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Sylter Rundschau

24. August 2016 | 23:26 Uhr

Bürgermeisterwahl auf Sylt : „Ja, ich will kandidieren“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Interview mit Gabriele Pauli, die sich zur Wahl um das Amt der Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt stellen will

Frau Pauli, seit einigen Tagen sind Sie erneut auf der Insel. Das ist Ihr sechster Besuch. Haben Sie jedes Mal neue Erkenntnisse gewinnen, neue Gespräche führen können?

Ja, durch die vielen Gespräche, die ich schon geführt habe, eröffnen sich viele neue Perspektiven und damit auch Einblicke in das Inselleben. Ich lerne dazu, jeder Kontakt ist ein Gewinn.

Welches Gespräch war Ihnen denn das bisher wichtigste?

All die vielen Gespräche, die ich hier führen durfte, die Begegnungen mit den Menschen, sind mir wichtig. Die Bürgermeisterin Petra Reiber hat mich sehr beeindruckt. Sie ist couragiert, denn die Herausforderungen des Amtes sind enorm.

Zum Beispiel ...

... dass die Verwaltung nach einer komplizierten Fusionierung weiter fortentwickelt werden muss. Auch die Paralleltätigkeiten mancher Verwaltungsbereiche müssen neu geordnet, Entscheidungswege sollten verkürzt werden. Die Eigenbetriebe sollten untersucht werden, ob nicht ein Plus erwirtschaftet werden kann. Ich habe in meinem Landkreis in Bayern eine strikte Sparpolitik verfolgt. Das beginnt mit einer effizienten Verwaltungsstruktur.

Wie sind denn die Gespräche mit den politischen Vertretern der Gemeinde Sylt gelaufen?

Ich habe mit vielen Kontakt aufgenommen. Auch mit dem 2. Bürgermeister Herrn Kerkamm konnte ich mich intensiv austauschen. Er hat sich dazu viel Zeit genommen, weil ihm die Geschicke der Insel sehr am Herzen liegen. Die Fraktion der SPD trat zusammen, um mich über deren kommunale Forderungen zu informieren. Das war auch ein sehr ausführlicher Dialog, der für mich sehr befriedigend verlief. Ebenso habe ich ein gutes Gespräch mit Vertretern der SWG geführt. Oft konnte ich feststellen, dass die zentralen Themen nicht sehr weit auseinander liegen. Politische Ideen müssen wir seitens der Verwaltung unterstützen, dabei möchte ich mich gerne mit einbringen.

Sie sprechen von Wir. Das heißt, Ihr Entschluss, für das Bürgermeisteramt der Gemeinde Sylt zu kandidieren, steht fest?

Ja, ich werde kandidieren. Es ist eine Herzensentscheidung. Sylt ist allen Einsatz wert.

Zunächst brauchen Sie noch die 135 Unterschriften von Einwohnern der Gemeinde Sylt. Wann und wie werden Sie anfangen, die einzuwerben?

Am morgigen Donnerstag werde ich auf dem Westerländer Hausfrauen-Markt damit beginnen. Neben dem Stand von Elfriede Jungfleisch werde ich zwischen 10 bis 12 Uhr Unterschriften sammeln. Außerdem sollen die Listen auch in Geschäften und Restaurants ausgelegt werden.

Gibt es noch Namen von Unterstützern, die man offiziell nennen kann?

Ich habe gemerkt, dass mir viele Sylter den Rücken stärken wollen und auch jetzt schon vieles für mich tun. Die Hilfe geht ganz schnell, unbürokratisch und lautlos. Namen sind dabei gar nicht so wichtig. Es ist ja großer Zuspruch da.

Mit welchen Themen werden Sie in den Wahlkampf gehen?

Durch meine 18-jährige Erfahrung als Landrätin weiß ich, dass es zunächst darum geht, sich in die Verwaltung einzuarbeiten – und zwar mit möglichst innovativen Gedanken. Das ist die Kernaufgabe einer Bürgermeisterin. Die politische Verantwortung liegt jedoch bei der Gemeindvertretung und dem Bürgervorsteher und mit diesen möchte ich mich eng absprechen. Da sollte eine gemeinsame Linie gefunden werden. Nur so können die politischen Themen wirkungsvoll umgesetzt. Die Einnahmesituation der Gemeinde Sylt kann verbessert werden, um bestimmte Probleme wie die sinnvolle Nutzung des Projekts Keitum-Therme finanzieren zu können. Es gibt viele Möglichkeiten zu einer noch stabileren Haushaltslage, die wir angehen sollten. Und eingespartes Geld heißt, noch mehr Mittel für soziale Belange und die Förderung von Familien zu haben. Darin sehe ich einen Schwerpunkt meiner Arbeit.

Das will jeder.

Richtig, aber ich glaube, da wurde noch nicht alles ausgeschöpft, was in diesem Bereich umsetzbar wäre. Vor allem die Vergabe-Politik bei Wohnraum sollte kritisch überprüft werden.

Welche Themen sind Ihnen noch wichtig?

Die medizinische Versorgung muss verbessert werden. Der Küstenschutz ist sicher auch ein großes Thema und ebenso die Entwicklung des Tourismus.

Wie ist da Ihre Position?

Sylt lebt vom Tourismus und er sollte auch weiter gefördert werden durch gutes Marketing. Sylt ist ja ein Premium-Produkt, eine Weltmarke. Auch die Angebote im Winter sollten noch intensiver genutzt und vermarktet werden.

Bisher sind Sie immer nur für einige Tage, manchmal Wochen nach Sylt gekommen. Wenn Sie Wahlkampf machen wollen, wird das nicht mehr funktionieren – oder?

Ich bin schon auf Sylt sesshaft geworden, habe eine kleine Wohnung bei einer Freundin gefunden – und werde entsprechend oft hier und nur noch selten in München sein.

Sind Sie eigentlich überzeugt, dass Sie die Wahl gewinnen werden?

Bei meiner ersten Wahl zur Landrätin in Bayern war ich zunächst auch ein Newcomer, wurde aber dann doch hervorragend gewählt, am Ende mit einer Zweidrittelmehrheit. Ich trete mit Mut und Demut an. Der Bürger entscheidet – und nicht ich.

 

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erstellt am 10.Sep.2014 | 02:00 Uhr

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