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Sylter Rundschau

08. Dezember 2016 | 19:17 Uhr

Interview Halle 28 : „Ich wurde zum Feindbild stilisiert“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview äußert sich Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, zum Ergebnis des Bürgerentscheids über die Halle 28 und seinen Folgen.

Herr Häckel, Sie haben sich bereits im Wahlkampf und auch nach Ihrem Amtsantritt für einen Abriss der Halle 28 ausgesprochen. Bewerten Sie das deutliche Votum des Bürgerentscheids als persönliche Niederlage?

Ich habe vor dem Hintergrund der Rechtslage die bestehenden Beschlüsse umgesetzt. Eine persönliche Niederlage sehe ich nicht. Ich sehe nur eine Änderung der Beschlusslage durch den Entscheid und damit meiner Auftragslage.

Was werden Sie in die Wege leiten, um den Bürgerwillen zum Erhalt der Hallen schnellstmöglich umzusetzen?

Die Klage gegen den Kreis hinsichtlich des Denkmalrechts habe ich Montagmorgen zurückgenommen und einen Architekten mit der Kostenermittlung der denkmalgerechten Sanierung der ehemaligen Flugzeughallen beauftragt. Das Bauleitplanverfahren mit dem Ziel, auf dem Fliegerhorst ein Sondergebiet Gemeinbedarf festzusetzen und damit künftig eine Nutzung der Hallen zu ermöglichen, war ja schon begonnen und die dafür notwendige Zielabweichung am 2. Mai beantragt, so dass weiter nichts zu veranlassen war.

Doch ist es auch klarer Wille der Bürger, die Halle 28 für den Katastrophenschutz zu erhalten. Werden Sie deshalb jetzt juristisch, wie es Ihnen als Verwaltungschef ja möglich ist, gegen das Nutzungsverbot des Kreises vorgehen?

Die Rechtsmittel gegen die Nutzungsuntersagung – Widerspruch und Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung – habe ich nach Erhalt eingelegt. Auch hier hat sich durch den Bürgerentscheid keine Änderung ergeben.

Ist nach dem Bürgerentscheid das dezentrale Konzept für den Katastrophenschutz definitiv vom Tisch?

Die Organisation des Katastrophenschutzes war kein Bestandteil des Bürgerentscheides, hätte sie auch nicht sein können, da es sich nicht um eine Selbstverwaltungsaufgabe der Gemeinde handelt.

Der Streit um die Halle 28 hat in Politik und Gesellschaft tiefe Gräben aufgerissen. Wie können die Konflikte wieder befriedet werden? Sehen Sie es als Ihre Aufgabe, dabei eine vermittelnde Rolle zu übernehmen?

Der „Wahlkampf“ hat tiefe Gräben gerissen und der Gemeinde – politisch und gesellschaftlich – geschadet. Ich konnte nicht verständlich machen, dass ich als Bürgermeister mit meiner Verwaltung nur die politischen Beschlüsse umsetze und wurde zum „Feindbild“ stilisiert. Ob ich dennoch eine vermittelnde Rolle einnehmen kann, wird sich zeigen. In jedem Falle werde ich mit meinem Team auch weiterhin Beratungen sachlich und unpolitisch vorbereiten und gefasste Beschlüsse verlässlich umsetzen.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 05:15 Uhr

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