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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 11:08 Uhr

Sylter Radler : Mit Muskelkraft über die Insel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt gilt als tolles Ziel für Radfahrer. Immer mehr Frischluftliebhaber tummeln sich auf den Fahrradwegen und Straßen – das hat nicht nur Vorteile.

Das Fahrrad gilt – zumindest in den Sommermonaten – als Fortbewegungsmittel Nummer Eins auf der Insel. Ist die Luft warm und sind die Wege kurz, schwingen sich sowohl Insulaner als auch Urlauber gern in den Sattel. Auch längere Touren legen viele gern auf dem Drahtesel zurück und genießen die Sylter Natur. Bei rund 200 Kilometer Radwegen ist die Auswahl auf Sylt üppig. Besonders beliebt sind die Strecken von Westerland nach Hörnum oder List entlang der stillgelegten Inselbahntrasse, die durch die Dünenlandschaft führt. Doch der Trend zur umweltbewussten Fortbewegung sorgt auch dafür, dass die Radwege auf der Insel voller und dadurch die Unfallgefahr größer wird.

„Es gibt einen allgemeinen Trend zum Fahrradfahren“, sagt Torsten Biß von der Sylter Polizei. Dadurch seien die Radwege und Straßen in der Hochsaison sehr überfüllt und es komme häufiger zu Zusammenstößen. Neben kleineren Schürfwunden komme es teilweise auch zu schlimmeren Verletzungen, wie massiven Kopfverletzungen. „Das Problem ist, dass viele Menschen das ganze Jahr über nie Fahrrad fahren“, sagt der Polizist. Im Urlaub radeln sie dann für 14 Tage und sind „total überfordert von der Situation“. Selbst auf gerader Strecke würde es dann häufig krachen. Mehr Unfälle als im Vorjahr habe es 2016 auf Sylt bisher allerdings nicht gegeben. Den unsichereren Radlern rät er, das Zweirad „einfach stehen zu lassen“, um sich und andere nicht zu gefährden.

Das eigene Rad lassen viele Besucher meist zu Hause und leihen sich ein passendes Gefährt auf der Insel. Die CO2-neutralen Fortbewegungsmittel erfreuen sich auf Sylt einer wachsenden Beliebtheit. „Wir waren jetzt gerade für rund fünf Wochen komplett ausgebucht“, sagt Irina Gentner, Inhaberin von Lydias Fahrradverleih, erfreut. Für einige Wochen musste sie auf ihrer Homepage, über die die rund 550 Räder in Westerland und Tinnum gemietet werden können, „Ausgebucht“ schreiben. Das sei im vergangenen Jahr anders gewesen. Den Grund dafür sieht sie darin, dass immer mehr Menschen erkennen, dass man Sylt besser mit dem Fahrrad erkunden könne. Auch Elektrofahrräder würden jetzt verstärkt nachgefragt.

Den Trend zum E-Bike sieht auch Lefke Hansen, Geschäftsführerin von Sylt Bike in Tinnum. „Im letzten Jahr waren rund 50 Prozent der Vermietungen bei uns E-Bikes – jetzt sind es schon 70 Prozent.“ Die meisten Räder verleiht sie am Wochenende und montags. Allgemein sei die Nachfrage stark gestiegen. „Viele merken, dass sie mit dem Rad viel flexibler und bequemer voran kommt, als mit dem Auto“, sagt Hansen. Gerade in Westerland, mit den vielen Baustellen im Moment, ginge es so schneller.

„Fahrradfahren ist eine der besten Fortbewegungsform auf der Insel“, bestätigt auch der Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG), Moritz Luft. Die Fahrradmobilität auf Sylt zu fördern sei ihm wichtig, obwohl er grundlegend zufrieden sei und „schon viel passiert ist“. Positiv wäre es allerdings, wenn die Knotenpunkte in Westerland entlastet würden und mehr Fahrradständer aufgestellt werden, sagt er.

Der Wind – der häufig über die Insel fegt – kann das radeln erschweren. Wer zuvor noch vom Rückenwind geschoben in die eine Richtung düst, kann nach der Kaffeepause am Meer mit starkem Gegenwind zu kämpfen habe. Entspannung und Ruhe weichen dann körperlicher Anstrengung und können in einen schweißtreibenden Windkampf ausarten. Praktisch, dass die Busse auch Fahrradplätze haben: Eine spezielle Vorrichtung am Heck der Fahrzeuge ermöglicht den Transport von Fahrrädern. So kann das Rad, trotz Wind und möglichem Regen, seinen Platz an der Spitze der Fortbewegungsmittel auf Sylt behalten.

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erstellt am 27.Aug.2016 | 04:33 Uhr

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