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Sylter Rundschau

23. Juli 2016 | 13:05 Uhr

Bürgermeister-Amt : Kandidiert Gabriele Pauli auf Sylt?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylter Bürger bringen Gabriele Pauli als Nachfolgerin von Petra Reiber für das Bürgermeister-Amt ins Gespräch – die ehemalige CSU-Politikerin fühlt sich geehrt.

Sylt | Kandidiert die „schöne Landrätin“ Gabriele Pauli für den Posten der Sylter Bürgermeisterin? Seit einigen Tagen bereits schwirrt das Gerücht über die Insel, nun hat die ehemalige CSU-Politikerin bestätigt, dass „Personen von der Insel“ mit diesem Vorschlag an sie herangetreten seien – und dies nicht erst in jüngerer Zeit. „Ja, es stimmt. Ich habe mehrere Anfragen erhalten, von verschiedenen Sylter Bürgern.“

Entscheiden oder gar offiziell bewerben will sich Pauli allerdings noch nicht. „Das wird sich alles zeigen. Ich möchte aber die Gespräche fortführen, die Kontakte halten“, sagt die 56-Jährige. „Denn seit ich nicht mehr im Landtag bin, steht ja die Frage im Raum, was ich beruflich mache. Es gibt mehrere Projekte, die ich mir vorstellen kann. Und nun kommt diese interessante Anfrage von der Insel dazu.“

Sie wolle sich aber zunächst in Ruhe über alle Details der Wahlbekanntmachung und der Anforderungen informieren. Sylt sei ihr zwar nicht unbekannt, sagt Gabriele Pauli, bereits einige Mal wäre sie zu privaten Besuche auf der Insel gewesen, habe sich allerdings nie mit den politischen Themen dort beschäftigt. Aber: „Sylt ist eine Legende. Deshalb kann ich so eine Anfrage nicht einfach beiseite schieben“ so Pauli weiter. „Die Insel hat einen besonderen Charakter und dort Bürgermeisterin zu sein, wäre eine Ehre – das ist mir bewusst.“

Zu hören, dass mit Petra Reiber eine Frau sich fast 25 Jahre auf diesem Posten halten konnte, freue sie sehr, das sei in Deutschland leider noch weitgehend die Ausnahme. Ihre folgenden Sätze klingen dann schon fast wie eine Bewerbungsrede: „Auch ich ja bin durch und durch Kommunalpolitikerin. Ich habe 18 Jahre lang erfolgreich den Landkreis Fürth als Deutschlands jüngste Landrätin geführt und bei allen Wahlen immer super Ergebnisse erzielt.“

Deutschlandweit bekannt geworden ist Gabriele Pauli jedoch als „rote Rebellin“, die sich wie eine „Domina mit Latexhandschuhen“ für ein Lifestyle-Magazin fotografieren ließ, und vor allem als „Königsmörderin“ von Edmund Stoiber. Ihre öffentliche Kritik am damaligen Bayrischen Ministerpräsident sowie ihre Forderung, er solle nicht erneut für dieses Amt kandidieren, führten zu schweren Auseinandersetzungen in der CSU und schließlich zu Stoibers vorzeitigem Rücktritt. Pauli selbst trat Ende November 2007 aus der CSU aus und saß von 2008 bis 2013 zunächst als Mitglied der Freien Wählern Bayern, dann als fraktionslose Abgeordnete im Bayrischen Landtag.

Sollte Gabriele Pauli sich tatsächlich zu einer Bewerbung entschließen, muss sie allerdings nicht nur weitere Gespräche mit „Sylter Bürgern“, sondern auch mit den Inselparteien führen. Denn Kandidat für das Bürgermeisteramt kann nur werden, wer von einer oder mehreren der in der Gemeindevertretung vertretenen politische Parteien und Wählergruppen nominiert wird. Oder die rothaarige Fränkin versucht ihr neues Glück auf der Insel als unabhängige Bewerberin – dafür braucht sie die Unterstützung von mindestens 135 Wahlberechtigten.

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erstellt am 27.Mai.2014 | 18:30 Uhr

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