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Sylter Rundschau

07. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Hebammen auf Sylt : Land unterstützt weiter die Hebammen-Rufbereitschaft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Modellversuch der Hebammen-Rufbereitschaft auf Sylt war begrenzt auf 2016. Land und Krankenkassen wollen Projekt nun auch 2017 unterstützen.

Vor knapp elf Monaten wurde auf Sylt mit der Hebammen-Rufbereitschaft ein bundesweit einmaliges Projekt ins Leben gerufen, allerdings nur probeweise und mit begrenzter Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016. Lange war unsicher, ob der Modellversuch der 24-Stunden-Bereitschaft auch in 2017 weitergeführt werden kann. Vor allem die Finanzierung stand auf wackligen Beinen. Die Gesamtkosten beliefen sich im vergangenen Jahr auf 60  000 Euro, die hauptsächlich durch Mittel der gesetzlichen Krankenkassen und des Landes Schleswig-Holstein getragen wurden. Außerdem wurde das Projekt mit 26000 Euro durch die Gemeinde Sylt und mit 9000 Euro durch die Amtsgemeinden kofinanziert.

Bisher hatten ausschließlich die Krankenkassen, die die Rufbereitschaft zu 75 Prozent finanzierten, ihre Unterstützung für eine Fortsetzung signalisiert. Gestern bestätigte nun auch die Landesregierung, das Projekt weiter zu fördern: „Das Land wird sich auch im Jahr 2017 finanziell an der Hebammen-Rufbereitschaft auf Sylt beteiligen“, erklärte Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner gegenüber der Sylter Rundschau. „Die Details werden derzeit zwischen Kreis, Land und Krankenkassen abgestimmt“.

Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Eberhard Eberle (SPD), freute sich gestern über die guten Nachrichten: „Ich bin jetzt wirklich sehr erleichtert“, sagte er. „Das macht optimistisch, dass wir auch 2017 mit den Hebammen in der Rufbereitschaft zusammenarbeiten können.“ In wie fern die Sylter Gemeinden das Projekt mitfinanzieren werden, stehe noch nicht fest. In einer ersten Budgetaufstellung für das Haushaltsjahr 2017 taucht e die Unterstützung durch die Gemeinde gar nicht auf. Im vergangenen Sozialausschuss wurde allerdings dem Antrag der SPD zugestimmt, bis zur sicheren Entscheidung des Landes und der Krankenkassen 33  200 Euro für die Fortführung des Rufs zur Verfügung zu stellen. „Da das Land nun Bereitschaft signalisiert hat, müssen wir schauen, wie es in diesem Punkt weitergeht“, so Eberle.

Auch Nina Schmeck, die Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Gesundheit, Soziales und Veterinär des Kreises Nordfriesland, wünscht sich eine Fortsetzung der Rufbereitschaft. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das Projekt weitergeführt wird“, sagt sie mit Nachdruck. Es habe sich bewährt und funktioniere sehr gut. Auch die Zusammenarbeit mit den beiden teilnehmenden Hebammen sei hervorragend, so Schmeck.

Zwei der insgesamt drei Hebammen auf der Insel, Cornelia Bäcker und Heidrun Hepper, hatten sich im Oktober 2015 auf den Modellversuch eingelassen. Anke Bertram hingegen erklärte damals in einem Schreiben , dass sie sich aus „berufsethischen und rechtlichen Gründen“ nicht an dem Projekt beteiligen könne.

Über die Nachricht, dass das Land bereit ist, weiterhin Geld in die Rufbereitschaft zu stecken, freut sich Hebamme Cornelia Bäcker. „Ich mache natürlich gerne weiter“, sagt sie, betont jedoch, dass sie sich auch über die Beteiligung von Anke Bertram freuen würde. „Wir haben gemerkt, dass wir mit der Arbeit zu Zweit an unsere Grenzen kommen – auch wenn es machbar ist. Zu dritt wäre es dennoch schöner“, so Bäcker.

Sie und ihre Kollegin Hepper haben an einer Evaluation teilgenommen, an der auch Vertreter des Rettungsdienstes, des Kreises Nordfriesland, der Krankenkassen und der Gemeinde Sylt mitwirkten. Dabei wurde deutlich, dass „ein hoher Abdeckungsgrad erreicht wurde“, erklärt Nina Schmeck. Beide Hebammen würden gut zusammenarbeiten und sich abstimmen. Außerdem hätten sie den Wunsch geäußert, das derzeitige Angebot, das als Unterstützung für den Rettungsdienst konzipiert wurde, weiter zu einem echten Hebammenruf auszubauen, der von den Frauen selbst organisiert und beworben wird. „Dem stehen wir als Kreis natürlich sehr aufgeschlossen gegenüber“, so Schmeck. Auch die anderen Mitwirkenden der Evaluation hätten sich übereinstimmend für die Weiterentwicklung der Rufbereitschaft ausgesprochen.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 05:20 Uhr

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