zur Navigation springen

Sylter Rundschau

27. September 2016 | 02:11 Uhr

Bauprojekt auf Sylt : Neuer Häuschenstreit um Neue Mitte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die hässliche WC-Anlage auf dem Vorplatz ist bereits abgerissen, doch jetzt sorgt das vergrößerte Trafo-Häuschen für Ärger in der Politik.

Das Bauprojekt „Neue Mitte“ scheint geradezu prädestiniert zu sein für Auseinandersetzungen in politischen Gremien. In den vergangenen Jahren wurde im Ortsbeirat, im Bauausschuss und in der Gemeindevertretung immer wieder heftig über das Wohn- und Geschäftshaus mitten in der Westerländer Innenstadt gestritten. Dabei ging nicht nur um die Bauhöhe, die architektonische Gestaltung oder ganz grundsätzlich über den Sinn und Zweck des großen Gebäude-Ensembles, sondern auch um das „Schicksal“ kleiner Häuschen. Lange stand dabei ein Klohäuschen im Fokus: Was wird künftig aus dem unschönen Gebäude mit den öffentlichen Toiletten auf dem Vorplatz, der ebenfalls neu gestaltet werden soll, lautete eine wichtige „Bedürfnisfrage“.

Darüber herrscht mittlerweile Klarheit: Die WC-Anlage wird seitlich in das Erdgeschoss des neuen Wohn- und Geschäftshauses integriert, behindertengerecht und barrierefrei gebaut und bleibt weiter öffentlich zugänglich. Das alte Häuschen ist bereits abgerissen, als Übergangslösung steht bis zur Eröffnung der „Neuen Mitte“ an fast der alten Stelle ein Toilettencontainer. Unmittelbar daneben jedoch befindet sich ein weiteres kleines Gebäude, das am Montagabend für neue Unmutsbekundungen im Bauausschuss sorgte. Es handelt sich um ein Trafo-Häuschen der EVS, das sogar vergrößert werden musste, um den neuen elektrischen Anforderungen in Westerlands neuer Mitte gerecht zu werden. Anders als das Klohäuschen müsse dieses „Bauwerk“ dort aber stehenbleiben, Alternativpläne seien aus unterschiedlichen Gründen gescheitert, erklärte Dirk Rußkamp vom Tiefbauamt auf Nachfrage von Ausschussmitgliedern. So hätten sich die EVS, Bauherr DC Developments und die Gemeinde Sylt, auf deren Grund das Trafo-Häuschen steht, nicht einigen können, die Elektro-Anlage ebenfalls in das Wohn- und Geschäftshaus zu integrieren. Von Überlegungen, den Trafo unterirdisch auf dem Platz unterzubringen, hätte man wegen der hohen Kosten von 150  000 Euro Abstand genommen, so Rußkamp. Auch ein Versetzen des Trafo-Häuschens dorthin, wo derzeit der WC-Container steht, käme nicht in Frage, weil dadurch Umbauten des benachbarten Gebäudes unmöglich würden. Eigentümer Stefan Gutt bestätigte auf Anfrage der Sylter Rundschau, dass er in Erwägung ziehe, in die zehn Meter lange und mehr als fünf Meter hohe Klinkerfassade zusätzliche Schaufenster für sein Modegeschäft einzubauen und damit den Platz in der Neuen Mitte städtebaulich aufzuwerten.Das Trafo-Häuschen muss also bleiben, wo es ist. Deshalb soll jetzt geprüft werden, ob es entweder mit Holz verkleidet oder hinter Pflanzen versteckt werden kann. Mehrere Gemeindevertreter wie Ursula Lunk-Lorek, Holger Flessau oder Kay Abeling kritisierten die Informationspolitik des Bauamts: „Das hätten wir viel früher wissen müssen, das stand auf keinen Plänen.“ Dagegen verwahrte sich Rußkamp ausdrücklich, die Verwaltung habe die Politik stets offen und zeitnah über diese Problematik unterrichtet.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2016 | 04:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen