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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

Asklepios-Pläne : Nordseeklinik auf Sylt: Bauausschuss stimmt Neubauten zu

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Investition in den Reha-Bereich soll Akutklinik nicht verdrängen. Außerdem wurden Anbaupläne für die „Werkstatt 36“ genehmigt.

Grünes Licht für die Neubaupläne der Nordseeklinik: Der Bauausschuss hat Montagabend einstimmig den Bebauungsplan Nr. 102 abgesegnet, der den Bereich zwischen Norderstraße und Weststrand regelt. Sorgen machten sich einige Ausschussmitglieder, dass die für die Inselversorgung wichtige Akutklinik durch den wachsenden Reha-Bereich verdrängt werden könnte.

Schon im Frühjahr hätten sich die Fraktionsvorsitzenden vor Ort über die Pläne informiert, erläuterte Imke Schneider, im Rathaus Abteilungsleiterin der Ortsentwicklung. Der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan stammt vom 8. Oktober 2012, die Öffentlichkeit wurde bei einer Informationsveranstaltung am 22. Juni 2015 beteiligt.

Ziel der Planung sei die Absicherung als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit Notfallambulanz sowie als Zentrum für Rehabilitationsmaßnahmen. Der Entwurf sähe Spielraum für eine Erweiterung des Klinikbetriebs und für Personalwohnungen vor, heißt es in der Beschlussvorlage. Eine Ausweitung des Reha-Bereiches für touristische Nutzungen zu Lasten des Akut-Klinikbetriebs werde verhindert – der sei für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung von zentraler Bedeutung.

Planungsrechtlich sei es aber nur schwer möglich, eine Veränderung des Klinikbetriebs in Richtung Reha-Klinik und Wellness-Urlaub zu verhindern, erläuterte Imke Schneider. Allerdings sei im Bebauungsplan eine Beschränkung auf maximal 300 Betten für Rehabilitationspatienten sowie deren Begleitpersonen festgeschrieben worden. Die Zahl der Dauerwohnungen für das Personal wurde auf 20 begrenzt. Die maximale Gebäudehöhe soll drei Etagen plus Dachgeschoss betragen.

Zum Sondergebiet Nordseeklinik gehört auch das landeseigene Grundstück auf der Westseite, auf dem das Institut für medizinische Klimatologie der Kieler Universität eine Außenstelle betreibt. Hier beschränkt der B-Plan die Nutzung auf die „universitäre Forschung“. Eine Ausnahme bilden auch die Gastronomieräume an der Norderstraße, die derzeit eine Eisdiele beherbergen. Hier könnten künftig auch ein kleines Café, ein kleines Gewerbe oder „freie Berufe“ unterkommen.

Einstimmig hat der Bauausschuss auch die Fertigstellung der Anliegerstraße Boy-Peter-Möller-Wai in Keitum beschlossen. Die Anwohner sollen mit dem Höchstsatz von derzeit 75 Prozent an den Erschließungskosten beteiligt werden – laut Straßenausbaubeitragsssatzung gilt der Weg als Anliegerstraße.

Bei der „Neuen Mitte“ in Westerland wird Anfang Dezember mit der Fertigstellung der Außenanlagen gerechnet. Anschließend wird mit der Sanierung der Straße im Bereich von Fisch-Blum begonnen, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Der Weg zur Friedrichstraße soll im März/April 2017 in Angriff genommen werden. Das neue Trafohäuschen wird auf Wunsch des Verschönerungsausschusses um rund 30 Zentimeter tiefer gesetzt – die Kosten dafür trägt die EVS. Die provisorischen öffentlichen Toiletten sollen erst entfernt werden, sobald die dauerhafte Lösung im Neubau bereitsteht.

Über eine Änderung des Bebauungsplanes für das Grundstück Keitumer Landstraße 36 kann sich das Diakonische Werk freuen. Die Gemeinde verzichtet auf den Streifen zur Bahnlinie, der eigentlich nicht bebaut werden darf, und ermöglicht damit einen Anbau an die „Werkstatt 36“. In der Werkstatt werden gespendete Möbel aufgearbeitet und für den Verkauf im Sozialladen vorbereitet. Mit der Erweiterung, so heißt es im Bauantrag, werde zehn benachteiligten Menschen weiterhin eine Perspektive gegeben, weitere sieben Angestellte behielten ihren Arbeitsplatz. „Eine wichtige Einrichtung“, lobte SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Zur Kenntnis nahmen die Ausschussmitglieder Veränderungen in der Wilhelmstraße in Westerland: Der Topkauf-Supermarkt zieht aus und macht Platz für Bekleidungsdiscounter Kik. In die alten Kik-Räume wiederum zieht der Sonderpostenmarkt Tedi ein.

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