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Sylter Rundschau

22. August 2014 | 07:54 Uhr

Lloyd Cole - wunderbar uncoole Songs für Melancholiker

vom

Keitum | Eine Gitarre und ein Mikrofon - mehr braucht ein guter Sänger und Songwriter nicht, um sein Publikum zwei Stunden lang zu unterhalten. Der in den USA lebende Engländer Lloyd Cole wäre am Sonntagabend im Friesensaal vermutlich auch ohne Mikrofon ausgekommen, so mucksmäuschen still lauschten die knapp 150 Zuhörer dem "Melancholy feeling" des graumelierten Familienvaters aus Massachusetts.

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Statt auf jugendliche Popstar-Attitüden zu setzen, machte Mr. Cole nicht nur bei seinen herrlich uncoolen Klamotten (braune Hose, schwarzes Hemd) keinen Hehl aus seinem Alter (51), sondern auch bei seinen Texten. Neben der wohldosierten Abmischung von akzentuiertem Gesang und filigranem Gitarrenspiel war es wohl vor allem der Inhalt der Songs, der das an Lebenserfahrung nicht minder reiche Publikum zur Konzentration zwang. Glücklich durften sich all jene schätzen, deren Englischkenntnisse gut genug waren, die stilvoll depressiven Songs über gescheiterte Ehen und Männer in der Midlife Crisis, über die Vergänglichkeit der Jugend oder die Sinnlosigkeit von Liebesliedern vollständig zu verstehen. Für alle anderen gab’s den Song "Music in a foreign language" und eine Ahnung von der Tiefe und bisweilen selbstironischen Distanz der Cole’schen Lyrik der letzten 30 Jahre.

Wer sich angesichts der Texte ein wenig Sorgen um das seelische Wohl des Songwriters machte, der wird sich freuen, dass Mr. Cole auch die schönen Seiten des Lebens und der Insel zu genießen weiß. Zum Beispiel gestern Vormittag bei einer Golfrunde in Hörnum. Spätestens danach stand für ihn fest, dass er auf jeden Fall wiederkommen will - obwohl das Publikum "very silent" war.

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von chr
erstellt am 20.Mrz.2012 | 08:15 Uhr

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