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Sylter Rundschau

23. März 2017 | 01:28 Uhr

Syltlauf 2017 : Mit guter Laune gegen Wind und Wetter

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Regenschauer vom Start in Hörnum bis zum Ziel in List sowie eine kühle Brise aus Südwest sorgten für harte Bedingungen auf der Strecke

„Wenn ich nicht wüsste, wie schön es sein kann, ich würde nicht wiederkommen.“ Diese Worte einer Sportlerin beim Zieleinlauf in List musste man nicht ernst nehmen, denn wenige Minuten später lachte sie schon wieder. Doch in der Tat war der 36. Syltlauf „kein Zuckerschlecken“. Der durchgängige Regen sowie ein kühler Wind aus Südwest sorgten für erschwerte Bedingungen, vor allem auch für die Zuschauer. Die ließen sich die gute Stimmung jedoch nicht verderben: „Das ist eben Sylt, man braucht nur die richtige Klamotte“, erklärte eine Westerländerin, während sie jeden vorbeiziehenden Läufer kräftig anfeuerte. Und in der Hand schwenkte sie ein Megafon, aus dem laut ertönte: „We are the Champions.“

Franz Beilmann, der „Vater des Syltlaufs“, stand derweil im Ziel bereit, um die Sportler zu empfangen. Kurz bevor der erste Läufer ankam, gab er noch Interviews für Radio und Fernsehen: „Wir fingen damals mit 15 Leuten an und wollten eigentlich unter uns bleiben“, verriet er. „Doch das ging irgendwie nicht. Heute ist mit 1405 Teilnehmern aber die absolute Obergrenze erreicht.“ Dass die Startnummern so begehrt sind, wundert ihn nicht: „Diese einmalige Strecke hat eben ihren besonderen Reiz – links die Nordsee, rechts das Wattenmeer. Und wenn man gut trainiert ist, macht der kalte Wind den Läufern nicht so viel aus.“ Während sein aufmerksamer Blick stets zum Zieleinlauf huschte, witzelte Beilmann noch schnell: „Das Wetter hat außerdem auch sein Gutes, wir haben heute keinen Pollenflug.“

Kurz darauf kam der erste Läufer ins Ziel, nach zwei Stunden und sechs Minuten. Franz Beilmann musste den Siegerkranz allerdings erstmal liegen lassen, denn es war „nur“ ein Staffelläufer der Mannschaft Hurrican. Der schnellste Einzelläufer, Jannis Kellermann mit der Startnummer 271, lief eine Zeit von 2:10:07 Stunden. Der junge Mann hatte sogar noch Puste für ein Interview an Ort und Stelle und erklärte entspannt: „Bei Kilometer 31 wusste ich, das wird wohl gut klappen, denn ich sah niemanden direkt hinter mir.“ Die erste Dame im Ziel war Katharina Nüser (Team Wittenseer Quelle): „Es war sehr, sehr kalt und ich habe mich unterwegs die ganze Zeit auf eine heiße Dusche gefreut. Letztes Jahr war ich etwas schneller, aber das ist mir egal. Ich habe mein Ziel ja erreicht und meinen Vorjahrestitel verteidigt.“ Die Staffel vom Schulzentrum Sylt verlor zwar ihren Titel, wurde als zweitbeste Mannschaft aber dennoch mit besonders herzlichem Applaus begrüßt. Und dies zurecht, denn ihre Zeit war noch besser als im letzten Jahr. Als erstem Sylter Einzelläufer konnte Beilmann Henning Leppek gratulieren. „Dies war nicht mein schwerster, aber mein feuchtester Lauf“, erklärte Leppek vor Nässe triefend, aber dennoch gut gelaunt: „Jetzt schnell aus den nassen Klamotten schälen, eine Banane essen und schon ist wieder alles gut.“ Sandra Morchner lief nur wenige Minuten nach ihm ins Ziel – sie war die zweitschnellste Frau insgesamt und damit beste Insulanerin.

Unter den Läufern befanden sich übrigens 285 Sylter, daneben Teilnehmer aus insgesamt 15 Bundesländern, und sogar welche aus der Schweiz, Dänemark und Polen. 788 Läufer sind Mehrfachteilnehmer. Sie wissen eben doch alle, wie schön es sein kann. Franz Beilmann betonte es ja schon: „Links das Meer, rechts das Watt.“ Nicht zu vergessen, die jubelnden Syltlauf-Fans am Wegesrand. Da kann einem das bisschen Wind und Regen doch (beinahe) egal sein.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 00:09 Uhr

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