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Sylter Inselspeeler : Kreative Auszeit bei den „Inselspeelern“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die beliebte Sylter Theatertruppe will das Jahr 2017 nutzen, um sich personell und auch inhaltlich neu für die Zukunft aufzustellen.

Der Erfolg hat die Sylter Theatergruppe „Inselspeeler“ seit ihrer Gründung quasi überrannt. Jetzt fordert dieser Erfolg allerdings für ein Jahr seinen Tribut. Als sich 1999 verschiedene Laien-Schauspieler das erste Mal zusammengefunden hatten, ging es eigentlich nur darum, weiter „hin und wieder“ Theaterspielen zu können, nachdem sich Gruppen wie die „Sylter Plattspeeler“ aufgelöst hatten.

„Ich hatte damals Flausen im Kopf“, berichtet Wolfgang Krüger, der die Leitung der Inselspeeler übernahm, „Sketche waren meine Welt und damit wollte ich unser Programm füllen.“ Diese Idee erwies als der richtige Weg, eröffnete er doch die Möglichkeit, auch dann aufzutreten, wenn einer der Inselspeeler nicht verfügbar war. Dann wurde der Sketch kurzerhand durch einen anderen ausgewechselt, dessen Darsteller da waren.

Die ersten Auftritte fanden noch vor wenig Publikum wie den Patienten der Nordseeklinik statt. „Wenn die kranken Menschen danach zu uns kamen und sich mit Tränen in den Augen bedankten, weil sie für kurze Zeit ihre Krankheit vergessen konnten, hatten wir selbst Tränen in den Augen.“ erinnert sich Wolfgang Krüger. Schnell sprach sich der hohe Unterhaltungswert der Inselspeeler herum. „Es dauerte nicht lange und wir wurden sogar auf der Straße erkannt“, erzählt seine Ehefrau Renate Krüger, die ebenfalls seit Beginn der Inselspeeler mit auf der Bühne stand.

Der CanCan wurde ebenso in die Auftritte integriert wie die Playbackshow der „Tenöre“. Renate Krüger erzählt: „Die Idee, unsere Schauspieler wie die bekannten ‚Drei Tenör‘ auftreten zu lassen, kam mir morgens um sechs im Garten. Dort hörte ich plötzlich singende Männerstimmen. Als ich nachsah, woher sie kamen, entdeckte ich elf singende Schwarzgekleidete mit Frack und Zylinder die Straße hinunterkommen. Zu der Zeit gastierte das Meerkabarett noch auf dem Flughafengelände und die Truppe kam auf dem Weg zum Bahnhof an unserem Haus vorbei.“

Bald mussten größere Auftrittsmöglichkeiten her wie der Alte Kursaal in Westerland, der erste „Bunte Abend“ wurde geplant. Mit der Zahl der Zuschauer stieg auch die Zahl der Auftritte. „Wir haben im Jahr bis zu 40 Vorstellungen gegeben“, berichtet Krügers Stellvertreter Gert Lampe, „und zwar nicht nur auf Sylt, sondern auch auf dem Festland, in Hamburg und auf Föhr. Dazu kamen die regelmäßigen Proben an jedem Freitag.“ Summa summarum investierten die Mitglieder viel Zeit in ihr Hobby, aus dem „hin und wieder“ wurde ein „stets und ständig“. Denn auch hinter der Bühne sowie vor und nach den Vorstellungen musste viel Arbeit geleistet werden: Der Transport sowie der Auf- und Abbau der Kulissen, die Beschaffung der Kostüme und das Bewerben der Veranstaltungen waren nur einige davon. Dazu kamen die Herausforderungen im Miteinander, denn das Ensemble umfasste zeitweise über 20 Mitspieler. Für die Laien-Schauspieler neben Schule und Beruf eine große Herausforderung.

„Wir machen 2017 eine kreative Pause. Sowohl inhaltlich auch als personell möchten wir uns neu aufstellen. Deshalb haben wir alle großen Auftritte abgesagt“, erklärt Wolfgang Krüger die aktuelle Situation der engagierten Theatergruppe. Überlastungen und fehlende Stücke sind neben immer weniger Ensemblemitgliedern der Grund, warum die Inselspeeler inne halten. „Wir hatten nie Nachwuchssorgen. Doch jetzt steht bei unseren jungen Mitspielern die Schule im Mittelpunkt. Dazu kommt, dass einige Ensemblemitglieder die Insel verlassen haben oder von sich aus das Theaterspielen aufgeben wollten.“

So wird es in diesem Jahr nur wenige Auftritte der Inselspeeler geben. „Auflösen werden wir uns aber nicht“, bekräftigt Gert Lampe, „wer Lust zum Theaterspielen hat, kann sich gerne bei mir melden und im nächsten Jahr mit uns wieder neu starten.“ „Und dann“, ergänzt Wolfgang Krüger, „haben wir hoffentlich auch wieder so gute Stücke in Petto, dass man sich nicht mit zehn Gabeln unter’m Arm kitzeln muss, um herzhaft zu lachen.“



Hinweis: Wer bei den Inselspeelern mitmachen möchte, kann sich mit Gert Lampe in Verbindung setzen – unter den Telefonnummern 04651-42610 oder 01523-2075028.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 05:28 Uhr

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