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Sylter Rundschau

30. Mai 2016 | 04:56 Uhr

St. Severin : Handarbeit auf dem Friedhof

vom

Stephanie Silligmann und ihr Team restaurieren und konservieren 23 historische Grabstelen auf dem Friedhof von St. Severin

Keitum | Mit feinen Eisen und Pinseln verpassen Stephanie Silligmann und ihre Kollegen 23 historischen Grabstelen und dem Teunisgrab auf dem Friedhof der St.-Severin-Kirche den letzten Feinschliff - seit einer Woche haben die drei Diplom-Restauratoren aus Hamburg und Braunschweig und Studentin Tanja Schumann dort ihr Lager aufgeschlagen, um die Grabsteine, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden, zu restaurieren und zu konservieren.

Finanziert wird das 15 000-Euro-Projekt durch den Förderkreis der St.-Severin-Kirche, dessen Ziel es ist, den historischen Grundcharakter der Grabsteine zu erhalten , erklärt die 1. Vorsitzende Heide Stöver, die begeistert ist von der Arbeit der Restauratoren. Auch Pastorin Susanne Zingel ist froh, dass es endlich los geht. Vor knapp zwei Jahren begannen bereits die Gespräche darüber, was gemacht werden muss und wie es umgesetzt werden kann. Bedeutend für dieses Projekt seien auch die Gutachten von Manfred Kulmer gewesen, der die Steine bereits vor zehn Jahren aufwendig restaurierte und seine Arbeit auch dokumentierte.

Wer glaubt, die Spuren der vergangenen Jahre, die sich auf den Steinen breit gemacht haben, mit einem Hochdruckreiniger und Reinigungsmitteln beseitigen zu können, liegt falsch, erklärt Silligmann: "Wir besitzen die Fachkenntnisse und wissen, wie man mit welchem Material umgeht, um die Substanz auch langfristig zu erhalten." Aber nicht nur die Materialwahl oder die Erfahrung, welche Werkzeuge eingesetzt werden müssen, ist von Bedeutung, sondern auch die Kenntnisse über das jeweilige Klima. Auf Sylt seien es die salzhaltige Luft und der Wind, der die Sand- und Kalksteine besonders angreift.

Fabian Belter weiß über die damaligen Techniken Bescheid: "Wir benutzen heute noch das gleiche Werkzeug, da hat sich gar nicht so viel verändert, weil die Ausführungen damals schon ausgereift waren."

Nach einer Woche sind nun fast alle Steine fertig, die Schrift und die zum Teil sehr filigranen Verzierungen sind wieder zu erkennen. Da stolpern die Restauratoren bei ihrer Arbeit auch schon mal über ein Stück Geschichte. "Das ist natürlich interessant und auch ein Grund, weswegen ich diesen Beruf gewählt habe", sagt Silligmann, die sich auf Stein spezialisiert hat. So erinnert der Grabstein der Familie Frödden an den wohlhabenden Kapitän Friedrich Frödden, der der Keitumer Kirche 1787 eine Orgel schenkte.

Wer sich die Ergebnisse der Arbeit ansehen möchte, sollte einen Ausflug zum Keitumer Friedhof machen. Beim Übergang zum neuen Friedhof stößt man automatisch auf die Grabstelen und somit auch auf ein Stück Sylter Geschichte.

Spendenkonto des Förderkreis St. Severin: Sylter Bank, Konto: 123 005, BLZ: 217 918 05.

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erstellt am 18.Sep.2012 | 08:11 Uhr

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