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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Adventskalender der Sylter Rundschau : „Mein Lieblingsbuch seit über 20 Jahren“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bis Weihnachten stellen wir jeden Tag ein Lieblingsbuch eines Menschen dieser Insel vor. Heute erzählt Bürgermeister Nikolas Häckel, was er gerne liest

Für den diesjährigen Adventskalender öffnen wir gemeinsam mit unserem goldenen Hirschen für Sie die Türen von Insulanern und schauen auf Nachttische und in Bücherschränke: Bis Weihnachten stellen wir jeden Tag ein Lieblingsbuch eines Menschen dieser Insel und seine Geschichte dazu vor. Das kann ein spannender Krimi, eine Biographie, ein kitschiger Liebesroman oder auch das allerliebste Kinderbuch sein – die einzige Bedingung ist, dass das Buch für den Besitzer eine besondere Bedeutung hat. Heute sind wir im Westerländer Rathaus zu Gast und Bürgermeister Nikolas Häckel erzählt, was ihn an seinem Lieblingsbuch so fasziniert.

„Mein Lieblingsbuch ist ein ganz alter Schinken aus den 70er Jahren. Ich habe es zum ersten Mal gelesen, als ich in der Ausbildung zum Rettungssanitäter war, das ist jetzt gut 20 Jahre her. Es heißt „House of God“ und ist von Samuel Shem.

Das Buch kursierte damals bei uns im Rettungsdienst und wurden von uns allen gelesen. Es ist jetzt zwar nicht mehr so präsent auf dem Markt, dennoch absolut lesenswert. Ich hebe generell – bis auf einige Reiseführer – keine Bücher auf. Dieses aber ist das einzig echte Buch, das ich tatsächlich aufgehoben habe.

Das Buch handelt von einem amerikanischen Arzt im Praktikum. In dem Klinikjahr, das es auch in Deutschland gibt, lernen junge Ärzte die Strukturen in einem Krankenhaus kennen und wie dort gearbeitet wird. Das Buch eignet sich daher wunderbar für Menschen, die in medizinischen Berufen tätig sind, da es die emotionale Lebenswelt der Beschäftigten und die hierarchische Strukturen abbildet und dabei mit ganz viel Sarkasmus und Ironie arbeitet. Wer sich ein bisschen in der Medizin auskennt, findet sich dort sicherlich wieder.

Es ist eine sehr vielschichtige Geschichte, kritisch, medizinisch, medizinkritisch, strukturkritisch und sehr bewegend. Auch wenn es jetzt schon alt ist, hat es an Aktualität sicherlich nicht verloren.Mediziner haben von Berufswegen oft einen gewissen zynischen Humor – um mit den traumatischen Situationen umgehen zu können, die ihnen tagtäglich begegnen. Das kommt in dem Buch sehr gut zur Geltung. Und auch, wenn es schon etwas älter ist: Die Geschichte trifft immer noch den Zahn der Zeit. Auf der Insel erleben wir das unter anderem bei den Pflegeheimen. Da kommt mir dieses Buch auch immer wieder in den Sinn, weil wir einfach einen Weg finden müssen zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit.“

Nikolas Häckel empfiehlt: Samuel Shem: „House of God“

 

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Sylter Rundschau-Redakteurin Julia Nieß von
erstellt am 02.Dez.2016 | 10:46 Uhr

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