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Sylter Rundschau

04. Dezember 2016 | 01:00 Uhr

Zugverkehr Sylt : Harte Zeiten für Pendler und Sylter

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im November erneuert die DB Netz AG zwölf Weichen und 2600 Meter Gleise im Bereich um den Westerländer Bahnhof.

Sylt | Vier Tage Vollsperrung des Westerländer Bahnhofs, Ersatzbusse von Morsum und Keitum, ein gesperrter Bahnübergang und dazu noch Baulärm – der November wird kein Spaß für Pendler, Sylter und Touristen. Bürgermeister Nikolas Häckel nahm dafür sogar das Wort „Horror“ in den Mund. Doch Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis bittet um Verständnis: „Wir haben die Bauarbeiten bewusst in die verkehrsarme Zeit gelegt.“ Alle forderten ja einen besseren Bahnverkehr, und dafür würden nun die Voraussetzungen geschaffen.

Zwei Baustellen behindern den Bahnverkehr an der Westküste im November: Vom 5. bis zum 24. November werden zwischen Risum-Lindholm und Bredstedt Gleise erneuert. Dann enden Fernverkehrszüge schon in Hamburg-Altona, IC-Züge fahren Sylt knapp drei Wochen lang überhaupt nicht an. Im Westerländer Bahnhof werden zudem vom 5. bis zum 11. November zwölf Weichen und fast 2600 Meter Gleise ausgetauscht. Viereinhalb Millionen Euro investiert die DB Netz AG nach eigenen Angaben allein im Westerländer Bahnhofsbereich, der größtenteils auf Tinnumer Gebiet liegt.

Nötig wurde der Tausch der Weichen, weil diese Bauteile das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Allerdings glaubt die Bahn-Pressestelle nicht, dass es für die lärmgeplagten Anwohner der Bahnstrecke nun leiser wird: „Der Geräuschpegel wird sich nur geringfügig ändern.“ Lärm im Weichenbereich könnte auch durch die Radsätze der Züge verursacht werden.

Am Tinnumer Bahnübergang Königskamp, an dem viele Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer (gefühlt) ständig vor herabgelassenen Schranken ausharren müssen, geht eine Woche lang gar nichts: Für Fahrzeuge bleibt der Übergang vom 5. bis zum 11. November um zwölf Uhr mittags komplett geschlossen. Die Umleitungen sollen „zeitnah“ ausgeschildert werden. Für Fußgänger und Radfahrer wird allerdings ein bislang nicht genauer definiertes „Provisorium“ errichtet.

Der Höhepunkt der Baumaßnahmen ist vom 5. bis zum 8. November. In dieser Zeit können die Personenzüge nicht die Bahnsteige im Westerländer Bahnhof anfahren, weil dort der größte Teil der Weichen erneuert wird. Die Nord-Ostsee-Bahn richtet einen „Schienenersatzverkehr“ ein. In Morsum oder in Keitum müssen die Fahrgäste vom Zug in den Bus umsteigen, wenn sie nach Westerland wollen. Ob der NOB-Zug Keitum anfährt oder nur bis Morsum kommt, wird „umlaufbedingt festgelegt“, erläutert Pressesprecher Kay Goetze. „Das geht aufgrund von Autozügen und nur begrenzter Wartezeit in Keitum leider nicht anders.“

Der Autoterminal ist von den Gleisbauarbeiten an diesen Tagen nicht betroffen. Die DB-Leute sind sich in diesem Punkt ihrer Verantwortung für die Insel bewusst – schließlich könnten sonst keine Rettungswagen auf das Festland gelangen. Allerdings verkehrt der Sylt Shuttle zwischen dem 5. und 11. November nur stündlich und nicht wie gewohnt im Halbstundentakt. Der Personentransport mit dem „Sylt Shuttle Plus“ fällt in der Woche ganz aus.

Die gesamten Baumaßnahmen dauern bis Anfang Dezember. Dazu zählen auch vorbereitende Maßnahmen und Nacharbeiten, die keinen Einfluss auf den Zugverkehr haben sollen. Allerdings könne es „teilweise zu Lärmbelästigungen kommen,“ warnt die DB-Pressestelle.

Doch im Dezember wird im Westerländer Bahnhof schon wieder gebaut. Dann geht es um die Verlängerung von Gleis 5, an dem die Fahrgäste in die Triebwagen des „Sylt Shuttle Plus“ einsteigen. Diese Züge werden an den Autozug angehängt und fahren bis Bredstedt. Die Fahrzeit von bislang 74 Minuten bis Niebüll dürfte sich durch die Baumaßnahme deutlich verkürzen, weil die Triebwagen dann ohne Rangierarbeiten an den Sylt Shuttle angehängt werden können.

Eine Einschränkung für den Autozug gibt es aber doch: Schon am Sonntag, 16. Oktober, ist die Zufahrt zu den „Einstockeinheiten“ des Sylt Shuttles nicht möglich. Dort wird der Bahnübergang erneuert, der die Zufahrt zur Einstockrampe kreuzt. Die Folge: An diesem Tag können nur Fahrzeuge bis sechs Metern Länge, 2,70 Meter Höhe und drei Tonnen Gesamtgewicht Richtung Festland befördert werden. Gespanne, Lkw, Reisebusse und Motorräder verweist die Bahn an die Sylt-Fähre von List nach Röm. Der Verkehr Richtung Sylt geht normal weiter.

Doch mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember warten schon neue Herausforderungen auf die Passagiere: Die NOB gibt den Nahverkehr an DB Regio ab. Und vielleicht rollen dann ja auch endlich die RDC-Autozüge.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 04:07 Uhr

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