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List auf Sylt : Kleine Forscher ganz groß

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

ADS-Kindergarten im Inselnorden hat sich wiederholt als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert

Der Lister Kindergarten der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig (ADS) kann sich seit kurzem über eine weitere Zertifizierung als „Haus der kleinen Forscher“ freuen. Vor allem für den Nachwuchs im Inselnorden ist das eine tolle Nachricht, denn die 21 Kinder zwischen drei und sechs Jahren sind begeistert von den vielen Experimenten, die sie seit der ersten Zertifizierung gemeinsam mit ihren Erzieherinnen durchführen konnten.

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich seit 2006 für eine bessere Bildung von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik).

In Fortbildungen werden die Erzieher und Lehrer der zertifizierten Einrichtungen in bestimmten Themen geschult und ihnen wird beigebracht, wie sie mit den Kindern spielerisch Experimente durchführen können. In den pädagogischen Ansatz des „Hauses der kleinen Forscher“ fließen Erkenntnisse aus der modernen Forschung in den Bereichen Frühpädagogik, Entwicklungspsychologie, Fachdidaktik und Lernforschung ein.

Im Lister Kindergarten wurde in den vergangenen Jahren viel geforscht. „Wir hatten die Themen Mathematik, Farbe und Licht, Technik, Strom und Magnetismus“, erzählt Erzieherin Gabi Winkler. Manchmal würden die Ideen auch aus den Interessen der Kinder entstehen. „Wir haben beobachtet, dass sich die Kinder eine Zeit lang viel mit Steinen beschäftigt haben. Daraufhin haben wir ein passendes Projekt gestaltet, bei dem wir Steine auseinandergenommen haben, um auch zu sehen, wie sie von innen aussehen“.

Die Kinder im Lister Kindergarten können in den gemeinsamen Experimenten ihren eigenen Fragen nachgehen und forschend die Welt entdecken. „Unser Ansatz dabei ist, den Kindern nicht etwas zu erzählen, was sie vielleicht gar nicht wissen wollen“, erklärt Matthias Strasser, Leiter des Erlebniszentrums Naturgewalten und Koordinator für das „Haus der kleinen Forscher“ auf Sylt. „Bei den Experimenten gibt es kein Richtig und kein Falsch, sondern wir lassen die Kinder einfach machen und unterstützten sie dabei.“ Dadurch sollen die Mädchen und Jungen stark gemacht werden für die Zukunft und lernen, selbstbestimmt zu denken und verantwortungsvoll zu handeln. „Die Kinder sollen aus den Experimenten mitnehmen, etwas zu hinterfragen und nebenbei Naturwissenschaften, Technik oder Mathematik nicht als abstoßend kennenlernen“, sagt Matthias Strasser. „Häufig sind diese Fächer vor allem bei Frauen belastet. Dafür gibt es aber überhaupt keine Begründung und daher wollen wir durch die Experimente dem entgegenwirken.“

Die Erzieherinnen im Lister Kindergarten merken deutlich die Freude, die der Nachwuchs aufgrund der Projekte den Themen Naturwissenschaft und Technik entgegenbringt. Und das wiederum fördert Neugier, Lern- und Denkfreude. „Die Kinder haben im Alltag die Möglichkeit zu forschen – und das ist ein unheimlicher Gewinn für sie, sagt Erzieherin Irene Gerber.

Der ADS-Kindergarten in List ist nicht das einzige „Haus der kleinen Forscher“ auf Sylt. Die Norddörferschule und auch die Schule St. Nicolai sind zertifiziert. Zur großen Freude von Koordinator Matthias Strasser: „Es fängt in den Kindergärten an und wird in den Grundschulen weitergeführt“, erklärt er. „Dadurch ist das Projekt nicht nur eine Eintagsfliege, denn viele Kinder, die das schon aus dem Kindergarten kennen, wissen dann auch in der Schule sofort etwas damit anzufangen.“

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erstellt am 14.Mär.2017 | 05:44 Uhr

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