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Sylter Rundschau

24. Januar 2017 | 20:28 Uhr

Halle 28 auf Sylt : Hauptausschuss berät erneut über Umsetzung des Bürgerentscheids zur Halle 28

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Morgen wird in Westerland wieder über die Halle 28 beraten: Vor einer legalen Nutzung soll unter anderem das Dach saniert werden. Nikolas Häckel hat umfangreiche Berichte angekündigt.

Bis Mitte September sollen die vom Kreis Nordfriesland geforderten baulichen Sofortmaßnahmen in der Halle 28 umgesetzt werden, heißt es in einer Berichtsvorlage von Nikolas Häckel zur morgigen Sitzung des Hauptausschusses. Nur damit könne die von Landrat Dieter Harrsen verfügte Nutzungsuntersagung aufgehoben und die Katastrophenschutzhalle wiederhergestellt werden. Schriftlich sei bereits am 13. Juli ein Architekturbüro der Insel beauftragt worden, folgende Arbeiten vorzubereiten:

> die Überprüfung mindestens eines der großen Hallentore auf Standsicherheit und Funktionstüchtigkeit – falls erforderlich, soll eine Instandsetzung erfolgen.

> die dauerhafte Verschließung aller übrigen Tore der Halle 28.

> die Außerbetriebnahme der Kranbahn.

> die Überprüfung der Elektroverteilung im gesamten Gebäude, gegebenenfalls sollen die Anlagen nachgerüstet werden

> die Räumung der angebauten seitlichen Gebäudeflügel im Obergeschoss.

> eine Nutzung der Bereiche im Erdgeschoss der Seitenflügel für Abstellzwecke.

Zu den Kosten liegen bisher keine verlässlichen Schätzungen vor. Laut Angaben der Initiatoren des erfolgreichen Bürgerentscheids würden jedoch die ursprünglich für den Abriss der Halle 28 in den Haushalt eingestellten 500  000 Euro bei weitem ausreichen, um die dringlichsten Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen zu finanzieren.


Geforderte Arbeiten könnten in Eigenleistung umgesetzt werden


Viele der geforderten Arbeiten – zum Beispiel eine Neuinstallation der Elektroanlagen – seien bereits erfolgt oder könnten kostengünstig in Eigenleistung umgesetzt werden, betonte Wolfgang Holst gegenüber der Sylter Rundschau. Der Archsumer Ehrenwehrführer verwies auch darauf, dass die Heizungsanlage erst vor kurzer Zeit erneuert worden wäre und ein Diesel-Notstromaggregat aus ehemaligen Beständen der Feuerwehr ständig funktionsbereit stehe. Außerdem läge schon seit Jahren das Angebot eines Morsumer Betriebes vor, um das nach Sturmschäden stellenweise undichte Dach zu reparieren.

Wie auf der Sitzung vor zwei Wochen werden auch morgen ab 19 Uhr im Hauptausschuss voraussichtlich nicht alle Details einer weiteren Nutzung der Halle 28 öffentlich behandelt – insbesondere, wenn es um Vertragsangelegenheiten geht. Klären müssen die Ausschussmitglieder aber vor allem, wie schnellstmöglich eine Übertragung der Hallen 25 und 28 an die Flughafen Sylt GmbH und damit der Bürgerwille umgesetzt werden kann. Ein Beschluss dazu konnten die Gemeindevertreter am 21. Juli nicht fassen, weil das Thema nicht auf der Tagesordnung stand und ein Dringlichkeitsantrag der CDU nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit fand (wir berichteten). Daraufhin hatten die Abrissgegner der Verwaltung sowie Teilen der Politik eine „unerträgliche Verzögerungstaktik“ vorgeworfen und Bürgermeister Häckel persönlich angegriffen. Dieser verwahrte sich scharf gegen diese Vorwürfe und argumentierte mit einer notwendigen Aufbereitung offener Fragen vor einem Beschluss.


Signale für Übertragung an Flughafen als beste Lösung


Die Antworten scheinen mittlerweile eingetroffen zu sein: Am 20. Juli hat laut der Sylter Rundschau vorliegenden Informationen ein Sondierungsgespräch zwischen Peter Douven, dem Geschäftsführer der Flughafen Sylt GmbH, und Bürgermeister Häckel stattgefunden. Auch die Luftfahrtbehörde sowie Landrat Harrsen haben offensichtlich ihre Zustimmung beziehungsweise Unterstützung bei einer Integration der Hallen in die Flughafennutzung signalisiert. Nach Einschätzung des Landrats könnte eine Übertragung beider Hallen und des Vorfeldes an die Flughafen GmbH auch aus Sicht der Landesplanung eine sinnvolle Lösung sein; ebenso seien seitens des Denkmalschutzes dann keine Probleme zu erwarten.

Neben den finanziellen und vertraglichen Aspekten einer Übertragung an die Flughafen GmbH, die vor allem von SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen kritisch hinterfragt werden, dürften Formulierungen für Zündstoff sorgen, die Halle 28 ausschließlich als Katastrophenschutz-Lagerhalle und die Halle 25 nur als Werkstatthalle zu nutzen. Dies widerspricht den Vorstellungen der Initiatoren des Bürgerentscheids, die in die Halle 28 bei Notfällen oder Gefahrenlagen auch Menschen evakuieren möchten. Dazu stünden Betten für bis zu 115 Personen bereit inklusive Bettwäsche, betonte Wolfgang Holst. Außerdem befänden sich in der Halle Sanitär- und Aufenthaltsräume sowie eine komplett ausgestattete Küche.

Für die Halle 25 gibt es sogar Überlegungen, diese nicht dem Flughafen zu übertragen, sondern über die Kurverwaltung Sylt-Ost weiter im Gemeindebesitz zu behalten. Unabhängig vom Ergebnis der morgigen Diskussion im Hauptausschuss steht eine Abstimmung über die Umsetzung des Bürgerentscheids auf jeden Fall auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung am 18. August.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 05:48 Uhr

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