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Sylter Rundschau

08. Dezember 2016 | 19:19 Uhr

Bauprojekt in Hörnum : „In hohem Maße schadstoffbelastet“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Abriss von Haus Budersand offenbart Schadstoffe, mit denen keiner gerechnet hat

„Bis Pfingsten ist es weg“, sagte Projektentwickler Bernd Diehle zuversichtlich im vergangenen März über das Haus Budersand in Hörnum-Nord. Das war, bevor der Abriss begann. Heute, Anfang Dezember, stehen das Gebäude beziehungsweise Teile von ihm aber immer noch. Das hätte Diehle nicht für möglich gehalten.

Aber der Reihe nach: Im März dieses Jahres begannen die Abrissarbeiten vom Haus Budersand in Hörnum. Das Gebäude hat Familie Ebert, die im Inselsüden das Hotel Budersand betreibt, im vergangenen Dezember von der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie erworben. Die Idee hinter diesem Kauf war, das Haus abzureißen und dort zwölf sogenannte Golfhäuser zu errichten (wir berichteten).

Dass sich der Abriss allerdings so lange hinzieht, sei nicht vorherzusehen gewesen, erklärt Bernd Diehle. „Wir haben das Gebäude zunächst über sechs Wochen aufwändig entkernt. Dabei musste vieles von Hand ausgebaut werden. Das hat viel länger gedauert, als wir gedacht haben.“ Das größte Problem ist nach Diehles Angaben, dass das Haus „im höchsten Maße schadstoffbelastet ist, der Abriss dadurch sehr teurer ist und auch viel länger dauert.“ Dabei hatte man zuvor versucht, Klarheit über das Gebäude und seinen Zustand zu schaffen.

„Wir haben vor dem Abriss zwar einen Schadstoffkataster (Arbeitsunterlage, in welcher die zusammengefassten Erkenntnisse einer intensiven Gebäudeuntersuchung auf Schadstoffe zusammen gefasst sind, Anm. d. Red.) erstellen lassen, aber das, was schließlich beim Abriss zu Tage befördert wurde, konnten wir so nicht absehen“, so Diehle. Das Gebäude sei von jedem Eigentümer, der es seit dem Bau in den 1930er Jahren übernommen hat, immer weiter ausgebaut worden. „Alleine im Dach gab es drei Schichten Rigips“, berichtet Bernd Diehle. „Dann sind nachträglich Brandschutzdecken mit Stahlträgern eingebaut worden sowie Bäder, die mit Teer isoliert sind.“

Viele unterschiedliche Materialien, die bei dem Abriss derzeit zusammenkommen, müssen in einzelne Schadstoffklassen separiert werden. „Das ist nicht nur ein Abbruch, bei dem der Schutt zusammengekarrt werden kann“, sagt Diehle. Das Abrissgut muss genau getrennt werden. „Wir fanden Kunststoff, Styropor, Holz und etliche andere Materialien. Deshalb stehen auch so viele Container vor dem Gebäude.“ Der Abriss werde von einer Gutachterin begleitet, die ständig Proben nehme. Ziel sei es, dass am Ende ein mineralisches Gestein übrig bleibt, das schließlich geschreddert wird und mit dem der rund drei Meter tiefen Keller aufgefüllt werden kann, um das Gelände ebenerdig zu machen.

Diehle geht davon aus, dass das Gebäude in etwa 14 Tagen abgerissen ist und die Materialien abtransportiert sind. Wann es schließlich mit dem Bau der zwölf Golfhäuser losgeht, kann Diehle allerdings noch nicht sagen. „Derzeit liegt der Fokus ganz klar auf dem Abriss“, erklärt er. Der Bau der Golfhäuser hänge vor allem mit der Planung der Ortsentwicklung von Hörnum-Nord zusammen. Überlegungen im Inselsüden befassen sich schon lange damit, militärische Altgebäude wie das JAW–Heim oder das Fünf-Städte-Heim abzureißen, um dort unter anderem Wohnraum für Insulaner zu schaffen. Das Konzept müsse aber zunächst mit dem Kreis Nordfriesland und dem Land abgestimmt werden, weiß Diehle. „Erst dann können wir aktiv werden und mit dem Bau der Golfhäuser beginnen.“

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erstellt am 01.Dez.2016 | 05:30 Uhr

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