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Sylter Rundschau

30. August 2016 | 19:02 Uhr

Besuch bei Rheingau-Winzer in Keitum : Nördlichster Weinberg Deutschlands: Hessen staunen über Sylt-Wein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hessische Rundfunk schickte ein Fernsehteam nach Keitum, um mit Christian Ress über sein Sylter Wein-Abenteuer zu sprechen.

Keitum | Wo liegt der nördlichste Weinberg eines hessischen Winzers? Das wollte eine Zuschauerfrage bei der Hessenschau, dem regionalen Fernsehmagazin des Hessischen Rundfunks (HR) wissen. Die für hessische Ohren ungewöhnliche Antwort lautet: in Keitum auf Sylt. Und damit die ungläubigen Hessen sehen, dass diese Antwort stimmt, reiste ein fast zehnköpfiges Fernsehteam des HR am vergangenen Montag auf die Insel - begleitet vom Rheingau-Winzer Christian Ress. Bei strahlendem Sonnenschein und umrankt von sehr gesund aussehenden Rebstöcken erzählte Ress in einer Liveschaltung in die Hessenschau von seinem „Weinbau-Abenteuer“ in der Keitumer Senke.

Der Weinemacher des traditionsreichen und international renommierten Weinguts Balthasar Ress setzte 2009 die Rebstöcke auf dem ausgewiesenen 3000 Quadratmeter großen Acker, der als Weinanbaufläche ebenso zu gelassen wurde wie die benachbarte, gleichgroße Fläche, die von einer kleinen Gruppe Sylter Weinenthusiasten übernommen wurde.

Ress versteht es, sich und seine Arbeit im „nördlichsten Weindorf Deutschlands“ immer wieder gut ins Gespräch zu bringen. Das mag auch an dem Renommee seines heimischen Betriebs liegen, der mit seinen Spitzenweinen zu den deutschen Top-Produzenten von Rieslingen gehört, die wichtige Auszeichnungen und hohe Preise erzielen.

Wie ausdifferenziert und geschmacklich überzeugend die Ress-Weine sind, wurde nach dem Dreh bei einer kleinen Runde mit geladenen Gästen im Keitumer Hotel Severin's erfahrbar. Der Küchenchef des Hoteleigenen Restaurants Tipkens, Daniel Reese, hatte ein 5-Gang-Menü zu fünf verschiedenen Gewächse von Balthasar Ress kreiert, das zum einen das hohe Niveau der Küche demonstrierte, zum anderen die Feinheiten der Weine, die Christian Ress vorstellte. Wichtig war ihm dabei die Betrachtung der Weine unter dem Gesichtspunkt ihres Anbaus, also wie die Reben im Berg behandelt und wie ihre Trauben dann im Keller verarbeitet werden.

Ress betonte dabei seine Haltung zu einem naturnahen, am Bio-Landbau orientierten Verfahren, das ohne Chemie auskommen will. Zwar ist sein Betrieb nicht als Bio-Weingut zertifiziert, „weil wir noch nicht komplett darauf umgestellt haben, aber viele unserer Flächen werden nach den Bio-Maßgaben, ja zum Teil auch nach den Prinzipien der Biodynamik bearbeitet.“ Mit Blick auf seine Sylter Reben ist Ress ohnehin von einem konsequent biologisch orientiertem Anbau überzeugt. „Etwas anderes passt doch nicht zu Sylt. Die Insel steht für Natur. Hier sollten auch nur nachhaltige landwirtschaftliche Projekte stattfinden", ist Ress überzeugt.

Dass die sich die auch wirtschaftlich lohnen, beweist der reißende Absatz, den sein „Sölring-Wein“ erlebt. Allerdings ist und bleibt die Menge der Flaschen, die die Fläche hergibt, gering. Rund 1.200 Flaschen (0,7) sind es für den 2014-Jahrgang, als mögliche maximale Ernte geht Ress von rund 1.500 Flaschen aus. Jede einzelne kostet mittlerweile 75 Euro. „Ich betreibe ein Wirtschaftsunternehmen, da kann ich keine Produkte machen, die sich nicht rechnen“, stellt Christian Ress klar und erläutert auch noch mal den „immensen Aufwand, den wir für die Sylter Flächen betreiben müssen“. Denn sein Sylter Weinbau-Abenteuer hat er nie als Spielerei, sondern als gutes Investment gesehen.

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erstellt am 24.Jun.2015 | 19:36 Uhr

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