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Sylter Rundschau

26. August 2016 | 12:09 Uhr

Strandstraße 21 : "Herzensangelegenheit" statt Rendite

vom

Das ehemalige Rossberg-Haus soll in seiner historischen Erscheinung erhalten bleiben - Historisches soll modern saniert werden. Das Richtfest ist für Anfang des Sommers geplant.

Westerland | "Kaum zu glauben, dass da auch mal wieder Menschen leben sollen", sagt Passantin Karin Kurbjuweit, während sie ungläubig auf die Baustelle in der Strandstraße 21 blickt. Das Gebäude mit der markanten Backsteinfassade aus dem Jahr 1887 hat in den letzten Wochen einen Großteil seiner ursprünglichen Masse eingebüßt. Der historische Bau ist vollständig entkernt und die charakteristischen Außenwände werden mit breiten Streben vor dem Einsturz gesichert.
Doch das 1,5- stöckige Haus, das über Jahrzehnte das Geschäft Elektro-Rossberg beherbergte, soll eine Renaissance erleben, versichert Bauherr Karsten Schmidt: "Wir werden viel von der historischen Bausubstanz erhalten und das Gebäude modern sanieren." Ziel sei es, den ursprünglichen Charakter des Hauses zu bewahren, sagt der 49-jährige Westfale und will damit den Vorgaben der Erhaltungssatzung folgen. "Der Dekmalschutz war in diesem Fall nicht direkt involviert", berichtet Peter Andresen, Leiter der Gemeindebauaufsicht. "Die Gemeinde hatte über die geschichtliche und architektonische Bedeutung des Hauses zu entscheiden." Und diese sei "ortsbildprägend", so Andresen.
Daher dürfen nur die Gebäudeteile auf der Rückseite des Hauses abgerissen und durch neue Anbauten ersetzt werden - ursprünglich wurden diese Räume als Druckerei genutzt. Die Fassade muss dagegen erhalten bleiben. "Nur die Glasfront wird zeitgemäßer wirken", sagt Bauherr Schmidt. Bereits Ende Mai oder Anfang Juni möchte der Bäckermeister aus Lübbeke hier Richtfest feiern. Nach der Fertigstellung soll der Bau neben einem 360 Quadratmeter großen Ladenlokal auch drei geräumigen Wohnungen mit jeweils rund 130 Quadratmetern Platz bieten.
Die Richtlinien der Gemeinde, die das Haus als ortsbildprägend eingestuft hat, schränken den Spielraum von Bauherr und Architekt nur leicht ein. Projektleiter Gerhard Streich vom Architekturbüro Mannewitz: "Das Vorhaben in der Strandstraße ist ein besonderer Fall, der teuer und aufwendig ist. Allein auf die Baugenehmigung haben wir 18 Monate gewartet." Die Hauptvorgabe der Gemeinde sei es gewesen, die repräsentative Fassade im Bäderstil zu erhalten. Für Ausbesserungsarbeiten sollen nach Möglichkeit die eigenen Steine des Gebäudes herhalten. "Das Projekt bleibt eine spannende Aufgabe", sagt der Architekt und ist sich sicher, "dass wir den besonderen Charakter des Gebäudes für die Strandstraße erhalten werden."
Taugt ein solches Bauvorhaben noch, um gewinnbringend Geld anzulegen? "Das hier ist kein Renditeobjekt", sagt Bauherr Schmidt. Für den Westfalen ist das Projekt eine "Herzensangelegenheit", denn der Vater zweier Kinder, dessen Frau erst vor kurzem verstarb, spielt mit dem Gedanken ganz auf die Insel überzusiedeln und sich in einer der Wohnungen selber dauerhaft einzurichten. "Meine Kinder mögen Westerland sehr."
Bis zur Fertigstellung wird ihn das Bauvorhaben nach eigener Schätzung rund drei Millionen Euro gekostet haben. Für die gewerbliche Nutzung des Ladenlokals hat Schmidt bereits einen Generalmieter gefunden. Über den Namen des neuen Mieters schweigt er sich noch aus, doch so viel verrät er - in Zukunft soll hinter der Glasfront Mode angeboten werden.

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erstellt am 09.Feb.2013 | 08:17 Uhr

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