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Sylter Rundschau

10. Dezember 2016 | 17:35 Uhr

Söl’ring Foriining : „Jeder, der auf Sylt lebt, sollte Mitglied werden“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview äußern sich die Mitglieder des neuen Vorstands zu den Plänen des Sylter Heimatvereins und auch zu ihren persönlichen Wünschen

Drei Monate ist es her, dass der Vorstand der Söl’ring Foriining im Rahmen der Hauptversammlung auf fünf Personen erweitert wurde. Neben dem Vorsitzenden Jürgen Ingwersen und seiner Stellvertreterin Maren Jessen engagieren sich an der Vereinsspitze nun auch Wiebke Stitz als zweite stellvertretende Vorsitzende sowie Mathias Lauritzen und Matthias Waldherr als Beisitzer. Wie sich diese Neuerung bewährt hat, welche Themen den Sylter Heimatverein beschäftigen und welche Wünsche eine gute Fee bei Gelegenheit erfüllen könnte, hat unser Mitarbeiter Frank Deppe in einem Interview mit dem Quintett erfragt.

Aus zwei macht fünf – hat sich diese Neuerung schon positiv ausgewirkt?
Jürgen Ingwersen: Auf jeden Fall. Wir sind ein starkes Team und ergänzen uns inhaltlich ideal.
Maren Jessen: Im Vorstand gibt es nun neue Impulse, das war wichtig. Und es entlastet natürlich, so dass ich etwa mehr Zeit dafür habe, das Netzwerk zum Festland zu intensivieren.

Wie verteilen sich denn die Aufgaben im vergrößerten Vorstand?
Jürgen Ingwersen: Das ergänzt sich wie gesagt sehr gut. Maren Jessen hat ein Augenmerk auf den baulichen Zustand unserer Häuser sowie auf die Sylter Sprache, zudem ist sie quasi unsere Außenministerin und repräsentiert den Verein auf dem Festland. Wiebke Stitz betreut das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit, Matthias Waldherr ist als Anwalt unser Experte in allen rechtlichen Fragen. Mathias Lauritzen ist ein Fachmann auf dem Sektor Bauwesen und außerdem in seiner Funktion als Gemeindevertreter ein Bindeglied zur Politik. Meine Schwerpunkte sind Personal und Finanzen.

Als Vorstandsmitglieder investieren Sie viel Zeit für den Verein. Kann sich auch das normale Mitglied einbringen, etwa punktuell bei Veranstaltungen?
Matthias Waldherr: Sehr gerne, etwa bei Festivitäten. Auch im Bereich des Landschafts- und Naturschutzes bräuchten wir dringend Verstärkung. Leider lässt das ehrenamtliche Engagement aber allgemein nach.

Wiebke Stitz ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich auch Zugereiste für ihre neue Heimat engagieren können. Wie kam es dazu?
Wiebke Stitz: Der Einstieg kam durch das Projekt „Living History“, bei dem ich kurzfristig als Mitwirkende eingesprungen bin. So lernte ich nicht nur viele Insulaner, sondern auch die Inselgeschichte kennen. Das hat mich in wachsendem Maße fasziniert und ich verfasste für die Sylter Rundschau eine Reihe von Berichten, speziell über das Brauchtum. Tja, dann wurde ich Mitglied in der Söl’ring Foriining und eines Tages vom Vorsitzenden gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im Vorstand mitzuarbeiten. Das einstimmige Votum der Hauptversammlung hat mich schon sehr berührt. Und so wird Sylt jetzt immer mehr zu einem Stück von meinem Sylt.

Manche Einheimische würden es gerne sehen, wenn sich die Söl’ring Foriining noch öfter zu relevanten Themen öffentlich positionieren würde ...
Maren Jessen: Ja, das erwarten viele von uns. Das werden wir sicherlich mehr forcieren, auch durch die Hilfe von Wiebke Stitz.

Wird man jetzt auch die Kontaktpflege zu anderen Institutionen und zur Politik intensivieren?
Mathias Lauritzen: Ich glaube, da sind wir im Prinzip schon gut aufgestellt. Sicher, mit der Politik können zusätzliche Gespräche nie schaden.

Tradition trifft Moderne: Wie sieht es mit der Präsenz des Vereins hinsichtlich Internet und Social Media aus?
Maren Jessen: Das ist derzeit leider nicht im gewünschten Maße zu stemmen, weil das viel Zeit fordert. Aber unser neuer Museumsleiter Alexander Römer hat schon im Vorfeld erklärt, dass er sich auch um diese Bereiche besonders kümmern wird.
Wiebke Stitz: Wir wollen dabei auch keine Schnellschüsse starten, sondern sehr bewusst vorgehen: Was sind die Kernkompetenzen der Söl’ring Foriining, was passt zu ihr, was tut ihr gut? Daher erstellen wir derzeit auch ein schlüssiges Marketingkonzept.

Die spürbare Erhöhung der Mitgliedsbeiträge war bei der Hauptversammlung ja nicht unumstritten. Hat sich das im Nachhinein bemerkbar gemacht?
Jürgen Ingwersen: Es gab vereinzelte Austritte, aber auch positive Stimmen. Fakt ist, dass wir das Geld dringend brauchen.

Wo bewegt sich die aktuelle Mitgliederzahl denn?
Matthias Waldherr: Der Verein hat rund 1400 Mitglieder, die ungefähr zu gleichen Teilen von der Insel und vom Festland stammen.

Sicher schlummert auf Sylter Dachböden noch so manches, dass den Fundus der Ausstellungen bereichern würde ...
Maren Jessen: Daran sind wir natürlich sehr interessiert. Es gilt zum Beispiel, bei den Themen Sylter Kapitäne und Walfang einiges aufzuarbeiten.

Was sind die dringlichsten Ziele für den Rest des Jahres?
Mathias Lauritzen: Wir konzentrieren uns auf ein wichtiges, großes Thema: Die Erstellung eines Konzepts zur Sanierung des Sylter Heimatmuseums.

Eine gute Fee erfüllt jedem von Ihnen einen Wunsch, der der Insel gut tut. Der würde dann wie lauten?
Maren Jessen: Dass die Insel Freiräume behält, also der freie Blick über freie Flächen weiterhin möglich ist. Daher wünsche ich mir die Renaturierung des Fliegerhorst-Areals.
Jürgen Ingwersen: Es wäre schön, wenn die Sylter noch mehr Bewusstsein für ihre Identität entwickeln.
Mathias Lauritzen: Ich würde gern die Umsetzung der 40-60-Regelung für Dauerwohnraum sehen. Und wünsche mir, dass die Menschen etwas mehr ans Gemeinwohl und nicht nur ans Eigenwohl denken.
Wiebke Stitz: Jeder, der auf Sylt lebt oder zur Insel eine enge Beziehung hat, sollte Mitglied im Heimatverein werden. Und ich wünsche mir, dass uns unser Geschäftsführer Sven Lappoehn bis zum Rentenalter erhalten bleibt.
Matthias Waldherr: Ich wünsche mir nicht nur in unserem Verein, sondern generell mehr ehrenamtliches Engagement auf Sylt, damit wichtige gewachsene Strukturen nicht zerbrechen.


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