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Sylter Rundschau

23. März 2017 | 01:27 Uhr

Sylt im Fernsehen : Labskaus auf der „Gret Palucca“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein NDR-Team unter Leitung von Grimme-Preisträger Klaus Scherer filmt in List für eine Entdeckungsreise durch Deutschland.

Sonderfahrt der „Gret Palucca“: Ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks stieg gestern im Lister Hafen auf den Kutter und umrundete den Ellenbogen. Erklärtes Ziel von NDR-Reporter Klaus Scherer: Den Fernsehzuschauern den nördlichsten Winkel Deutschlands zeigen.

Der 55-jährige Journalist ist auf Entdeckungsreise durch Deutschland. Für die Sendereihe „Länder – Menschen – Abenteuer“ der dritten Programme dreht er eine Reportage unter dem Titel „Sauerkraut und Sushi“. Dabei geht es dem ehemaligen USA- und Fernost-Korrespondenten nicht nur um ungewöhnliche Landschaften, sondern auch um ungewöhnliche Speisen. Auf der „Gret Palucca“ kam gestern Labskaus auf den Teller. Um die deutschen Landen nicht nur aus der Sicht eines Deutschen zu zeigen, ist die Japanerin Azusa Mori an seiner Seite. Als Tochter eines Japaners hat sie als junges Mädchen einige Jahre in Hamburg und München gelebt, kennt von Deutschland aber sonst nur wenig – und hat folglich genau die richtige Distanz, um der Deutschen tief verwurzelte Eigenheiten zu hinterfragen. Ihre Fragen reichen von „Warum heißen die Ostfriesen Ostfriesen, obwohl sie doch im Norden leben?“ über „Warum sind hier immer die Küchen so sauber?“ bis zu „Warum haben alle Kartoffelsorten Frauennamen?“

Die Drehorte für die Reisereportage sind über ganz Deutschland verstreut. Die Zuschauer waren aufgefordert, den Fernsehmachern ihre Ideen zu schicken. Am ersten Drehtag begleiteten Scherer und sein Team einen Steinmetz bei seiner Arbeit auf dem Kölner Dom – mit Hilfe einer Drohne sorgte Kameramann Johannes Anders für imposante Luftaufnahmen. In Celle sammelten Scherer und seine japanische Begleitung des Nachts Frühkartoffeln – das „Kartoffeln stoppeln“ war in der Zeit von Krieg, Hunger und Armut weit verbreitet. In Hamburg besuchten sie einen erfahrenen Sushikoch und brachten seinen Gästen bei, wie man richtig Nudelsuppe schlürft. In Borkum stand ein Schafzüchter im Mittelpunkt, in Thüringen ein Schlachter bei der Produktion der „Thüringer Rostbratwurst“ und in Brandenburg eine Draisine, die Scherer und Co. über stillgelegte Bahngleise steuerten.

Die Filmaufnahmen im Norden hat das Filmteam mittlerweile im Kasten, als nächstes folgt Deutschlands Süden. Auf einer Alm werden die NDR-Leute Kühe ins Tal treiben und mit dem Senner Käse machen, in Neuschwanstein nachts durch Schloss geistern, im Allgäu eine Höhle besichtigen und mit einem Rheinkapitän bis zur Loreley schippern. Besonders freut sich Klaus Scherer auf seine Heimat, die Pfalz. Dort wird Azusa Mori das Nationalgericht, den „Pfälzer Saumagen“ probieren können. Das Fleischgericht aus Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln, gegart im Schweinemagen, ist nicht Jedermanns Sache.

Das gilt auch für Labskaus, den Azusa Mori nach dem Törn zu den Austernbänken serviert bekam. Die Japanerin bedankte sich mit einem anspruchsvollen Gericht aus ihrer Heimat: „Natto“, vergorenen Sojabohnen. „Die Soße hat die Konsistenz von Industriekleber“, vergleicht Scherer. Wie sich die Besatzung der „Gret Palucca“, Kapitän Marcus Klein und Bootsmann Thomas Buck, beim Testessen geschlagen hat, verriet Grimme-Preisträger Klaus Scherer leider nicht. Die Fernsehzuschauer werden es im Frühjahr 2017 erleben können.

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