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Gastronomie : Personal gesucht: „Wir sind besser als unser Ruf“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Interview mit Ivo Köster (48) über die Schwierigkeit, Personal für die Gastronomie zu gewinnen und die falschen Bilder, die über das Gewerbe existieren

Wenn im Sommer der Lister Markt eröffnet, wird es dort neben trendigen Shops, einem Design-Hotel für junge und jung gebliebene Menschen und einem großen Supermarkt auch ein Easy-Restaurant mit bis zu 400 Plätzen geben. „Klingt groß, ist aber je nach Bedarf im Platzangebot regulierbar“, antwortet Ivo Köster, wenn man über die Zahl staunt. Als erfahrener und bekannter Sylter Gastronom stehen seine Planung und sein kulinarisches Konzept für die neue Location. „Die leitende Küchenmannschaft habe ich auch schon zusammen, aber es fehlt trotzdem noch an etlichen Kräften“, gibt er unumwunden zu und spricht damit ein Thema an, das nicht nur ihn, nicht nur Sylt und letztlich nicht nur die Gastronomie und Hotellerie bewegt: Personalnot.

Woran liegt es denn, Herr Köster, dass Sie und Ihre Kollegen es so schwer haben, gute Mitarbeiter zu finden?

Sicher zum einen an dem immer noch schlechten Ruf, den Jobs in unserer Branche haben, und zum anderen, weil immer mehr gastronomische Betriebe einem immer kleiner werdenden Personalangebot gegenüber stehen.

Probleme erkannt – dann kann man doch versuchen, die zu beheben. Oder?

Das ist ja längst passiert. Was wir heute erleben, ist der Fluch eines schlechten Images, das wir nur sehr schwer los werden. Denn längst sind doch die Zeiten vorbei, in denen nicht gut bezahlt wurde, die Köche mit Pfannen warfen oder die Mitarbeiter angebrüllt wurden. Wer heute in guten Häusern arbeitet, hat eigentlich einen Bombenjob, weil sich längst viele Unternehmer in Hotellerie und Gastronomie intensiv um ihre Mitarbeiter bemühen, Arbeitszeiten natürlich eingehalten werden, die Bezahlung meist weit über Tarif oder Mindestlohn liegt und es nicht selten viele Vergünstigungen und Freizeitangebote gibt.

Was heißt das konkret?

Zum Beispiel, dass wir unseren Leuten im Easy nicht nur gute Arbeitsbedingungen garantieren, sondern ihnen auch mit ganz unterschiedlichen Angeboten die Chance geben, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und dabei – wenn sie nicht von der Insel kommen – Sylt kennenlernen oder Sportangebote nutzen können. Konkret heißt das auch, dass wir ihnen sehr schöne Personalwohnungen anbieten können und so auch dazu beitragen möchten, den neuen Mitarbeitern die Chance zu geben, Insulaner zu werden. Man darf auch nicht vergessen, dass man in der Gastronomie gut Karriere machen kann. Wer Bock auf den Job hat und nicht ganz blöd ist, kann hier schnell Verantwortung übernehmen. Auch als Quereinsteiger.

Welche Voraussetzung müssen denn die gesuchten Mitarbeiter erfüllen?

Toll wäre es natürlich, wenn wir gut ausgebildete Fachkräfte gewinnen können, aber in vielen Bereichen der Gastronomie entscheidet der Spaß am Job, die Lust, es mit Menschen zu tun zu haben, die sich schöne Momente gönnen wollen und man im Service oder in der Küche einen wesentlichen Part dafür übernimmt. Wir machen ja keine Sterne-Gastronomie, in der der Anspruch an Fachwissen und Können natürlich ein ganz anderer ist. Bei uns soll es locker zugehen, aber professionell. Wir freuen uns auch, wenn Quereinsteiger zu uns kommen, die bereit sind, etwas zu lernen, sich zu engagieren und gern im Team zu arbeiten. Ganz ehrlich, ich glaube, bei uns wird man zwar richtig arbeiten müssen, aber man wird auch richtig Spaß haben können oder besser gesagt, man kann so viel Freude in unserem Job haben, dass man sehr zufrieden nach der Arbeit nach Hause fährt. Denn wir sind viel besser als unser Ruf!

Einige Ihrer Mitarbeiter haben Sie bereits in Osteuropa gefunden. Gäste sind aber nicht immer bereit, sich von Menschen bedienen zu lassen, die kaum deutsch sprechen. Wie gehen Sie mit diesem Problem um?

Ich sehe das nicht als Problem! Ja, wir haben sehr gute Mitarbeiter in Rumänien und Bulgarien rekrutieren können. Viele von denen sind sehr sprachbegabt und werden sich, sofern sie nicht schon gut deutsch sprechen, sicher schnell die Sprache aneignen können. Zudem glaube ich, dass die Akzeptanz unserer Gäste gegenüber Servicekräften, die die Sprache nicht so gut beherrschen, deutlich höher ist, als wir vielleicht glauben. Erstens weiß jeder, dass wir heute froh sein können, wenn wir überhaupt noch Personal finden und zweitens wird der Charme, die Freundlichkeit und Professionalität des jeweiligen Mitarbeiters darüber entscheiden, ob der Gast sich aufgehoben fühlt oder nicht.

Wenn jetzt jemand Lust hat, sich bei Ihnen zu bewerben, was kann er da tun, welche Papiere muss er oder sie mitbringen?

Bloß nicht zu viele Papiere. Ich schaue mir gern den Menschen an, will mich mit ihm unterhalten, ihn erleben, um zu sehen, ob er zu uns und zu unserem Team passt. Einfach anrufen oder Mail schicken. Ich freue mich über jeden, der sich meldet – übrigens auch über Schüler und Studenten, die in ihren Ferienzeiten bei uns jobben wollen.

 

Mehr Infos bei:

Lister Markt

Gastronomiegesellschaft mbH,

Ivo Köster, Hafenstrasse 2a

info@easysylt.de

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erstellt am 08.Apr.2017 | 04:15 Uhr

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