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Sylter Rundschau

27. Juni 2016 | 09:46 Uhr

„Ortslage ist besser denn je geschützt“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Land hält an Odde-Strategie fest: Beim Thing der Sölring Foriining diskutierten Bürger und Fachleute die Zukunft der Hörnumer Südspitze

Es ist eines der Themen, das bei Syltern und ihren Gästen die Gefühle hoch kochen lässt: Die Verluste an der Hörnumer Odde. Um die häufig emotional geführte Debatte zu versachlichen, hatte die Sölring Foriining am Freitag zu einer Info-Veranstaltung rund um die Odde in den Gemeindesaal in Hörnum geladen. Dort wurde schnell klar: Der für den Küstenschutz zuständige Landesbetrieb hält an seinen Plänen für die Odde weiter fest – zumindest, so lange die Hörnumer Ortslage nicht bedroht ist.

In einem Impulsvortrag erläuterte Arfst Hinrichsen, Geophysiker des Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN), die natürlichen Ursachen für die großen Sandverluste an der Sylter Südspitze und betonte: „Der untere Bereich der Odde ist zum Schutz der Ortslage Hörnum nicht von Bedeutung. Die Ortslage ist besser denn je geschützt.“ Der LKN kommedamit seiner offiziellen Aufgabe nach, denn dazu gehöre lediglich der Schutz des Inselsockels und der Ortskerne. Johannes Oelerich, Direktor des LKN ergänzte: „Bei allem, was darüber hinaus geht, muss ich entscheiden, ob ein Auftrag vorliegt und ob das wirtschaftlich ist.“ Die massiven Sandverluste an der Südspitze sind für Oelerich kein Grund vom aktuellen Kurs abzuweichen: „Die Verlagerung der Südspitze nach Osten aufgrund der Verlängerung des Tetrapoden-Längswerks war zu erwarten. Solange die Ortslage nicht gefährdet ist, werden wir unsere Vorgehensweise nicht ändern.“

Welchen Plan der Landesbetrieb für Küstenschutz für den Fall hat, dass der Sandverlust an der Südspitze die Ortslage Hörnums doch gefährdet, wollte Oelerich nicht näher erläutern. Nur so viel: Man habe auch für diesen Fall vorgeplant.

Keine befriedigende Antwort für die rund 50 anwesenden Insulaner, von denen sich einige von der Veranstaltung insgeheim erhofft hatten, ihre Odde doch noch irgendwie retten zu können. Für sie war der einziger Lichtblick ein Vorschlag des Morsumers Kai Klint. Er plädierte dafür, die Tetrapoden umzulagern, sodass sie nicht wie bislang einen leichten Bogen zum Meer hin bilden, sondern Richtung Strand ausgerichtet werden. „Verlegt man das Längswerk in Strömungsrichtung nach Osten, sodass das Wasser ungehindert vorbeifließen kann, wird das zu einer natürlichen Vorspülung von Sand führen“, meint Klint. Im Internet hat er bereits vor über einem Jahr eine Petition gestartet, in der er das Land auffordert, die Sylter Südspitze durch diese Maßnahme zu erhalten. Bislang haben 265 Bürger den Antrag unterschrieben.

Eine Aktion, für die Klint von Oelerich überraschend Rückenwind bekam. „Wir denken in der Tat darüber nach, die Tetrapoden umzulegen“, meinte der Direktor des LKN. Er forderte Klint auf, die Petition abzuschließen. Dann werde sich das Land damit befassen.

Befassen soll sich auf Wunsch des Hörnumer Bürgermeisters Rolf Speth auch Umweltminister Robert Habeck mit der Situation an der Hörnum Odde. Speth hatte Habeck mit der Bitte angeschrieben, weitere Maßnahmen zum Schutz der Odde zu verwirklichen, damit der jetzige Stand erhalten bleibt.

 

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erstellt am 25.Jan.2016 | 05:40 Uhr

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