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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Hallen 25 & 28 : Neues Gutachten löst Kostenschock auf Sylt aus

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein neues Gutachten hat die Mängel und Schäden der Hallen 25 und 28 ermittelt: Knapp fünf Millionen Euro sind für die Instandsetzung nötig.

„Ich glaube, diese Informationen müssen wir jetzt erstmal sacken lassen“, sagte der Vorsitzende Bernd Christensen (SWG) am Mittwochabend in die sprachlose Runde der Bauausschuss-Mitglieder der Gemeinde Sylt. In der Tat hatte es vielen - der sonst so diskussionsfreudigen Kommunalpolitiker - angesichts der aktuellen Informationen die Sprache verschlagen: Gut dreißig Minuten hatten Architektin Birte Welling-Volquardsen und Bauingenieur Günter Korsch zuvor die Ergebnisse ihrer Kostenschätzung für die Instandsetzung der Hallen 25 und 28 vorgestellt: 2,164 Millionen Euro müssen demnach in die Halle 25 und 2,162 Millionen Euro in die Halle 28 investiert werden. Die Architektin betonte ausdrücklich, dass in dieser Schätzung noch wichtige Positionen fehlen würden – wie zum Beispiel Kosten für die Entfernung des Schimmelpilzes, die aufgrund fehlender Laborergebnisse noch nicht vorliegen würden.


Mangelnde Standsicherheit der Halle 25


Die Aufzählung der umfangreichen Mängel beider Hallen, die Architektin Welling-Volquardsen in der Sitzung detailliert vorstellte, schien gar kein Ende zu finden. Um nur einige davon zu nennen: ●Die Fassaden der Hallen sind sanierungsbedürftig. ● In beiden Hallen gibt es teilweise massive Schimmelbildung. ●In der Halle 25 weist das Betontragwerk Risse auf, außerdem müssen dort alle sanitären Einrichtungen saniert werden. ●Bei beiden Hallen korrodiert der Beton sowohl von innen als auch von außen. ●Zahlreiche defekte Fenster und Türen müssen repariert werden. ●Das Dach der Halle 25 muss dringend repariert werden.●Das Dach der Halle 28 muss komplett saniert werden. ●Außerdem müssen im Innenbereich beider Hallen die Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden, zum Beispiel durch die Schaffung eines zusätzlichen Fluchtweges in der Halle 28. ●Darüber hinaus sind etliche feuchtigkeitsbedingte Schäden entstanden, die dringend behoben werden müssten.

Ein Kernthema, das die Architektin und den beratenden Ingenieur besonders sorgt, ist die mangelnde Standsicherheit und der Zustand des Tragwerks der Halle 25 (wir berichteten). „Die bestehenden Schäden an der Halle, wie Risse, Abplatzungen oder freiliegende Bewehrungsstähle, werden von uns als für die Standsicherheit relevant und kritisch eingestuft“, sagte Günter Korsch. Die Standsicherheit der Halle sei daher nicht gegeben – das bedeutet im Klartext: Die Halle 25 ist einsturzgefährdet.

Der Ingenieur für Bauwesen rät deshalb von einer Nutzung dringend ab. Allerdings müssten zunächst noch weitere Untersuchungen bei der Halle 25 erfolgen: „Wir kennen weder die genaue Geometrie des Tragwerks, noch wissen wir, welcher Beton verarbeitet wurde – die Konstruktion ist immerhin 80 Jahre alt“, sagte er in der Sitzung des Bauausschusses. „Dass, was wir heute an Stahl haben, gab es damals noch nicht und den Beton, den wir heute fertigen können, konnten wir damals noch nicht fertigen. Es ist also noch ein langer Weg, um bei der Halle 25 einmal sagen zu können, dass sie genutzt werden kann“, so Bauexperte Korsch.

Doch was nun? An einen Abriss der Hallen ist derzeit schon aufgrund des Denkmalschutzes nicht zu denken. Außerdem hatten in einem Bürgerbegehren im vergangenen Juni 77,4 Prozent der teilnehmenden Wahlberechtigten der Gemeinde Sylt zugunsten des Erhalts der Hallen gestimmt. Nach dieser Entscheidung richtet sich auch Bürgermeister Nikolas Häckel: „Ich habe von der Sylter Bevölkerung den ganz klaren Auftrag erhalten, die Hallen zu erhalten – und daran halte ich mich“, sagte er gestern gegenüber der Sylter Rundschau. Seine Aufgabe sei es nun, gemeinsam mit dem Kämmerer die Kosten für die Instandsetzung der Hallen für das Haushaltsjahr 2018 einzuplanen.

Überraschend kamen die hohen Kosten für den Bürgermeister allerdings nicht: Bereits vor dem Bürgerbegehren habe ein Gutachten die Kosten der Instandsetzung beider Hallen auf knapp fünf Millionen geschätzt.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 18:39 Uhr

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