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Sylter Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

KOMMUNALPOLITIK : Neue Krippenplätze für die Insel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Finanzausschuss der Gemeinde Sylt stimmten die Politiker für den Ausbau des Tinnumer Kindergartens /Diskussion gab es bei einem anderen Punkt

„Ich weiß, dass da jetzt viel Geld in die Hände genommen werden muss, aber neue Krippenplätze sind in der Gemeinde einfach dringend notwendig“, sagte Amtsleiterin Monika Kuhn im Finanzausschuss am vergangenen Mittwoch nachdrücklich. Schon im Schulausschuss im Februar wurde über die Engpässe im Bereich der Versorgung mit Krippenplätzen in der Gemeinde Sylt informiert. Zur Beseitigung dieses Engpasses hatten damals sowohl der Fachausschuss wie auch nachfolgend der Finanzausschuss und die Gemeindevertretung der Einrichtung einer zusätzlichen Krippengruppe in der Sylt Kita als Interimslösung zugestimmt, die am 1. Mai ihren Betrieb aufnahm. Nun soll eine langfristige Lösung folgen, denn immer noch ist ein großer Engpass vorhanden und die Nachfrage nach Krippenplätzen in der Gemeinde Sylt so hoch, dass zum Sommer sogar elf Kinder keinen Krippenplatz bekommen können.

Der Gemeinnützige Verein für Jugenderholung hat daher seine drei Kitastandorte im Osten der Gemeinde Sylt auf bestehende Erweiterungsmöglichkeiten hin untersucht. Nach Angaben von Monika Kuhn, Amtsleiterin für Inneres und Bildung, eigne sich am ehesten ein Anbau im Bereich des Tinnumer Kindergartens, wo zwei neue Krippengruppen entstehen sollen. „Es gibt schon einen Bebauungsplan und wenn alles gut läuft, dann könnte bei guter Witterung zum Jahresende mit dem Spatenstich begonnen werden“, so Kuhn.

Die finanziellen Auswirkungen für die zwanzig neuen Krippenplätze sollen sich auf 415  900 Euro Eigenanteil für die Gemeinde Sylt belaufen. Für zwei Gruppen werden jeweils zwei Erzieher und zwei sozialpädagogische Assistenten benötigt.

„Ich weiß, dass da eine Menge Finanzmittel dran hängen, bitte den Ausschuss aber, dieser dringenden Maßnahme zuzustimmen“, appellierte Kuhn an die Kommunalpolitiker. Die elf stimmberechtigten Mitglieder entschieden schließlich einstimmig und ohne Diskussion zugunsten der Krippenplätze, über die aber nun noch die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag, 21. Juli, beschließen müssen.


Hitzige Diskussion um 2000 Euro


So friedlich wie bei der Entscheidung über die Krippenplätze blieb es in der über zwei Stunden andauernden Sitzung aber nicht. Vor allem ein Punkt sorgte unter den Kommunalpolitikern für Aufregung. „Mir ist diese Diskussion wichtig, auch wenn sie jetzt vor der Presse ein wenig unschön ist“, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel während der hitzigen Debatte um einen Zuschuss für das Freiwillige Rettungscorps Westerland. Das Rettungscorps feiert am 14. August sein 125-jähriges Bestehen und hatte einen Zuschussantrag für dieses Jubiläum bei der Gemeinde Sylt eingereicht – allerdings erst im vergangenen Juni. In der Regel müssen solche Anträge früher eingehen, damit der Haushalt mit den Ausgaben rechnen kann.

Der Feuerschutzausschuss, der das Thema bereits in seiner vergangenen Sitzung behandelt hatte, empfahl, das Jubiläum mit 2000 Euro zu unterstützen – keine besonders hohe Summe für eine Gemeinde, die meist über wesentlich höhere Beträge entscheidet. Da für die empfohlenen 2000 Euro im Haushalt allerdings keine entsprechenden Mittel eingeplant wären, stand in der Beschlussvorlage, die finanzielle Unterstützung abzulehnen. „Die Frage ist doch: Woher sollen wir das Geld nehmen? Darüber müssen wir reden“, sagte Nikolas Häckel in die Runde. „Das fängt bei 2000 Euro an und hört bei 450  000 Euro auf – das Geld muss aber irgendwoher kommen! Wir können nicht bei jedem Antrag automatisch Ja sagen, auch wenn es, wie hier, für eine durchaus unterstützenswerte Sache ist.“ Damit sorgte der Bürgermeister für Empörung unter den Politikern, denn gerade wenn es um das Ehrenamt geht, fühlen sich viele der Sylter Kommunalpolitiker solidarisch. „2000 Euro sind durchaus angebracht. Hier wird mit dem Geld sehr sorgsam umgegangen“, erklärte Bürgervorsteher Peter Schnittgard, und SPD-Fraktionsleiter Gerd Nielsen betonte: „Dafür muss Geld in der Gemeinde vorhanden sein. Es muss Luft im Haushalt eingebaut werden, damit wir so etwas nicht lange diskutieren müssen. Wir verabschieden hier riesige Beträge und jetzt machen wir hier so ein Thema um 2000 Euro. Das sind nun wirklich Peanuts.“ Bei der Abstimmung entschied sich der Finanzausschuss schließlich, dem Verein die 2000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Ich setze mich gerne persönlich mit dem Bürgermeister hin und gucke, ob wir nicht noch irgendwo 2000 Euro in der Budgetierung haben.“

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erstellt am 18.Jul.2016 | 04:29 Uhr

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