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Sylter Rundschau

24. März 2017 | 19:01 Uhr

Galerie-Jubiläum : Kampener Galerist spendet an Museum und Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Anlässlich seines Galerie-Jubiläums schenkt Rainer Herold der Söl’ring Foriining ein bedeutendes Gemälde und spendet für die Kampener Feuerwehr.

„Die Insel hat mir viel gegeben und dafür möchte ich ein bisschen Dankeschön sagen und Sylt etwas zurückgeben“, begründet Rainer Herold seine Doppelspende an zwei insulare Einrichtungen, „die ich für sehr wertvoll und wichtig halte“. Und so durften sich gestern der 1.Vorsitzende der Söl’ring Foriining, Jürgen Ingwersen und der Geschäftsführer des Vereins, Sven Lappoehn sowie Björn Hansen aus dem Vorstand des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Kampen über beachtliche Spenden aus der Hand von Rainer Herold freuen.

Der Hamburger Galerist, der kürzlich sein 20-jähriges Jubiläum mit seiner Kampener Dependance feiern konnte (wir berichteten) hatte erst kürzlich ein Gemälde angekauft, das die dramatische Situation der großen Sturmflut im Jahr 1911 mit hoher künstlerischer Ausdruckskraft und malerischem Können in Szene setzt. Das Ölgemälde des Berliner Künstlers Hans Hartig (1873-1936) gehört vermutlich zu einem Zyklus von Sturmflut-Bildern, die Hartig während seines Sylt-Aufenthalts im November 1911 als Studien festhielt. „Vier Tage tobte der Sturm, der die Westerländer Kurpromenade mit all ihren hölzernen Strandanlagen verwüstete und auch die Musikmuschel davontrug. Mit über hundert Studien kehrte Hartig nach Berlin zurück“, schreibt der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor am Flensburger Museumsberg, Professor Dr. Ulrich Schulte-Wülwer in seinem Buch „Sylt in der Malerei“ über Hartigs Sylt-Zeit und seine Rückkehr nach Berlin. „In rastloser Arbeit machte er (Hartig, Anm.d.Red.) sich in den kommenden Monaten in seinem Atelier daran, das dramatische Geschehen in einem Zyklus aus fünf großformatigen Gemälden zusammenzufassen. Die Bilder führen alle Phasen der Sturmflut vor Augen: von der WindstiIIe vor dem Sturm über die Sturmwarnung durch eine rote Lampe, das Sturmläuten bis hin zum Höhepunkt der Flut am 6. November und den Tag danach, als der aufklarende Morgen die Verwüstungen auf der Insel offenbarte. (...) Hartig zeigte seinen kompletten Zyklus mit einigen Studien in einem eigenen Saal auf der Großen Berliner Kunstausstellung des Jahres 1912. Als die Ausstellung eröffnet wurde, war er in aller Munde. Die Besucher waren so begeistert, dass sich die Berliner Nationalgalerie entschloss, das Gemälde ’Am anderen Morgen’ für die stattliche Summe von 990 Mark anzukaufen“.

Bei dem Bild, das Herold der Söl’ring Foriining schenkt, handelt es sich nach Auffassung des Galeristen „sehr wahrscheinlich um eines aus dem damals gezeigten Zyklus“. Auf der Rückseite des Bildes steht „Sturmflut am 6. Nov 1911 (Sylt)“. Es zeigt eine Szene in Munkmarsch, im Bildvordergrund sieht man die Munkmarscher Mühle, vorne links ein Haus, das heute noch steht. „Für uns bedeutet dieses Bild ein großes Geschenk für das Heimatmuseum und seinen wachsenden Bestand an bedeutenden Gemälden“, freut sich Jürgen Ingwersen, um dann noch zu betonen, „dass wir uns als Verein niemals den Ankauf eines solchen Werkes erlauben könnten“. Den besonderen Wert gerade für das Keitumer Heimatmuseum und seine Sammlung sieht auch Schulte-Wülwer, der das Museum mit seinem Expertenwissen immer wieder ehrenamtlich berät. Den monetären Wert des Bildes schätzen Galerist und Kunstkenner auf gut 10  000 Euro. Mit dem Hartig-Werk erhält die Söl’ring Foriining bereits die vierte Bilder-Spende der Galerie Herold. Unter anderem durfte sich der Verein und sein Heimatmuseum vor wenigen Jahren über das lange für verschollen gehaltene Gemälde „Dünenpredigt“ von Hugo Köcke freuen.

Doch nicht nur die Söl’ring Foriining, sondern auch die Freiwillige Feuerwehr Kampen durfte sich gestern über eine Spende freuen. Denn Herolds hatten die Gäste ihrer Jubiläumsfeier gebeten, auf Geschenke zu verzichten und statt dessen für die Feuerwehr zu spenden. „Dabei sind knapp 2000 Euro zusammen gekommen. Die Summe habe ich jetzt noch mal verdoppelt“, erzählte Rainer Herold bei der gestrigen, sehr privat gehaltenen Übergabe. Björn Hansen als Vertreter der Kampener Feuerwehr zeigte sich „absolut freudig überrascht von der Spende und ihrer unerwarteten Höhe“. Hansen machte dabei deutlich, dass sich mit dem Geld wichtige, aber nicht im Etat der Feuerwehr planbare Anschaffungen realisieren lassen. „Das ist einfach toll!“ 

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erstellt am 18.Aug.2016 | 18:48 Uhr

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