieferbereich : Rätselhafte Krankheit: Sylter Hundebesitzer in Sorge

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Vier Tiere wiesen massive Maulhöhlen-Reizungen auf. Ein Hund musste sogar notoperiert werden.

Sylt | Hundebesitzer auf der Insel in Sorge: In den vergangenen Tagen sind vier Hunde mit den gleichen schweren Krankheits-Symptomen von ihren Besitzern zu Sylter Tierärzten gebracht worden. Alle Tiere wiesen, nachdem sie am Strand etwas gefressen hatten, eine starke Reizung im Kieferbereich auf, die ein Brennen, Jucken und Stechen in Maul und Magen hervorrief. Ihre Besitzer waren an unterschiedlichen Stränden spazieren, darunter in Westerland, Rantum und Wenningstedt.

Drei der Tiere sind in der Praxis von Ivonne von Kobilinski behandelt worden: „Alle Hunde haben am Strand irgendetwas aufgenommen. Anschließend fingen sie wie verrückt an, Dünengras zu fressen und Sand zu schlecken“, berichtet die Tierärztin. Das Aufgenommene würde zu einer starker Reizung der Maulhöhle führen, die Hunde würden versuchen, die Schmerzen und das Jucken durch das Fressen von Dünengras und den Sand zu lindern, so die Tierärztin – allerdings führe dies zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen.

Bei einem Hund, der einen Tag nach dem Vorfall bei der Tierärztin vorgestellt wurde, hätten Sand und Dünengras den Magen-Darm-Trakt vollständig verlegt und zum Verschluss geführt. Er musste nach der Stabilisierung und einer Not-OP in eine Flensburger Tierklinik mit stationärer Aufnahme überwiesen werden. Ein weiterer Hund wurde eine Stunde, nachdem er am Strand etwas gefressen hatte, bei der Tierärztin vorgestellt. Auch er hatte sehr viel Dünengras und Sand aufgenommen. Beim dritten Hund hatte die Besitzerin das Grasfressen und auch das Sandschlecken verhindert. Die Tierärztin musste in diesem Fall nur die Übelkeit und die Schmerzen im Maul lindern.

Was die Hunde am Strand gefressen haben, ist bisher unbekannt. Die Aufnahme von ausgelegten Giftködern konnte nicht nachgewiesen werden, auch ein Zusammenhang mit den drei am Hörnumer Strand gefundenen leeren Fässern, die die Aufschrift „Ätzend“ trugen, ist unwahrscheinlich. Am Sonntag wurden diese zwischen Kilometerstein Vier und Puan Klent angespült, der Inhalt konnte allerdings nicht mehr nachgewiesen werden. „Die Fässer waren leer und restlos ausgespült“, sagt Dieter Mordhorst, Wehrführer in Hörnum. Er habe die Fässer vorschriftsmäßig entsorgt.

Nach den vier bekannten Fällen blieben bisher weitere Vergiftungserscheinungen bei den Hunden aus. Ivonne von Kobilinski rät den Hundehaltern dennoch, die Tiere am Strand nicht unkontrolliert fressen zu lassen. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagt sie, rät den Hundebesitzern aber dennoch, die Tiere an der Leine oder an der Schleppleine zu führen. Sollte es doch zu den Symptomen kommen, sollten die Hunde unbedingt davon abgehalten werden, das scharfe und harte Dünengras zu fressen oder den Sand zu schlecken. „Die Schmerzen in der Maulhöhle können durch kaltes Wasser oder Eis gelindert werden“. Außerdem sei es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 05:02 Uhr

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