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Sylter Rundschau

25. Juni 2016 | 01:56 Uhr

Bürgerbeteiligung auf Sylt : Keitum ist im Dialog – und erarbeitet viele Ideen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Bürgerbeteiligung "Keitum im Dialog" erfuhr am Wochenende große Resonanz.

Äußerst konstruktiv und sehr erfolgreich verlief die Zukunftswerkstatt „Keitum im Dialog“ – so lautet das übereinstimmende Fazit der Organisatoren und Teilnehmer. Bereits zum Auftakt am Freitagabend zeigte der Zustrom von mehr als 100 Besuchern, wie groß das Interesse der Einwohner, wie wichtig ihnen die Zukunft ihres Dorfes ist und wie viele drängende Probleme es zu lösen gilt. Mit seiner lockeren eloquenten Moderation gelang es Julian Petrin, dem Chef der Hamburger Stadtplanungsagentur Urbanista, den Gästen schnell Sinn und Ziele des Bürgerworkshops zu erläutern. Zunächst wurde in offener Runde alles benannt, was den Keitumern auf der Seele liegt und unter den Nägeln brennt, um dann die zahlreichen Vorschläge zu ordnen und zu bündeln. Letztendlich wurden sechs Themenbereiche für die Arbeitsgruppen ausgewählt: Wohnen, Verkehr, Dorfleben, Tourismus, Identität sowie Naturschutz und Küstengestaltung.

Am Sonnabend ab 11 Uhr verteilten sich zirka 60 Teilnehmer an runden Tischen im Friesensaal. Dort wurden die verschiedenen Aufgaben zunächst ausführlich diskutiert, konkretisiert und dann nach möglichen Lösungswegen gesucht. Insgesamt bestimmte den Workshop eine zielorientierte, ja „überraschend friedvolle“ Atmosphäre, wie es eine Mitwirkende nannte. Innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen sowie bei einer ersten Auswertung und Gegenüberstellung der Ergebnisse durch die Moderatoren traten zwangsläufig aber auch Widersprüche zu Tage.

Soll zum Beispiel der Weg am Wattenmeer möglichst naturbelassen bleiben oder soll dort eine befestigte Promenade mit abendlicher Beleuchtung entstehen? Könnte durch höhere Häuser, die nicht unbedingt im Friesenstil errichtet werden, mehr dringend erforderlicher Wohnraum geschaffen werden? Oder führt eine Verdichtung, eine zu enge Bebauung zu Konflikten mit erhaltenswerten Grundsätzen der Ortsgestaltung? Soll Keitum in Zukunft konsequent „autoarm“ werden und ein kostenfreier Ringbus als E-Mobil durch das Dorf fahren? Oder schadet es der touristischen Attraktivität, wenn Hotels und Appartements nur bei An- und Abreisen mit dem Pkw erreichbar sind?

Und auch beim großen Streitthema Therme reichte das Spektrum vom Vorschlag einer Renaturierung über den Plan, dort einen neuen Dorfmittelpunkt zu schaffen, bis hin zur „verwegenen Idee“, das Sahnegrundstück meistbietend zu verkaufen und so möglichst viel Geld für den Wohnungsbau in die Gemeindekasse zu bekommen.Die vielen kreativen Ideen der Teilnehmer seien „erste Saatkörner, die weiter wachsen und gedeihen sollen“, sagte Urbanista-Chef Petrin zum Abschluss des Workshops. „Wir Politiker brauchen dringend solch eine neue Art der Zusammenarbeit mit den Bürgern, genauso wie die Unterstützung durch professionelle Planungsagenturen“, betonte Oliver Ewald. Doch nach der Präsentation aller Ergebnisse in Form einer Zukunftszeitung Ende Mai dürften die Vorschläge der Keitumer nicht einfach in der Schublade landen, sondern müssten auch durch konkrete Beschlüsse der Gemeindevertreter und entsprechende Aufträge an die Verwaltung umgesetzt werden, forderte der Ortsbeiratsvorsitzende.

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erstellt am 20.Mär.2016 | 17:30 Uhr

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