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Sylter Rundschau

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Rückreiseverkehr und Baustellen : Megastau legte Verkehr auf Sylt lahm

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Starker Abreiseverkehr und Baustellen sorgten für das erste große Verkehrschaos des Jahres.

Wer am Sonntag mit seinem Auto in der Westerländer Innenstadt unterwegs war, konnte einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was in den kommenden Monaten zum Dauerthema werden könnte: Kilometerlang standen die Autos Stoßstange an Stoßstange in einem Megastau durch den gesamten Innenstadtbereich.

Auf sämtlichen Straßen, die durch Westerland führen, vor allem in der Maybachstraße und Süderstraße, aber auch von der Keitumer Chaussee und aus der Tinnumer Straße kommend, ging es nur schleppend voran. Leidtragende waren nicht nur die Autofahrer, die auf dem Syltshuttle die Rückreise nach dem Himmelfahrtswochenende antreten wollten, sondern auch alle anderen, die Westerland einfach nur von Nord nach Süd durchqueren wollten.

Zwei Baustellen an neuralgischen Punkten in Westerland und der hohe Rückreiseverkehr waren Schuld an dem Chaos, zwei Umstände, die sich auch in den kommenden Monaten nicht verhindern lassen werden. Denn sowohl der Trift (in Richtung Rantum) als auch die Lorens-de-Hahn-Straße sind derzeit - und auch in den kommenden Monaten - für den Verkehr gesperrt und die Autofahrer suchen sich ihren Weg durch den gesamten Innentadtbereich.

„Man konnte gestern Westerland von Norden nach Süden kommend überhaupt nicht mehr passieren“, sagt Sven Paulsen, Geschäftsführer der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG), der auf das Verkehrschaos sehr aufgebracht reagierte. „Ich bin regelrecht außer mir“, sagte er unserer Zeitung, „wir sind hier die Leidtragenden und das noch vor der Saison. Wie soll es erst werden, wenn wir dieses Chaos im Sommer jedes Wochenende haben?“

Denn nicht nur die Autofahrer mussten gestern Nerven zeigen, auch die Fahrgäste der SVG, die mit dem Bus über die Insel wollten: „Unsere Fahrgäste sind total unzufrieden, kommen teilweise mit einer Verzögerung von bis zu einer Stunde in Westerland am ZOB an und erreichen ihre Abreisezüge nicht mehr“, sagt Paulsen aufgebracht. Einige Busse müssten total ausfallen. Seiner Meinung nach gebe es eine Möglichechkeit, den Verkehr einfach umzuleiten, allerdings müssten dafür Beamte der Polizei zum Einsatz kommen. An starken Abreisetagen habe in der Vergangenheit die Polizei den Verkehr noch gelenkt, gestern war kein Beamter weit und breit. „Wir haben die Polizei angerufen, die uns mitgeteilt hat, dass sie aufgrund einer Absprache mit der Gemeinde beim Abreiseverkehr nicht eingreifen soll.“ Diese Aussage machte Paulsen wütend: „Wie kann das sein?“, sagte er, „den Hintergrund verstehe ich absolut nicht, dafür ist die Polizei doch unter anderem da?“

So eine „Absprache“ sei Gabriele Gotthardt vom Ordnungsamt der Gemeinde Sylt in dieser Form nicht bekannt, sie räumt aber ein, dass es spezielle Regelungen zwischen Polizei und Gemeinde im Zusammenhang mit der Baustelle geben würde. Grundsätzlich sei dieses Chaos, das gestern eingetreten ist, aber vorhersehbar gewesen. „Wir wussten alle, dass es zu Engpässen kommen wird“, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung, „die Umleitungsstrecken sollen zwar zur Entzerrung beitragen, aber dass das auf so einem begrenzten Raum wie der Insel nicht gelingt, war von vornherein klar.“

Gabriele Gotthard weist darauf hin, dass es eine ausgeschilderte Umleitung gebe, die die Autos von Süden kommend über die Bäderstraße führt und die aus Norden und Osten kommend über die Brücke in Tinnum. „Die Beschilderung ist gut gemeint, aber Menschen, die sich gut auskennen oder meinen, sich auszukennen, beachten diese nicht.“ Man habe sich über Wochen und Monate Gedanken darüber gemacht, wie man den Verkehr lenken könne, „daher wäre es schön, wenn sich alle an diese Umleitungsstrecke halten würde“, sagt sie.

In der Gemeinde werde man sich dennoch in der kommenden Woche zusammensetzen und überlegen, wo man nun nachbessern könnte. Dennoch gebe es nicht viele Möglichkeiten: „Wir haben eine große Baumaßnahme, die uns noch über mehrere Monate begleitet“, sagt sie, „und diese ist notwendig“. Auf einer Insel mit begrenzten Räumlichkeiten und so hohem Verkehrsaufkommen habe jeder erwartet, dass es zu diesen Engpässen kommen wird. Dass es Pfingsten ebenfalls wieder zu einem Verkehrschaos kommen wird, sei anzunehmen, sagt Gotthardt, „aber ob es sich an jedem Wochenende im Sommer so zeigt, kann man jetzt noch nicht sagen.“

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erstellt am 08.Mai.2016 | 18:10 Uhr

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