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Sylter Rundschau

29. Mai 2016 | 17:18 Uhr

Gourmet Festival auf Sylt : „Ich will die Insel genießen“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

TV-Koch Kolja Kleeberg ist zu Gast in Tappe’s Restaurant. Im Interview spricht er über Austern, Handschmeichler und Südwester

Das 17. internationale Gourmet Festival Sylt vom 13. bis zum 16. Januar steht unter dem Motto „Sylt goes TV“. In diesem Jahr stehen die berühmten Fernsehköche Kolja Kleeberg, Mario Kotaska, Nelson Müller, Tarik Rose und Markus Holzer bei den Sylter Gastgebern am Herd. Sie kredenzen den Gästen in fünf Restaurants aufwändige Menüs mit italienischen Einflüssen. Dazu schenken hoch dotierte Weingüter aus dem Mutterland von Pasta und Pizza passend zum Thema „Dolce Vita“ ihre besten Tropfen aus. Starkoch Kolja Kleeberg aus dem Restaurant „VAU“ in Berlin ist zu Gast in „Tappe’s Restaurant“ in Kampen. Die Sylter Rundschau hat mit ihm über Austern, Handschmeichler und Südwester gesprochen.

Herr Kleeberg, wie kommt es, dass Sie beim Gourmet Festival dabei sind?
Festival-Präsident Detlef Tappe hat mich angerufen. Er sagte mir, dass es in diesem Jahr um Köche geht, die noch etwas anderes machen, als nur zu kochen. Gemein haben wir Gastköche die TV-Präsenz, bei mir kommt noch Musik dazu: Ich spiele mit der Gitarre Country, Rock ’n’ Roll und Blues, der Pianist meiner Band wird auf Sylt auch dabei sein. „Kolja rockt das Tappe’s“, wie es im Programm vom Gourmet Festival steht, ist also wörtlich zu nehmen. Ich werde mich nicht in der Küche verstecken.

Kennen Sie Sylt bereits?
Ja, ich war schon oft auf Sylt. Vor allem war ich schon zu dieser Jahreszeit dort. Vor genau vier Jahren habe ich in der Sansibar gekocht und mit Helmut Zerlett, dem Bandleader der „Harald Schmidt Show“, musiziert. Da wurde das Eis in Wellen an den Strand gespült, herrlich, so wünsche ich mir das nächste Woche auch.

Das bedeutet: sie mögen Sylt ...
Ich mag die Insel unheimlich gerne, ich war als Kind oft mit meiner Mutter hier. Wattspaziergang, am Strand spielen, Krabben pulen oben in List, ich habe sehr schöne Erinnerungen. Wir waren zwar auch am Mittelmeer, aber Sylt war immer besonders. Ich würde im Winter nie auf die Idee kommen, in den Süden zu fahren, wo alles geschlossen ist. Nach Sylt schon, die Insel ist vielfältiger. Und herrlich komprimiert: man kann auf kleinem Raum so viel erleben.

Was fällt Ihnen außer den besagten Nordsee-Krabben kulinarisch zu Sylt ein?
Natürlich Austern. Obwohl ich gar keine Austern mag. Zumindest roh nicht, ich bekomme die einfach nicht runter. Aber gratinierte Austern mit Speck hingegen mag ich sehr gerne. Ansonsten ist das Sylter Salzwiesenlamm prima. Tolle gastronomische Erinnerungen habe ich zudem an meinen lieben Freund und Kollegen Johannes King. Und die Küche von Jörg Müller mit seinen Nierchen und Bries habe ich auch immer sehr genossen.

Worauf können sich Ihre Gäste beim Festival freuen?
Das Thema beim Festival ist „Dolce Vita“, wir haben italienische Winzer zu Gast. Deshalb liegt unser Fokus bei den Gerichten nicht auf Nordsee und Sylt; wir wollen den Süden auf die Insel bringen. Ich habe mich im Vorfeld mit meinen Gastgebern abgesprochen, was machbar ist und was nicht. Obwohl es sich für die italienische Küche anbietet macht es zum Beispiel keinen Sinn, etwas mit Tomaten zu machen. Die gibt es in der richtigen Qualität gerade nicht frisch, weil keine Tomatenzeit ist.

Kennen Sie die Weine vom sizilianischen Gut „Cusumano“, die begleitend zu Ihren Menüs im „Walter’s Hof“ gereicht werden?Ja, ich habe im Vorfeld Weine von denen bekommen, ich konnte mich also ein bisschen in die Materie reintrinken. Es sind sehr von Sonne geprägte Weine, sie repräsentieren Italien. Das Thema ist dieses Mal wirklich nicht auf die Insel zu fahren, um aus dem letzten Eckchen ein Sylter Austernkraut auszugraben. Sondern Italien zu Gast auf der Insel zu haben, das finde ich spannend.

Was haben Sie im Gepäck, wenn Sie auf die Insel reisen?
Natürlich eine Gitarre. Eigene Messer hat man immer dabei. Und: eine 28 Zentimeter lange Pinzette.

Wofür braucht man die?
Damit kann man anrichten, da kann man Fisch oder Fleisch mit drehen oder eine Pasta mit aufdrehen. So wie andere Leute immer einen Handschmeichler in der Jackentasche haben, habe ich immer meine Pinzette dabei.

Was ist noch in ihrem Gepäck?
Ach ja, nicht zu vergessen: Wir haben unsere hausgemachte Kalbsbratwurst dabei. Die werden wir hier im „Vau“ in Berlin vorbereiten und mit auf die Insel bringen. Das ist im Januar und Februar unser „Signature dish“: eine schöne, grobe Kalbsbratwurst, dazu Grünkohl und schwarzer Trüffel.

Das klingt aber nicht italienisch, sondern eher norddeutsch!
Naja, wenn man sagt: „Salsiccia di vitello con cavolo nero“? Dann klingt das doch sehr italienisch, oder?

Das überzeugt sofort. Was haben Sie außerdem im Gepäck? Friesennerz und Südwester?
Nein, das würde ich mir auf Sylt kaufen. Das ist ein Tick von mir, eine kleine Sache als Mitbringsel mitzunehmen. Vielleicht ist es von Sylt ein dicker Pullover oder eine Lotsenmütze. Oder tatsächlich ein Südwester.

Was haben Sie sich vorgenommen für Sylt?
Ein Spaziergang an der Nordsee entlang, das muss sein. Ich will die Insel genießen. Und vor allem die salzige Luft, die der Lunge so gut tut.

Alle Informationen zu den Veranstaltungen, Gastköchen und Reservierungen erhalten Sie im Internet unter www.gourmet-festival-sylt.de

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erstellt am 08.Jan.2016 | 19:00 Uhr

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