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Sylter Rundschau

11. Dezember 2016 | 03:23 Uhr

Rhein-Neckar Air : Neue Flugverbindung: Von Sylt nach Münster und zurück

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Es gibt eine neue Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Westfalen. Unsere Reporterin war beim Jungfernflug an Bord.

„Herzlich willkommen an Bord der Rhein-Neckar Air von Sylt nach Münster/Osnabrück“, knarzte es freundlich durch die Lautsprecher der Dornier 328, einer Turboprop-Maschine für 31 Passagiere. Im adretten dunkelblauen Kostüm und mit einem strahlenden Lächeln begrüßte Flugbegleiterin Nicole Reisinger am vergangenen Sonnabend die ersten Gäste auf dem Jungfernflug von Nordfriesland nach Westfalen. Einer der Passagiere bin ich, bei meinen Freunden sicherlich nicht als begeisterte Vielfliegerin bekannt.

Während der unumgänglichen Vorbereitungen vor dem Start (Handy ausschalten, Gurt festzurren, die Sicherheitsdemonstrationen mehr oder weniger aufmerksam anhören) klopft mein Herz bis in den Hals, denn kleine Flugzeuge – noch dazu mit Propeller – gehören normalerweise nicht zu den Orten, an die ich mich an einem bewölkten und windigen Sonnabendvormittag wünsche. Nun war die Tür aber zu, Flugbegleiterin Reisinger angeschnallt und die Propeller begannen, sich immer schneller zu drehen.

Eine Stunde zuvor, als ich noch Sylter Boden unter den Füßen hatte, war die Maschine aus Mannheim auf der Insel gelandet und der Tradition entsprechend von zwei Löschfahrzeugen der Feuerwehr mit einer Wasserfontäne getauft worden. Es gab eine Willkommens-Torte von Flughafen-Chef Peter Douven und eine besondere Anekdote, denn der Flug ab Mannheim war in zweierlei Hinsicht ein Jungfernflug: „Wir hatten eine 85-Jährige an Bord, die zum ersten Mal in ihrem Leben geflogen ist“, so der Airline-Geschäftsführer Ansgar Gerken. Die Dame sei nach der Landung regelrecht euphorisch gewesen: „Wenn Fliegen immer so toll ist, dann habe ich mein Leben lang etwas verpasst“, sagte sie dem Geschäftsführer begeistert.

Die Dornier 328 der Rhein-Neckar Air wurde am Sonnabend gebührend mit Wasserfontänen aus zwei Löschfahrzeugen auf dem Sylter Flughafen begrüßt.

Die Dornier 328 der Rhein-Neckar Air wurde am Sonnabend gebührend mit Wasserfontänen aus zwei Löschfahrzeugen auf dem Sylter Flughafen begrüßt.

Foto: Nieß
 

Das machte Mut. Dennoch zählte ich langsam die Minuten, die mir bis zum Start nach Münster blieben. Lange dauerte es nicht, bis die beiden Kapitäne Lars Jacobs und Gregor Kluyken sowie ihre Besatzung, also Nicole Reisinger, die Maschine wieder fit für den zweiten Flug des Tages machten.

Beim Start versuchte ich das unangenehme Kribbeln in meinem Bauch zu ignorieren, denn als die Maschine losraste, holperte, ratterte und dröhnte es gewaltig. Weil aber Frau Reisinger völlig entspannt auf ihrem Klappsitz saß, entspannte auch ich mich langsam. Einen Grund zur Sorge gab es auch nicht: Völlig ruhig flog uns die kleine Dornier 328 in nur 40 Minuten nach Münster – in der gleichen Zeit fährt die Linie 2 auch nach Hörnum. Zwischendurch machten die Piloten sogar die Tür zu den Piloten auf und der Blick aus dem Cockpit ermöglicht mir eine Sicht, die es auf Linienflügen nur noch selten gibt.

Dass zu den acht bestehenden Flugverbindungen von und auf die Insel ab sofort zwei neue Destinationen dazukommen, freut auch Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG). „Die Regionen, die die Rhein-Neckar Air anfliegt, sind für uns elementar wichtig“, weiß Luft. „Gerade aus dem gesamten Gebiet um Westfalen kommt ein Großteil unserer Gäste. Gleiches gilt auch für Mannheim, da die Anreise aus dem Süden Deutschlands oft sehr mühsam ist“. Eine schnelle Erreichbarkeit sei heute für viele Gäste wichtiger, als auf jeden Cent zu achten, so der Touristiker. Auch sein Kollege Steffen Jahrmarkt vom Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) weiß, wie wichtig eine solche Flugverbindung ist: „Bequeme und schnelle Flugverbindungen aus den Quellgebieten werden zu Zeiten sinkender Aufenthaltsdauern immer wichtiger“, sagt er gegenüber der Sylter Rundschau. „Sylt liegt im äußersten Randgebiet Deutschlands und die Anreise über Straße oder Schiene kann umständlich und zeitaufwändig sein. Die Möglichkeit zur bequemen und schnellen An- und Abreise fließt, gerade bei Kurzreisen, deutlich spürbar in die Wahl des Urlaubzieles mit ein“, so Jahrmarkt.

Die Landung in Münster verläuft absolut reibungslos und nach einem kurzen Aufenthalt geht es auch schon wieder zurück. Nach noch nicht einmal 100 Minuten habe ich wieder Sylter Boden unter den Füßen, bin aber überzeugt, nicht zum letzten Mal diesen Weg von der Insel gewählt zu haben.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 05:24 Uhr

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