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Sylter Rundschau

27. Mai 2016 | 23:54 Uhr

Wal am Strand von Rantum : Orca vor Sylt: Kalb möglicherweise lebend gestrandet

vom

Spaziergänger fanden am Montag einen Wal am Strand von Rantum auf Sylt. Jetzt haben die Wissenschaftler Details bekanntgegeben.

Rantum | Bei dem am Montag am Strand von Sylt gefundenen Schwertwal handelt es sich um ein Kalb, das erst seit Kurzem tot war. „Möglicherweise ist es lebend gestrandet“, erklärte die Leiterin des Büsumer Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Prof. Ursula Siebert, am Dienstagabend. Der Schwertwal war den Angaben zufolge ein 2,46 Meter langes und 185 Kilo schweres Männchen. Ausgewachsene Schwertwalbullen können bis zu 9,8 Meter lang werden. Das Tier war am Montag am Strand von Rantum entdeckt worden. Schwertwale sind auch unter dem Namen Orca bekannt und gehören zur Familie der Delfine.

In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu Wal-Strandungen an der Nordseeküste. Dabei handelte es sich allerdings um Pottwale.

Weil die Wissenschaftler im Magen des Schwertwals Milch fanden, gehen sie davon aus, dass es sich um ein Neugeborenes handelt. Nach den bisherigen Ergebnissen der Obduktion war das Tier gesund, hieß es.„Die Mutter muss das Kalb kurz bevor es strandete verloren haben“, erklärte Siebert. „Es ist möglich, dass sich eine Gruppe von Schwertwalen in der Nähe der Nordsee aufhielt. Vielleicht ist das Tier durch den Sturm von der Mutter getrennt worden.“ Weitere Untersuchungsergebnisse werden in zwei bis vier Wochen erwartet.

<p>Sollte es sich bei dem Tier um einen Schwertwal (Orca) handeln, wäre es ein recht seltener Fund am Sylter Strand.</p>

Sollte es sich bei dem Tier um einen Schwertwal (Orca) handeln, wäre es ein recht seltener Fund am Sylter Strand.

Foto: Klaus Dethlefs

Siebert berichtete, an den deutschen Küsten kämen Schwertwale sehr selten vor. „Seit 1940 ist dieser Fund das fünfte registrierte Tier.“ Das Skelett des Schwertwals soll im Multimar Wattforum in Tönning - einem Informationszentrum für den Nationalpark Wattenmeer in Schleswig-Holstein - ausgestellt werden.

Das Tier soll nun zum Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum transportiert werden. Dort obduzieren Tierärzte das Tier, „um die biologischen Daten zu erheben und den Gesundheitszustand zu bewerten“, wie Institutsleiterin Ursula Siebert auf Anfrage der Sylter Rundschau am Montag erklärt hatte.

Schwertwale, bekannt durch die 90er-Jahre-Filmreihe „Free Willy“, sind häufiger in der nördlichen Nordsee zu finden, beispielsweise vor Norwegen. „Es wurden aber auch schon welche bei Schweinswalzählungen vor Sylt gesichtet“, weiß Silke Lieser, Diplombiologin des Erlebniszentrums Naturgewalten in List. Belegt sei zudem, dass in den Jahren 1841 und 1965 schon Schwertwale am Sylter Strand gefunden worden sind.

 

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erstellt am 09.Feb.2016 | 19:06 Uhr

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