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Goldene Palme 2017 : Online den Strand erkunden: Strandfunde-App bekommt Tourismus-Oscar

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die App „Beach-Explorer“ der Schutzstation Wattenmeer gewinnt renommierten Preis auf ITB in Berlin.

Husum | Auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) hat der Beach-Explorer der Schutzstation Wattenmeer in der Kategorie „Destinationen“ die Goldene Palme 2017 gewonnen. Die Jury lobte das Projekt, das vom Bundesamt für Naturschutz mitfinanziert wurde, weil es „Naturschutz, Wissen und Erholung spielerisch verknüpft“. Die durch Geo Saison vergebene Goldene Palme wird auch als „Tourismus-Oscar“ bezeichnet. Die Zeitschrift hatte diesen wichtigsten deutschen Reisepreis erstmals nicht nur an Veranstalter, sondern für die besten Innovationen der gesamten Branche ausgelobt.

Rainer Borcherding, Projektleiter und Erfinder der Strandfunde-App, zeigte sich nach der Preisverleihung ehrlich überrascht: „Ich war zwar als Preisträger geladen, habe allerdings ganz klar mit dem dritten Platz gerechnet“, erinnert sich der Biologe. „Als dann der Dritte ausgerufen wurde und das nicht der Beach-Explorer war, stieg mein Adrenalinspiegel an. Als dann der zweite Platz auch nicht an den Beach-Explorer ging, habe ich ganz schön Herzklopfen bekommen.“

Eine Geldprämie oder ein Siegerpokal wurden Borcherding bei der Verleihung im Bertelsmann-Haus in Berlin nicht überreicht, dafür „ein großer Bilderrahmen mit einer Urkunde“. Zusätzlich wird ein Artikel über die Strandfunde-App in der Zeitschrift Geo Saison erscheinen – und das ist wichtige Werbung für das Projekt. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Auszeichnung“, sagt der Biologe. „So werden noch mehr Gäste an Nord- und Ostsee dafür gewonnen, mit Smartphone-Unterstützung die Meeresnatur zu erkunden und Funde zu melden.“

Einfache Handhabung: Der Beach-Explorer ist übersichtlich gestaltet.
Einfache Handhabung: Der Beach-Explorer ist übersichtlich gestaltet. Foto: Screenshot
 

Der Beach-Explorer ist hauptsächlich für Strandspaziergänger gedacht, die sich fragen: „Was hat mir das Meer gerade vor die Füße gespült? Eine Muschel, eine Schnecke oder nur Müll?“ Mit der kostenlosen App der Schutzstation Wattenmeer kann man seinen Fund per Smartphone fotografieren, auf ein Portal hochladen und identifizieren. Der Beach-Explorer bietet eine Bestimmungshilfe für über 2  000 verschiedene Arten von Strandfunden, darunter Tiere, Muscheln, Federn oder Steine. Zu jedem Fund gibt es Steckbriefe und Hintergrundinformationen.

Die App ist schon auf 7000 Smartphones installiert, rund 1000 registrierte User haben bereits über 15.000 Funde gemeldet. Es konnten über die App sogar fünf Arten erstmals in Deutschland nachgewiesen werden. Über die Jahre soll so ermittelt werden, wo welche Dinge angespült werden und ob sich die Häufigkeiten mit dem Klima oder durch Meeresschutz-Maßnahmen ändern.

Der europäische Austernbohrer ist an den Sylter Stränden oft zu finden.
Der europäische Austernbohrer ist an den Sylter Stränden oft zu finden. Foto: screenshot
 

Der Weg von der Idee bis zur fertigen App war für den Biologen Rainer Borcherding allerdings lang: „Ich habe sechs Jahre beim Bundesamt für Naturschutz Anträge gestellt, bis das Projekt überhaupt bewilligt wurde“, erinnert er sich. „Dann hat es nochmal zwei Jahre gedauert, bis es die Seite ins Netz geschafft hatte.“ Seit zweieinhalb Jahren kann die App mittlerweile genutzt werden, an einem Nachfolger wird jedoch schon gearbeitet: „Die Software ist von 2012 und muss demnächst überholt werden.“

Der Biologe wünscht sich, dass die App bald auf immer mehr Smartphones installiert ist. „Wir hoffen zum Beispiel, dass die Sylter Vermieter den Beach-Explorer ihren Gästen empfehlen. Strandbesucher können so eigenständig, auch ohne ein Info-Zentrum zu besuchen oder an einer Führung teilzunehmen, die Nordseenatur erkunden. Wir haben durch die Digitalfotografie und Smartphones heute so tolle Möglichkeiten, außerdem kann mit der App jeder zur Erforschung der Küste beitragen. Und das war früher überhaupt nicht vorstellbar.“

Hier bekommen Sie die App:

App für iOS im Applestore

App für Android bei Google Play

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erstellt am 14.Mär.2017 | 05:38 Uhr

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